Kreis Kusel Spitzenreiter müht sich zum Derby-Auswärtssieg

WOLFSTEIN. Erholt von der Heimpleite vor Wochenfrist hat sich gestern Nachmittag A-Klasse-Tabellenführer TuS Jettenbach gezeigt: Das Team von Trainer Christoph Emrich entledigte sich der erwartet unangenehmen Auswärtsaufgabe bei der TSG Wolfstein-Roßbach mit einem 1:0-Sieg. Das Tor des Tages gelang TuS-Top-Goalgetter Michael Emrich.
Es schien nur eine Frage der Zeit – und doch dauerte es bis zur 65. Minute, ehe das goldene Tor fiel. Vorangegangen aber war wohl ein Handspiel des ehemaligen „Rowos“ und jetzigen Jettenbachers Nico Marc Kiefaber. TuS-Abwehrchef Daniel Rösler servierte von rechts knapp hinter der Mittellinie weit vors Tor. Dort zögerte TSG-Schlussmann Sven Metzger – heraus kam statt eines klärenden Fausthiebs gegen das Leder ein Patzer. Der Ball landete Emrich vor die Füße, der für gewöhnlich solche Einladungen gerne annimmt. „Wichtig für uns war, dass wir nach der schmerzlichen Niederlage gegen Schönenberg heute wieder einen Dreier gemacht und uns vorn behauptet haben“, zeigte sich Christoph Emrich zumindest mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mit dem Spiel seiner Mannschaft konnte Emrich nur bedingt glücklich sein – zu zäh lief oft die Angriffsmaschinerie. Hinten allerdings stand die Defensive unüberwindlich. „Ich habe eine halbe Torchance für Wolfstein gezählt“, meinte Emrich. Aus der halben hätte gut und gerne eine anderthalbe werden können. Kurz nach dem Rückstand waren die Wolfsteiner mal vielversprechend in der Vorwärtsbewegung. Ein Jettenbacher ging im Zweikampf zu Boden, Marcel Maurer steuerte das Jettenbacher Gehäuse an. Es wäre zu einer Zwei-zu-eins-Situation gekommen, Yannick Metzger war mit nach vorne geprescht. Maurer aber drosch das Leder ins Aus. „So was gibt mal einen Fairness-Preis. Ist ja auch gut und okay. Was mich aber ärgert: Kurz danach spurtet der schon wieder über den Platz“, wunderte sich Michael Rosenberger. Was den „Rowo“-Coach erzürnt hatte, war die schnelle Wiederbelebung von Jan Luca Horbach. „Ob es ein Tor für uns gegeben hätte, steht auf einem anderen Blatt“, wollte Rosenberger die Szene aber nun nicht als spielentscheidend werten. Mit dem, was Schiedsrichter Matthias Funck so alles gepfiffen hatte, war Rosenberger aber nicht gerade glücklich – wie auch über den Fehler von Keeper Metzger und den frühen Ausfall von Stürmer Marcel Will. Wieder einer weniger im ohnehin engen Kader. „Die Jettenbacher haben aber verdient gewonnen“, stellte der TSG-Trainer klar – und war sich in dieser Einschätzung mit seinem Kontrahenten Emrich einig. Zu wenig brachten die Wolfsteiner nach vorne zuwege. In Halbzeit zwei waren die Gastgeber praktisch überhaupt nicht mehr vor Tim Simons Gehäuse zu sichten. Die Jettenbacher mühten sich um Linie, so einiges jedoch blieb Stückwerk. Fünf, sechs gute Chancen aber erspielte sich der Tabellenführer. Zweimal donnerten Kiefaber (23.) und Fabian Wolff den Ball aus aussichtsreicher Position in die Lauter statt ins Netz. Der wirkungsvolle absichernde, kämpferisch voll überzeugende Wolff hätte auch den besten Jettenbacher Angriff krönen müssen, kam jedoch nach Vorarbeit von Sascha Herz ins Stolpern (62.). Kurz danach fiel der Führungstreffer. Die Gäste aber versäumten es, nachzulegen. „Wir hätten es klar machen und dann sicher heimschaukeln müssen“, bestätigte Emrich. Dank des Weilerbacher Stolperers – nur ein 1:1-Remis gegen Hundheim-Offenbach – ist der TuS zumindest dem Relegationsplatz ein großes Stück näher gerückt.