Kreis Kusel „Mit viel Schmalz und Hurra“

Mit „Fiedel und Flinte“ reisten Thelonius und Severin, im Alltag Jürgen Thelen und Andreas Krall, nach Schönenberg-Kübelberg. Als Spielmann Thelonius und Zauberer Severin begeisterten beide die etwa 30 Gäste im Kulturhaus mit in Liedform gebundenen Geschichten über bekannte Räuber. Aber nicht nur ihr musikalisches Talent begeisterte am Freitagabend. Mit etlichen Taschenspielertricks sorgten sie für schallendes Gelächter.
Aus dem Hunsrück stammt Spielmacher „Thelonius Dilldapp“ und die Geschichten des Schinderhannes, Johannes Bückler, gehören wie selbstverständlich zum Repertoire des mittelalterlichen Geschichtenerzählers, beziehungsweise des Räuber-Duos. Unter Androhung von Waffengewalt wird gleich das erste Lied erzwungen und in das etwa zweistündige Spiel eingeführt. Mit viel Witz und Selbstironie, einer bis ins Detail gestalteten Kulisse, exquisiten Kostümen und viel Talent, singen und spielen Thelonius und sein gutmütiger Zauberer-Gehilfe Severin eine Art historische Collage der Räuberzeit. Die Beschäftigung mit der Geschichte ist beiden wichtig. Sie schöpfen aus dem Vollen, was das spielbare Material angeht. Von Schillers Räubern bis zur Verfilmung der Schinderhannes-Geschichte in den 50er Jahren sei viel Material dazu angefallen, erklärt Andreas Krall in der Pause. Manche Lieder, aber auch Instrumente, stammen aus der Zeit des Mittelalters und der des „Schinderhannes“, um das 18. Jahrhundert. Die „Schlüsselfidel“, die „Drehleiher“ oder der „Brummtopf“ sind solche Relikte, und die talentierten Musiker spielen „mit viel Schmalz, die Ballade und mit viel Hurra das Freudenlied“, wie Zauberer Severin erklärt. Lieder, vom Duo schön inszeniert und illustriert, die das Leben des Räubers Johannes Bückler erzählen: „Es lebte einst im Lande ein junger Tunichtgut, der Hauptmann einer Bande, der reinsten Teufelsbrut“. Es sind Lieder, die das Räuber-Dasein romantisch verklären und das Verklärte zugleich ironisierend entlarven. Aber es gibt auch schwermütige Balladen um Liebe und Abschied. Thelonius und Severin malen ein farbenfrohes Bild dieser „Räuberkultur“. Immer wieder werden die Zuschauer in die Vorführung eingebunden. Auch Stefan Bauer, der auf das Duo aufmerksam wurde, entgeht nur knapp einer Kuss-Pflicht gegenüber Trickspieler Severin. Doch im familiären Rahmen wirkt keine Aktion mit Zuschauerbeteiligung peinlich. Im Gegenteil wird der rätselhaft bleibende Trick vom Publikum mit Lachen aufgenommen. Von der Vorführung eines Zaubermittels gegen Metalle – äußerst günstig soll man durch die Guillotine „gestorben werden“, über den Kartentrick, bis zum Hütchenzauber – die Vorführung ließ bei den Zuschauern Sympathie für die Ganoven aufkommen. Gegen Ende der Vorführung stimmten die Gäste schließlich in die Lieder mit ein, verlangten Zugaben und bekamen sie schließlich. Mit „einem harten Schluss, weil ich aus Kübelberg muss“, versuchten die beiden Räuber schließlich ihr „Glück“ und hinterließen ein gut unterhaltenes und zufriedenes Publikum im Kulturhaus .