Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Raiffeisengelände: Konkretes Kaufangebot der Stadt liegt vor

Die Villa mit dem Silo-Turm im Hintergrund.
Die Villa mit dem Silo-Turm im Hintergrund.

Am 7. Juli steht die letzte Sitzung des Verbandsgemeinderates Kusel-Altenglan vor der Sommerpause an. Wichtigster Gast wird der Kuseler Stadtbürgermeister Jochen Hartloff sein. Mit im Gepäck hoffentlich: der unterschriebene Kaufvertrag für das Raiffeisen-Gelände.

Es steht eine Entscheidung von Tragweite an, die das Stadtbild von Kusel deutlich verändern soll. Kommt der Feuerwehrneubau der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan auf das Molkerei-Gelände in der Lehnstraße – wie schon lange vorgesehen? Oder kauft die Stadt Kusel das seit Ende 2019 verwaiste Raiffeisen-Gelände, um es nach einem Geländetausch der Feuerwehr zur Verfügung stellen zu können?

Letzteres ist der Plan von Stadtbürgermeister Jochen Hartloff (SPD). Verbandsbürgermeister Stefan Spitzer (CDU) fand die Idee nie schlecht, meldete aber Bedenken wegen der damit verbundenen zeitlichen Verzögerung an. Schließlich ist der bisherige Feuerwehrstandort am Hofacker schon seit Jahren nicht mehr zeitgemäß. Die Unfallkasse macht dort Druck. Und die Politiker stehen bei der Feuerwehr im Wort, endlich Abhilfe zu schaffen.

Mail- und Telefonkontakt

Hartloff und Spitzer haben das Raiffeisen-Gelände besichtigt und begrüßen seitdem die Entwicklung. „Ich bin mittlerweile optimistisch, dass wir das hinbekommen bis zur Sitzung im Juli“, sagt der Chef der Verbandsgemeinde. „Ich stehe ständig in Mail- und Telefonkontakt mit der Raiffeisen-Zentrale in Köln“, berichtet Hartloff.

Verhandlungsstand ist, dass die Stadt den Raiffeisen-Managern einen konkreten Verkaufspreis genannt hat. Dazu war Hartloff erst in der Lage, nachdem die Abrisskosten kalkuliert sind. Sie werden auf rund 200.000 Euro geschätzt. Klar ist für ihn auch, dass die bisherigen Besitzer mögliche Altlasten auf dem Grundstück beseitigen müssen. „Dazu liegt auch ein Gutachter vor, das ich allerdings nicht kenne. Es gibt jetzt zwei Varianten: Raiffeisen übernimmt die Entsorgung möglicher Altlasten, oder die Kosten werden mit dem Kaufpreis verrechnet“, erklärt Hartloff.

Villa soll erhalten bleiben

Der Stadtbürgermeister hat in Gesprächen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier erreicht, dass das 6800 Quadratmeter große Gelände in das bestehende Sanierungsgebiet einbezogen werden kann. Das ist wichtig, damit Zuschüsse aus Städtebaumitteln fließen. Der markante Silo soll auf jeden Fall abgerissen werden. Erhalten bleibt die Villa, in der einst die Raiffeisenkasse untergebracht war. „Das sind nach einer Sanierung sicherlich schöne Wohnungen. Aber auch eine Praxis kann ich mir in dem Gebäude sehr gut vorstellen“, denkt Hartloff laut nach.

Die letzten Wasserstandsmeldungen aus Köln lösen beim Stadtbürgermeister Zuversicht aus: „Das muss natürlich vom Raiffeisen-Vorstand abgesegnet werden. Der hatte zuletzt wohl viele Immobilienangelegenheiten im Osten zu klären. Deshalb hat sich die Abwicklung etwas verzögert.“

Neubau für sieben Millionen Euro

Für den Neubau der Feuerwache geht die Verbandsgemeinde von Kosten über rund sieben Millionen Euro aus. Der Planungsauftrag ist bereits erteilt. Die Ingenieure planen noch zweigleisig für beide Grundstücke, brauchen aber möglichst bald Planungssicherheit. Der Vorteil des Raiffeisen-Geländes ist die bessere Verkehrsanbindung. Außerdem kann sich Hartloff für das Grundstück in der Lehnstraße, das dann an die Stadt ginge, eher eine Wohnbebauung vorstellen. Und die Stadt müsste sich keine Gedanken machen, wie das Raiffeisen-Gelände umgenutzt wird.

Beeindruckt hat Hartloff die Vogelperspektive über Kusel bei der Besichtigung des Silos. Ein Anlass, die Betonkonstruktion deshalb stehen zu lassen, sei dies aber nicht. Zumal Hartloff froh war, den Silo schnell wieder verlassen zu haben: „So viele Ratten habe ich selten gesehen. Für die sind die noch vorhandenen Getreidereste ein Paradies.“

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