Kreis Kusel
Ukraine-Flüchtlinge: Bislang 15 in Beschäftigung vermittelt
Seit 1. Juni betreut das Jobcenter die Ukraine-Flüchtlinge im Kreis Kusel. Derzeit erhalten den Angaben zufolge 660 Kriegsflüchtlinge in 283 Bedarfsgemeinschaften, also Eltern mit Kindern, Sozialleistungen nach Arbeitslosengeld II. Von diesen Leistungsbeziehern sind 246 unter 14 Jahre, weitere 87 Personen zwischen 15 bis 25 Jahre, 277 zwischen 25 und 55 Jahre sowie 50 älter als 55 Jahre.
Laut Kreisverwaltung sind etwa ein Drittel der vom Jobcenter betreuten ukrainischen Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht, die der Kreis angemietet hat, leben in Privatwohnungen etwa bei Bekannten oder Verwandten. Die Tendenz, eine eigene Wohnung zu mieten, sei steigend.
Das Jobcenter betreut die Flüchtlinge auch bei der Vermittlung in eine Beschäftigung. Der Arbeitgeberservice des Jobcenters prüft dabei die Arbeitsmarktprofile der Flüchtlinge und versucht dann, diese zu vermitteln. Wie Peter Simon, Leiter des Jobcenters, mitteilt, konnten 15 Ukraine-Flüchtlinge in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden.
Integration in Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.
Derzeit sind bei den Jobcentern in der Westpfalz rund 1500 Ukrainer arbeitslos gemeldet, wie die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens mitteilt. Aus deren Beschäftigungsstatistik ergibt sich, dass im Dezember 2021 – also vor dem Ukrainekrieg – 221 Ukrainer in der Westpfalz sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Bis April sei diese Zahl auf 310 angestiegen, was auf Arbeitsaufnahmen durch Geflüchtete aus der Ukraine zurückzuführen sei. Bundesweit waren vorläufigen Zahlen zufolge im August rund 110.000 Ukrainer mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung erfasst.
Die Jobcenter in der Region unterstützen die Ukrainer seit Juni bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Zudem gewähren sie Hilfen zum Lebensunterhalt, übernehmen die Kranken- und Pflegeversicherung, helfen den geflüchteten Menschen auch beim Spracherwerb und der Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen.
Fehlende Sprachkenntnisse
Hemmend bei der Vermittlung seien dabei häufig fehlende oder ungenügende Sprachkenntnisse, heißt es. Denn Arbeitgeber suchten Fachkräfte, die Arbeitsanweisungen, -prozesse und Abläufe verstehen und umsetzen können. Dies setze in der Regel Deutschkenntnisse voraus. Im Kreis Kusel nehmen derzeit rund 210 Ukraine-Flüchtlinge an Sprachkursen teil oder stehen auf der Warteliste.
86 ukrainische Schüler besuchen nach Auskunft der Kreisverwaltung weiterführende Schulen, davon 50 die Integrierte Gesamtschule Schönenberg-Kübelberg und acht die Realschule plus in Altenglan. An den Grundschulen der VG Lauterecken-Wolfstein und der VG Kusel-Altenglan werden jeweils 15 Schüler aus der Ukraine unterrichtet, in der VG Oberes Glantal sind es 42.