Kreis Kusel
Kusel: Förster warnen wegen Sturmschäden vor Waldbesuch
„Sabine“ und weitere Tiefs in ihrem Gefolge haben die heimischen Wälder ordentlich durchgerüttelt, weiß Kleinhempel. Und es schlummerten noch weitere Gefahren: „Im Wald herrschen derzeit erhöhte Gefahren durch schrägstehende, teils entwurzelte Bäume und durch abgebrochene Äste“, schildert sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Auch durch die Schneefälle am vergangenen Donnerstag können Bäume in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dann droht Schneebruch.
Nach ersten Erhebungen des Forstamtes Kusel halten sich die aktuellen Schäden durch „Sabine“ und die Folgestürme im Rahmen. „Wir sind diesmal mit einem blauen Auge davongekommen“, so Kleinhempel. Sie rechnet mit rund 1000 Kubikmetern Schadholz im gesamten Forstamt. Dies entspricht rund 1200 Bäumen.
Arbeiten dauern Wochen
Durch Böen von mehr als 100 Kilometer pro Stunde sind vor allem einzelne Bäume zu Fall gekommen. „Wir arbeiten zunächst daran, die Wege wieder frei und sicher begehbar zu machen“, erläutert die Forstfrau die Vorgehensweise. Das könne allerdings noch einige Wochen dauern.
Gefahren beim Waldbesuch bestehen vor allem durch angeschobene Bäume. Sie fallen leicht um, da ihre Wurzeln kaum noch Verankerung im Boden finden. Auch abgebrochene Äste in Baumkronen könnten herunterbrechen und zur sogar tödlichen Falle für Menschen werden. „Erholungssuchende sollten ihren Winterspaziergang derzeit lieber in die offene Landschaft verlegen“, empfiehlt Kleinhempel.
Forstleute besorgt
Häufigere Extremwetterereignisse und steigende Durchschnittstemperaturen – die Forstleute spüren deutliche Anzeichen des Klimawandels im Wald und sorgen sich. Nach dem Hitze- und Dürrestress der vergangenen beiden Jahre seien zahlreiche Bäume so geschwächt, dass sie sich gegen Schädlinge kaum wehren könnten. Allein der Borkenkäfer habe seit Anfang 2018 bereits 4,6 Millionen Bäume in den Wäldern von Rheinland-Pfalz absterben lassen, gibt Kleinhempel ein Beispiel.
Zwar ist die Lieblingsbaumart des Borkenkäfers, die Fichte, im Bereich des Forstamtes Kusel kaum noch vorhanden. Unabhängig davon arbeiteten die Forstleute intensiv daran, die Wälder auf den Klimawandel vorzubereiten. Gemischte Wälder seien den vielfältigen Herausforderungen und Risiken der Zukunft am besten gewachsen, lautet Kleinhempels Erfahrung. Fallen einzelne Baumarten aufgrund von Extremereignissen, Schadinsekten oder Pilzen aus, können andere Arten diese Lücke füllen.