Kusel
Kriminalstatistik: Warum die Polizei von der Nähe zum Bürger profitiert
2333 Straftaten zählt die Polizei für 2021. In 1788 Fällen ermittelten die Beamten einen Täter. Das ist eine Quote von 76,5 Prozent und ein Rekordergebnis. Wobei Inspektionsleiter Christoph Maurer kein Geheimnis daraus macht, dass Corona die Fallzahlen deutlich nach unten gedrückt hat. 2019 wurden noch 3309 Straftaten gezählt. „Es gab keine Volksfeste, und die Leute waren mehr zu Hause, was weniger Einbrüche nach sich zog“, zählt der Polizeichef die zwei wichtigsten Argumente auf.
Die Polizei profitiert im Landkreis aber auch von der Nähe zur Bevölkerung. „Wir bekommen oft Hinweise von aufmerksamen Bürgern, die viel zu der hohen Aufklärungsquote beitragen“, berichtet Maurer. Ein Beispiel: Eine Diebstahlserie aus unverschlossenen Autos. Nach einem Hinweis und einer Videoauswertung war bald klar, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Radfahrer handeln musste. Der Mann war schnell gestellt. „So viele Radfahrer, die in der Nacht um zwei Uhr durch das Gewerbegebiet fahren, gibt es auch nicht“, stellt Maurer fest.
Deutlich weniger Einbrüche
Für das Sicherheitsgefühl bedeutungsvoll ist der erneute Rückgang der Wohnungseinbrüche auf ein statistisches Tief von 20 Fällen. 2020 war es noch 33. Von neun Einbrüchen in Wohnungen am Tag wurden sieben aufgeklärt.
Steigende Zahlen gibt es im Bereich Waren- und Warenkreditbetrug (von 179 auf 212). „Das Online-Shopping wird immer beliebter. Das nutzen auch Mitmenschen mit keinen guten Absichten“, weiß Maurer. Auch würden immer mehr Mahnschreiben über angebliche Käufe verschickt. Die Gestaltung von betrügerischen Internetseiten sei immer professioneller – „in Teilen wird optisch der Auftritt der Online-Bank oder des Autohauses suggeriert“.
Finanzielle Notlagen vortäuschen
Ältere Menschen seien leider oft anfällig für Anrufer, die von einer angeblichen finanziellen Notlagen von Kindern oder Enkeln berichten würden. Auch über Kurznachrichten oder die sozialen Netzwerke würden die oft aus dem Ausland agierenden Tätergruppen Kontakt aufnehmen.
Verbreitung, Erwerb und Besitz pornografischer Schriften kam in 64 Fällen zur Anzeige, das ist fast eine Verdoppelung der Fallzahlen. Ursächlich sei die steigende Nutzung von Smartphones und Messenger-Diensten auch durch Kinder und Jugendliche.
Gewalt in eigenen vier Wänden leicht rückäufig
Trotz einem weiteren Corona-Jahr ist die Gewalt in engen sozialen Beziehungen um fünf Fälle auf 113 Taten zurückgegangen. Alkohol spiele dabei oft eine bedeutsame Rolle. Die Polizei arbeite eng den Frauenhäusern zusammen und verfolge die Grundrichtung: „Wer schlägt, der geht.“
Die Polizeiinspektion Kusel, zu der auch die Wache in Schönenberg-Kübelberg zählt, ist zuständig für die Verbandsgemeinden Kusel-Altenglan und Oberes Glantal und damit für 52.000 Einwohner.