Kreis Kusel
Trockenheit im Kreis Kusel: Landwirte und Förster warten auf Regen
In Teilen Australiens herrschen schlimme Überschwemmungen, im Kreis Kusel sehnen sich Landwirte, Gärtner und der Forst derweil nach Regen. Insbesondere für den Wald sei die Trockenheit ein Problem, berichten Forstexperten.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war der März äußerst trocken, sogar einer der trockensten seit Messbeginn im Jahr 1881. Zudem sei es deutlich zu mild gewesen. Damit steige die Waldbrandgefahr. Es sei sehr trocken, bestätigen auch Revierleiter im Forstamt Kusel, wie Leiterin Gabi Kleinhempel berichtet. Im Bereich Lauterecken-Wolfstein sei sogar schon ein kleiner Brand aufgetreten.
Waldbrandindex bei „mittlerer Gefahr“
Anders als in Bad Bergzabern, wo es vor einigen Tagen schon den ersten größeren Waldbrand gab, kam es im Kreis Kusel bei dem Feuer zu keinen Schäden. Es sei von der Revierleiterin rasch gelöscht worden, berichtet Kleinhempel. Doch auch im vom Laubwald geprägten Gebiet herrsche derzeit Sorge vor Waldbränden, warnt sie. Der aktuelle Waldbrandindex liege bei drei, das bedeute „mittlere Gefahr“.
„Das Laub der Blätter ist sehr trocken“, weiß Kleinhempel. Es reiche eine weggeworfene Zigarette, um ein Feuer zu entfachen. Hinzu kommen Wind und Sonne. Daher mahnt die Forstamtsleiterin, im Wald jegliches Feuer zu unterlassen. „Das ist sowieso verboten“, erinnert sie. 85 Prozent der Bäume innerhalb des Forstamtes wiesen schon Schäden auf. Daher müssten sie besonders geschützt werden. Trockenheit bereite den Bäumen Stress.
Vegetation kommt nur schwer in Gang
Die Vegetation kommt in diesen Tagen auch wegen des fehlenden Regens nur langsam in Gang. „Es war lange kalt, die längere Ruhezeit ist aber generell nicht schlecht“, sagt Kleinhempel. Das gelte auch für Obstbäume. Je später die Blüte komme, desto geringer sei die Sorge, dass diese durch Frost geschädigt würde, erläutert sie. Mit Blick auf die Obsternte könne der späte Frühjahrsbeginn also durchaus Vorteile haben.
Ein weiteres Problem ist laut Kleinhempel der starke Wind der vergangenen Tage. So hätten einige Sturmböen schon Schäden verursacht. Dies habe zur Folge, dass manche Bäume nicht mehr sicher seien. „Gerade im bebauten Bereich, beispielsweise an Radwegen oder in der Nähe von Kitas, muss das Forstamt daher jetzt noch Bäume entfernen“, erläutert die Forstexpertin mit Blick auf die Verkehrssicherungspflicht.
Sommergetreide benötigt Regen
Und wie sieht es in der Landwirtschaft aus? „Was früh gesät wurde, hat sich bisher gut entwickelt“, beobachtet Jonas Klein, Landwirt aus Quirnbach. Die späteren Saaten des Sommergetreides benötigten nun allerdings Regen, fügt der 31-Jährige hinzu. Für das Grünland prognostiziert er einen guten ersten Schnitt.
Die Familie Klein versorgt auf dem Hof in Liebsthal rund 110 Milchkühe. Insgesamt sieht Jonas Klein die Wetterlage nach bisherigem Stand nicht extrem dramatisch. Über den Winter sei es feucht genug gewesen, berichtet er. Vor allem im Januar sei viel Regen gefallen. Allerdings: „So trocken wie jetzt darf es natürlich nicht weitergehen“, stellt er klar. Etwas Positives kann Klein dem trockenen, aber oft sonnigen Wetter dennoch abgewinnen: „Man bekommt seine Arbeit geschafft!“
Gleiches können auch Hobbygärtner berichten. In den vergangenen trockenen Tagen waren viele draußen, um Beete für die Gemüse-Aussaat vorzubereiten, Büsche zu schneiden und sich um eine sommerliche Blumenpracht zu kümmern.