Kreis Kusel „Musik muss von innen kommen“

Als Chorleiter, Kantor und Organist ist Harald Frego aus Schönenberg-Kübelberg vielen Konzert- und Kirchenbesuchern wohl bekannt. Seinem Hauptberuf geht er jedoch nicht auf öffentlichen Bühnen nach. Der 53-Jährige betreibt seit mehr als 20 Jahren eine eigene Musikschule.
Etwa 30 bis 40 Schüler von sechs bis 70 Jahren unterrichtet Frego derzeit in der heimischen Ein-Mann-Musikschule mit Blick auf einen gepflegten Garten. Vom Flügel bis zur Hammond-Orgel befinden sich unterschiedlichste Tasteninstrumente, Schlagzeuge und Gitarren in den modernen Musikräumen. Darüber hinaus fällt jede Menge computergestützte Technik auf. Der freischaffende Künstler – Frego ist auch Komponist christlicher Musik – unterrichtet nicht nur das Spielen von Instrumenten, sondern auch die dazugehörige Theorie wie Harmonielehre und Kompositionstechnik. „Ich versuche, den Schülern das Handwerkszeug mitzugeben. Trainieren müssen sie zu Hause“, erklärt er augenzwinkernd. Der 53-Jährige erhielt vom Kultusministerium ein Zertifikat, wonach er die gleichen Leistungen erbringt wie öffentlich-rechtliche Musikschulen. Zur Diskussion um die unter privaten Musikschulen umstrittene Förderung der Kreismusikschule meint Frego, dass die Förderung nicht von der Art des Instituts abhängig gemacht werden sollte, sondern von den Schülern. Insofern beurteilt er einen möglichen Obolus für Schüler als wünschenswerte Option. Überhaupt legt er viel Wert darauf, einen guten Draht zu seinen Eleven zu haben. Die menschliche Basis sei ihm wichtig, weil er seine Schüler eben nicht nur als solche sieht. Grundsätzlich erteilt er Einzelunterricht, es gibt Familienrabatte. Frego stellt wenig Fluktuation fest. „Der Laden brummt“, verrät der Unternehmer. Seine Schüler scheuten auch weitere Entfernungen nicht. Daneben bietet der Musiklehrer Intensivkurse etwa zur Vorbereitung auf Hochschulprüfungen an. Musikgeschichte und Gehörbildung kann man bei ihm also ebenso lernen. Seit 1993 befindet sich die Musikschule von Harald Frego in Schönenberg-Kübelberg. 1991 hat sich der „Multiinstrumentalist“ aus Homburg-Erbach, wie er sich tituliert, selbstständig gemacht. Bevor er in den Landkreis Kusel umsiedelte, unterrichtete er in Homburg. Frego sammelte in seiner Berufslaufbahn vielfältige musikalische Erfahrungen: So etwa als musikalischer Direktor am amerikanischen Theater in Kaiserslautern, wo er in den 80er Jahren tätig war. Der Organist und Kantor, der seine Ausbildung am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut in Speyer erhielt, spielte auch schon in einer Sinti-Band und dirigierte lange Jahre eine Big Band. Das Dirigieren begann er bereits mit 17 Jahren, als Kind war Akkordeon sein Instrument. Bevor Frego 2006 als Kantor zur Evangelischen Christusgemeinde nach Schönenberg-Kübelberg kam, war er in den katholischen Pfarreien Frankenholz, Waldmohr und Bexbach tätig. „Die Verkündigung des Evangeliums ist mir wichtig“, betont der Katholik, der bei der Christusgemeinde den Erwachsenen-, einen Kinder- und einen Teen-Chor leitet. Nachwuchs- und Jugendarbeit bezeichnet er als einen seiner Schwerpunkte. Einem breiten Publikum wurde Frego als musikalischer Leiter des Gospelchores Spirit’n’Voices aus Hütschenhausen bekannt. Seit 1997, schon kurz nach der Gründung, gibt er bei den Sängern mit den blauen Gewändern den Ton an. „Musik muss Inhalt haben und Energie. Und sie soll von innen kommen“, lautet Fregos Überzeugung. Dann mache es Spaß. Dabei sei es gleichgültig, ob es sich um eine Sinfonie, Gospel, Rap oder House handele. Bei seinen jugendlichen Schülern stünden nicht selten Hip-Hop oder andere Grooves auf dem Programm. Berührungsprobleme hat der ausgebildete Kantor damit überhaupt nicht. „Den jungen Leuten macht das Spaß“, freut er sich. Doch das ist nicht alles: „Ich lerne auch dabei“, weiß der Musikpädagoge. Und dieser Prozess sei bei ihm noch lange nicht abgeschlossen.