Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel So funktioniert die Kläranlage

Die Schnecken transportieren das Wasser aus dem Kanal in die Siebanlage und bei Regen in die Überlaufbecken.
Die Schnecken transportieren das Wasser aus dem Kanal in die Siebanlage und bei Regen in die Überlaufbecken.

Am Eingang zum Gelände der Kläranlage Lauterecken ist linker Hand direkt eine große Schneckenanlage zu sehen: Das Wasser, das aus großen Kanälen kommt, wird hochtransportiert zur Siebanlage. Die ist vor drei Jahren erneuert worden, sodass heute auch kleinere Stoffe herausgefiltert werden können als vorher. „Was hier ankommt, das ist das, was Probleme bereitet“, erklärt Fred Wolf, Leiter der Verbandsgemeindewerke und des Zweckverbands Abwasserbeseitigung Unteres Glantal. Er zeigt auf den zugesetzten Rost: Feuchtpapier. „Das Zeug löst sich nicht auf, die Fasern verzopfen und werden immer größer und länger. Von normalem Toilettenpapier bleibt nach 100 Metern nichts mehr.“

Etwa fünf Meter tief ist das nächste Becken: Oben mit einer Mauer getrennt, unten verbunden, rechts der Sandfang, links der Fettabscheider. Die Namen sprechen weitgehend für sich. Immer mal wieder fährt ein Räumer übers Becken, saugt oben Fett und unten Sand ab.

In Faulturm gepumpt

Weiter geklärt wird das Wasser zuerst im Denitrifikationsbecken (unter Ausschluss von Sauerstoff) und später im Nitrifikationsbecken (mit Sauerstoff). Unterschiedliche Mikroorganismen tun in diesen Becken ihre Arbeit. Propeller halten das Wasser im ersten Becken in Bewegung, das braun wabert. Der Schlamm wird in den Faulturm gepumpt, „wo ihn wieder andere Helfer verarbeiten“, erklärt Wolf. Bei etwa 37 Grad entsteht dort auch Methangas, das in zwei Blockheizkraftwerken verbrannt wird: So wird genug Wärme für Gebäude und Faulturm produziert, Strom muss jedoch noch zugekauft werden.

Die Technik des runden Nitrifikationsbeckens liegt in gut vier Metern Tiefe: Über Belüftungsplatten wird Sauerstoff eingepumpt, dann beginnt das Becken zu schäumen. Die Enten, die oft auf der Wasseroberfläche säßen, störe das nicht, berichtet Wolf. Was hier rausläuft, ist sauber, aber noch braun. Das wird in der Nachklärung geändert, einem oben runden Becken, das sich zu einem tiefen Trichter verjüngt. „Da setzt sich alles ab, das klare Wasser kommt an den Seiten raus“, zeigt der Werkeleiter. Von hier aus geht es in den Glan, das natürliche Gewässer übernimmt die Endreinigung.

Was in der Kläranlage übrig bleibt, ist der Klärschlamm, der etwa 40 Tage lang im Faulturm reift. In verglasten Hallen auf dem hinteren Teil des Geländes wird das fast geruchlose, dunkelbraune Material haufenweise getrocknet. „Zum Glück können wir es noch landwirtschaftlich verwerten“, sagt Wolf. Das Material von Landwirten ausbringen zu lassen, das immerhin „eine gewisse Düngekraft“ habe, koste etwa die Hälfte im Vergleich zur Verbrennung. Doch um für alle Fälle gewappnet zu sein, ist der Zweckverband Mitglied einer Gesellschaft geworden, die bei der Kläranlage in Mainz eine Verbrennungsanlage gebaut hat.

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