NANZDIETSCHWEILER RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Spitzenspiel geht gar nicht

Mann mit gestalterischen Qualitäten: SVN-Kapitän Ronnie Straßer.
Mann mit gestalterischen Qualitäten: SVN-Kapitän Ronnie Straßer.

Spiel der Woche: Kein Liga-Kenner japst vor Staunen, weil Aufsteiger Olympia Ramstein mit ganz oben steht. Den SV Nanz-Dietschweiler hatten sicherlich weniger Beobachter auf der Rechnung. Im Bezirksliga-Topduell wird heute (17 Uhr) zumindest ein Team erste Punkte lassen.

Eigentlich ist Ronnie Straßer fürs Toreschießen gar nicht zuständig. Kann aber mal gerade keiner den Job machen, beißt eben der 25-Jährige in den Apfel. „Tja, lief ganz gut“, bekundete Straßer lapidar nach seiner Derby-Gala. Zwei Assists dank seiner Zirkelkünste bei ruhenden Bällen, drei Volltreffer in der Endphase, als Straßers Zahnfleisch von der Kunstgras-Narbe noch weit, weit entfernt schien.

Um nun die Kirche im Dorf zu lassen: Als der SV Nanz-Dietschweiler am Mittwochabend im Lokalduell gegen den TuS Bedesbach-Patersbach schwächelte, die Bepas Oberwasser spürten, war es auch Straßer nicht so recht gelungen, umgehend wieder Ordnung ins zuvor noch so flüssige Spiel seines Teams zu bringen. Da musste mit Wiederanpfiff der mit weit weniger Puste ausgestattete Edu Deschtschenja helfen. Der im Übrigen eher der Typ fürs Toreschießen ist.

Weil Paul Kopp nach einem Seuchenjahr noch immer nicht im Tritt ist, trägt Straßer die Kapitänsbinde. Nicht nur deshalb aber hat der 25-Jährige seine Führungsrolle noch mal ausbauen können (oder müssen). Ohnehin ist der Mittelfeldmann keiner, der Verantwortung scheut. Das zeigen schon seine Laufwege abseits des Felds: Mit 23 war er de facto Studienleiter einer Schule für Logo- und Ergotherapie. Mit dem neuen Jahr übernimmt er die kaufmännische Leitung eines Unternehmens in Saarbrücken.

Zeit fürs Kicken soll auch dann noch sein. Und spiele will Straßer mit seinem Team dann möglichst in Umgebung all derer, die sich um einen möglichen Abstieg gar nicht mehr sorgen müssen. Ein Platz in der Aufstiegsrunde ist und bleibt erklärtes Ziel beim SV Nanz-Dietschweiler. „Sieht ja bis jetzt ganz gut aus“, hütet sich Wolfgang Lang tunlichst, den Tag schon vor dem Abend zu loben. Trotzdem räumt der SVN-Coach durchaus gerne ein, dass er zurzeit nicht nur ein bisschen stolz auf seine Mannschaft ist. „Das haben die klasse gemacht.“ Die Bedesbacher hätten sicherlich nicht ihren besten Tag gehabt. Aber die Art und Weise, wie der Tabellenführer zunächst mal dem Gegner bis wenige Meter in die eigene Hälfte kaum einen Stich gestattet, bei Balleroberung früh die Initiative ergriffen, flott über die Flügel nach vorn agiert hat – wobei es bevorzugt über rechts ging – und wie sie Gegners Defensive beschäftigt hat, das war schon genau nach Langs Vorstellungen.

Zwei schnelle Tore haben das Ihre beigetragen „Das war einstudiert“, verriet Straßer – wobei er offen lässt, ob er seine Ecken auch gegen Ramstein derart nah vor Gegners Kasten serviert. „Das wird ein anderes Spiel“, schaute der Mann mit der Nummer 21 nach vorn. Um die Stärken der Gäste wisse man selbstredend Bescheid – Wolfgang Lang hat seinen Matchplan längst im Kopf. „Schau’n wir mal“, ließ sich der Coach wie stets wenig entlocken. Klar ist, dass er zurzeit wenig klagen kann über die noch immer zahlreichen Ausfälle. Die Namen vermisst der Beobachter, im Spiel schlägt sich das nicht nieder. Wobei sich die Frage stellt: Wie wird das, wenn Stamm-Kapitän Paul Kopp, Stürmer Yannick Mahl, David Balsitis und Andreas Urschel mal wieder zurück und voll belastbar sind.

Schwächen in der Defensive

Mahl kann vielleicht schon im Spitzenspiel für zusätzlichen Offensivschwung sorgen. Dass sich der SVN nicht einigeln wird, sondern auch gegen den Mittabellenführer sein Heil im Spiel nach vorn suchen wird, hat Straßer verraten: „Wenn die Ramsteiner eine Schwäche haben, dann in der Defensive“.

Dem drohenden Angriffsschwungs des Überraschungs-Spitzenreiters – der jetzt bei starken bei vier Toren im Schnitt steht – sieht Jonas Jung allerdings gelassen entgegen. „Wir kennen die natürlich. Da wird uns nichts überraschen“, sagt Jung. Ohnehin sei die Olympia nun weniger darauf bedacht, sich der gegnerischen Marschroute anzupassen. Jung will da eher sein Ding durchziehen, so wie er es seit Juni vergangenen Jahres macht.

Wie gut die Ramsteiner damit fahren, ist bekannt. Der souveräne Meister spielt auch eine Liga höher eine hervorragende Rolle. Beeindruckend fand Jung die Darbietung seiner Truppe in Rockenhausen. „In den ersten beiden Spielen war’s nicht ganz so überzeugend.“ In den jüngsten beiden Partien aber hat der Aufsteiger dann gezeigt, welch Potenzial in der Truppe steckt. Durchmarsch? Davon will Jung nichts hören. Aber dass die Olympia am Samstagabend alleine an der Spitze stehen will, das verhehlt der Spielertrainer nicht.

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