Kreis Kusel Klezmermusik in all ihren Facetten

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Leicht, behände und mit spürbarer Spielfreude brachte das Trio „Duveizi“ am Freitagabend in Schönenberg-Kübelberg das osteuropäische jüdische Erbe, die Klezmermusik, zum Klingen. Horst Durst (Klarinette), Günther Veit (Violine und Gitarre) und Dieter Zimmer (Akkordeon und Cajón) spielten die gesamte Bandbreite der jüdischen Volksmusik, die einem Großteil der 50 Zuhörer im Kulturhaus ein befreiendes Seufzen entlockte.

Der Begriff Klezmer kommt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie „Instrument des Liedes“. Die Klezmermusik ist durch ihre charakteristischen, an die menschliche Stimme erinnernden Melodielinien leicht erkennbar. Dies geschieht in bewusster Nachahmung des Chasan, dem Vorbeter in einer Synagoge. Schwungvoll und lebendig startete das Trio mit „Ani ole Lirushalayim“, der musikalischen Einladung zu einer Reise nach Jerusalem. Harmonisch und farbenreich war das Zusammenspiel der Musiker bei „The blessing nigun“, einem wunderschönen Stück für die Seele. Gerade noch Gänsehautfeeling – dann „frejleche“ Hochzeitsstimmung, und wieder tiefe Traurigkeit mit nachdenklicher Stille. Durchdrungen nur durch das leise „Donna, Donna“, gesungen von Günther Veit, der das aus dem Warschauer Ghetto stammende Lied mit der Gitarre begleitete. Die Gesichtsausdrücke im Publikum passten sich der Stimmung jeweils an, sprachen auch beim „Tumbalalajke“ Bände. Sie änderten sich allerdings dann wieder schlagartig, sobald es bei anderen Titeln galt, im Takt mitzuklatschen, mit den Füßen zu steppen und mit den Körpern leicht zu schunkeln – etwa bei der Melodie „Wenn ich einmal reich wär“ aus dem Musical Anatevka. Neben traditionellen Klängen gab es auch Titel aus dem Amerika der 1920er und 1930er Jahre zu hören. Damals vermischte sich die ursprünglich aus Polen, Galizien und Russland stammende Musik mit modernen Swing- und Jazzelementen. Und so verwunderte es nicht, dass sich viele Besucher bei „Bay mir bistu scheyn“ in einem Tanzhaus der Goldenen Zwanziger wähnten. Nur schwer lässt es sich mit Worten beschreiben, was Horst Durst alles mit seiner Klarinette anstellte: Er ließ sie lachen, er ließ sie weinen, er ließ sie trillern und schluchzen. Der Musiklehrer aus Herschweiler-Pettersheim war an diesem Abend zweifelsfrei der „König der Klezmer“. Um es mit den Worten des legendären Klezmer-Musikanten Giora Feidman zu sagen: Durst spielte nicht die Klarinette, er benutzte sie. Aber nicht nur die Musik, auch die vielen jüdischen Witze, erzählt von Ulrich Königstein, begeisterten die Besucher. Königstein, der das Publikum durch den Abend führte, verstand es nicht nur, jenen hintergründigen Humor mit seinem unverwechselbaren Zungenschlag wiederzugeben, er vermittelte in einer sehr lebendigen Sprache auch ein kleines Stück jüdischer Kultur. Nicht zuletzt deshalb konnte sich das Publikum am Ende des Konzerts auf die Frage, ob es als Zugabe einen Witz oder ein weiteres Musikstück hören wollte, nicht recht entscheiden – und forderte schlichtweg beides. Und diesen Gefallen taten ihm die Protagonisten: Während Durst in seinen Noten stöberte, gab Königstein eine weitere „jiddische“ Weisheit zum Besten. Mit den Worten „unn noch än mol“ rief der Meister der Klarinette zum Mitmachen auf, atmete tief durch, dann erklang das „Hava Nagila“ – „lasst uns glücklich sein“ –, das begleitet von rhythmischem Klatschen in einen tosenden Applaus mündete. Doch die Zuhörer wollten mehr, und so ließ Durst ein letztes Mal die Klarinette mit dem „Gebet“ erklingen, dessen leise, klare Töne durch die geöffnete Tür des Kultursaals weit in die milde Frühlingsnacht schallten. (res)

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