Lauterecken
Steinhauer-Theis will Stadtbürgermeisterin von Lauterecken bleiben
Isabel Steinhauer-Theis ist vierfache Mutter, verheiratet, ausgebildete Landwirtin und Hauswirtschafterin sowie studierte Betriebswirtin. Sie lebt auf Hof Veldenz hoch über Lauterecken. Die Pandemie habe viel ausgebremst, dennoch konnte in ihrer ersten Amtszeit viel erreicht und erhalten werden, sagt Steinhauer-Theis. Das städtische Teilstück der Lautertalstraße ist fertig, Feste wurden neu konzeptioniert, die letzten Straßen werden bald mit schnellem Internet versorgt, das Heimatfest fand wieder statt und eine Möglichkeit zur Kita-Erweiterung konnte gefunden werden. Investoren schaffen in dem Städtchen bald neuen Wohnraum, das Hochwasserschutzkonzept wurde erstellt, der Friedhof umstrukturiert und der Bahnhof ist barrierefrei.
Steinhauer-Theis setzt auf die Gemeinschaft. „Ich muss nicht alles selbst machen.“ Sie gebe Aufgaben ab, um zusammen schneller ans Ziel zu kommen. Doch nicht alles geht so schnell wie gewünscht. „Die Bürokratie ist zäh und fordert viel Geduld“, macht sie deutlich. So konnten beispielsweise Bäume auf der Roseninsel noch nicht gefällt werden. Weitergehen kann es dort erst im Herbst, und das Warten auf Genehmigungen, Gutachten und Co. verzögere immer wieder – ob bei der LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung, geplanten Maßnahmen der Stadtsanierung oder beim Neubaugebiet Richtung Wiesweiler.
Von Bordeaux über Bingen zurück nach Lauterecken
Steinhauer-Theis ist fest in Lauterecken verwurzelt, schätzt die ländliche Region, „wo jeder jeden kennt, es familiär und entschleunigt zugeht“. Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Landwirtin verschlug es die 48-Jährige für ein Jahr nach Frankreich, in die Nähe von Bordeaux. Anschließend studierte sie Internationalen Agrarhandel an der Fachhochschule Bingen und absolvierte die berufliche Ausbildung im Bereich Hauswirtschaft. „Langweilig wird mir nie“, bestätigt sie. Heute arbeitet die Lautereckerin im Büro des Familienbetriebs. In der Landwirtschaft sei „kein Tag wie der andere, Flexibilität und lösungsorientiertes Arbeiten sind nötig, und man muss Entscheidungen treffen“ – Aspekte, die ihr beim politischen Ehrenamt nützlich sind. Die Stadtbürgermeisterin schätzt die enge Zusammenarbeit über Parteibücher hinaus, vertritt ihre Meinung und wenn sie überstimmt wird, dann sei das eben so in einer Demokratie.
Die Kinder – elf, 14, 17 und 19 Jahre alt – sagen ihr auch mal, woran es mangelt. Sie lebt in einem Drei-Generationenhaushalt, einer selten werdenden Familienkonstellation. „Es ist toll für die Kinder, meine Eltern und auch uns. Man arbeitet zusammen, es ist immer jemand da. Das Ehrenamt in der Form ist nur möglich, weil es so ist.“
Kinder stehen an erster Stelle
Bei allem Einsatz und Herzblut stehen die Kinder an erster Stelle, das Engagement für Stadt und Landfrauen sei nie ein Problem gewesen. Den Landfrauen trat sie mit rund 20 Jahren bei. Seit 2015 war sie Vorsitzende im Kreisvorstand. Diesen hat sie mittlerweile aufgegeben. Seit drei Jahren ist sie Präsidentin des Landfrauenverbandes Pfalz und betreibt Lobbyarbeit für Frauen im ländlichen Raum. Bei den Landfrauen fühle sie sich unter Gleichgesinnten, die die Liebe zur Heimat verbinde. Sie schöpfe Energie durch die Geselligkeit und Bodenständigkeit. Wenn die Natur- und Tierfreundin doch mal den Kopf freibekommen will, setzt sie sich entspannt auf den Rasentraktor, zieht ihre Runden und bekommt dabei noch gut was geschafft.
Bereits mit 16 Jahren trat sie in die Junge Union ein, mit Mitte 20 wurde sie in den Stadtrat gewählt. „Damals stand ich noch weiter hinten auf der Liste, aber mir wurde das Vertrauen geschenkt, und ich nahm das Mandat an“, erinnert sie sich. Mit etwa 30 Jahren wurde sie in den Verbandsgemeinderat gewählt, 2019 wuchs die politische Verantwortung weiter mit der Wahl zur Stadtbürgermeisterin und als Mitglied im Kreistag. Ihre Landtagskandidatur 2021 scheiterte. Ob sie einen erneuten Versuch wagen wird, kann sie momentan noch nicht abschätzen.

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