Ulmet RHEINPFALZ Plus Artikel Photovoltaik in der Landwirtschaft: Den Blick zur Sonne gerichtet

Mit sogenannten Agrivoltaik-Anlagen (unser Bild zeigt eine Anlage in den Niederlanden) können Landwirte ihre Flächen für die Erz
Mit sogenannten Agrivoltaik-Anlagen (unser Bild zeigt eine Anlage in den Niederlanden) können Landwirte ihre Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und für die Produktion von Solarstrom nutzen.

Viele Privatpersonen nutzen mittlerweile Sonnenenergie, um den eigenen Strombedarf zu decken und Geld zu sparen. Christian Synwoldt von der Energieagentur Rheinland-Pfalz betont: Photovoltaik ist auch eine Option für die Landwirtschaft.

Der Solarboom geht auch an der Landwirtschaft nicht vorbei. Dies hat sich bei der Jahreshauptversammlung des Maschinen- und Betriebshilferinges Westpfalz gezeigt. Christian Synwoldt von der Energieagentur Rheinland-Pfalz informierte die mehr als 100 teilnehmenden Landwirte am Freitag in Ulmet darüber, wie Solarenergieerzeugung auf und an landwirtschaftlichen Gebäuden umgesetzt werden kann und welche Rahmenbedingungen hierfür zu erfüllen sind.

Mit dem Einsatz von Photovoltaik-Anlagen könnten sich Landwirtschaftsbetriebe unabhängiger vom Strommarkt machen, wo mit steigenden Preisen zu rechnen sei, erläuterte der Fachmann für erneuerbare Energien. Seit kurzem könnten auch zwei Anlagen parallel betrieben werden. Der Eigenverbrauch, sprich die Nutzung des mit PV-Anlagen auf Gebäuden erzeugten Solarstroms für die Deckung des eigenen Strombedarfs, erhöhe die Wirtschaftlichkeit.

Stromverbrauch entscheidet

Die Fördersätze seien für die komplette Einspeisung des Solarstroms höher als für die sogenannte Überschusseinspeisung, bei der ausschließlich der nicht im Betrieb verbrauchte Strom an den Netzbetreiber geliefert wird, illustrierte Synwoldt. Für die Wahl des jeweiligen Modells sei die Höhe des Stromverbrauchs des Betriebs entscheidend. Zu viel produzierter Strom (Überschussstrom) könne für den Betrieb von Wärmepumpen oder Kühlanlagen eingesetzt werden. Mit einem Batteriespeicher könne nicht nur der Eigenverbrauch optimiert werden, bei Stromausfall könne das System auch zur Notversorgung genutzt werden.

Nur am Rande streifte der Referent die Möglichkeiten des sogenannten Agri-PV. Dabei könnten landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und für die Produktion von Solarstrom genutzt werden. Mit Solaranlagen neben oder über Kulturpflanzen sowie auf Obstplantagen können Agrarflächen mehrfach genutzt werden. Die Solarmodule werden auf Metallständern so hoch angebracht, dass darunter noch landwirtschaftliche Geräte eingesetzt werden können. Diese Technologie könne auch die Konkurrenz zwischen Freiflächenanlagen und Ackernutzung entschärfen.

Blühstreifen schaffen

Der Maschinenring zählt nach Angaben des Vorsitzenden Joachim Kreischer (Buborn) derzeit 228 Mitglieder. In 14 Fällen organisierte der Zusammenschluss Betriebshilfe. Den Umsatz, den der Maschinenring 2022 durch die Vermittlung von überbetrieblicher Nutzung von Landmaschinen und Spezialgeräten sowie von Betriebs- und Haushaltshilfen für die Mitgliedsbetriebe erzielt, bezifferte Kreischer auf rund 650.000 Euro.

Der Vorsitzende berichtete über eine Aktion der Wetterplattform sencrop zur Einrichtung von Wetterstationen. Je dichter das Netz der Stationen sei, umso exakter fielen die Wetterdaten aus. Der Maschinenring wird sich den Angaben zufolge auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Landkreis an der Blühstreifen-Aktion entlang von Rad-, Wander- und Wirtschaftswegen beteiligen. Diese Umweltaktion soll zu Biodiversität und Insektenschutz beitragen.

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