Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Kathrin Habermann ist neue Wirtschaftsfördererin

Will eine Aufwärtsspirale für ihre Heimat: die neue Wirtschaftsfördererin Kathrin Habermann.
Will eine Aufwärtsspirale für ihre Heimat: die neue Wirtschaftsfördererin Kathrin Habermann.

Sie ist jung und kommt von hier: Kathrin Habermann will Wirtschaft und Tourismus in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein anschubsen. Sie ist Wirtschaftsfördererin in einem Gebiet, in dem Entwicklung schon mangels geeigneter Flächen für große Neuansiedlungen gar nicht so einfach ist.

Doch die 30-Jährige geht seit August mit Freude an ihre neue Aufgabe: ihre Heimat voranzubringen. „Es ist so wunderschön bei uns“, sagt Kathrin Habermann. Auf Dauer weg zu gehen, sei für sie nicht in Frage gekommen. Der Job ist also ein Glücksfall. Damit mehr Menschen wie sie daheim eine berufliche Zukunft finden können, will sie sich für die Nachwuchsförderung einsetzen. Eine Kooperation von Firmen und Schulen war bereits von Vorgänger Christian Sauer geplant, ein vorgesehener Runder Tisch habe wegen Corona abgesagt werden müssen. Mit der Initiative Schule und Wirtschaft will Habermann weitermachen: damit junge Menschen nach dem Studium zurückkommen oder gleich hier ein duales Studium machen.

„Viele möchten hier bleiben, aber erkennen die Möglichkeiten nicht, sich hier zu entwickeln“, meint Habermann. Wer sich in der Region wohlfühle, einen guten Job habe, der trage auch dazu bei, dass die Gemeinschaft weiter gedeihe, dass ein stärkeres Selbstbewusstsein in der Region entstehe. „Ich suche nach Schnittstellen: Wo kann ich ansetzen, um eine Aufwärtsspirale zu generieren?“

Vielseitigkeit begeistert

Aufgewachsen ist Habermann in Hohenöllen, wohnt in Lauterecken, wo sie 2010 auch ihr Abitur gemacht hat. Danach absolvierte sie zuerst eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Stadtsparkasse Kaiserslautern, um dann immer weiter draufzusatteln: Filialleitung, Betriebswirt, Diplom in Betriebsorganisation, Bachelor in Betriebswirtschaftslehre, Master in Organisationsentwicklung – um nur einige zu nennen. Ganz verschiedene Projekte habe sie zuletzt bei der Sparkasse Rhein-Nahe betreut, erklärt sie.

„Das reizt mich an der Wirtschaftsförderung: Es ist so vielseitig. Es gibt so viele Möglichkeiten, Dinge zu verbessern“, sagt Habermann. Sie wolle direkter Ansprechpartner für Firmen sein, in der Verwaltung vermitteln, Fördermöglichkeiten aufweisen. „Gemeinsam machen, nichts überstülpen“, ist ihre Devise. Bei bestehenden überregionalen Netzwerke wie der Alte-Welt-Initiative und der Zukunftsinitiative Westpfalz müsse mitgearbeitet werden: „Unser Gebiet ist zu klein, um es alleine wirtschaftlich zu betrachten.“

Bürger mitnehmen

Zurzeit arbeite sie an einer Strategie, „wie wir das Bürgerinteresse stärker nutzen können“. Schließlich habe die Crowdfunding-Initiative „Heute ein König“, bei der Spenden für Tafel und Thron auf dem Königsberg-Gipfel gesammelt wurden, großes Interesse gefunden. Dreimal so viel Geld wie anvisiert kam für das Projekt zusammen, das ebenso für Einheimische wie für Gäste ist. „Der Tourismus ist wesentlich. Glaubt man den Prognosen vom strukturellen Wandel, brauchen wir Touristen als Kundschaft, um unsere Geschäfte hier halten zu können“, sagt die 30-Jährige.

Drei Mitarbeiter stehen Kathrin Habermann zur Seite. Die Aufgaben: Wirtschaftsförderung, Tourismus und Projektmanagement im Bereich Onlinezugangsgesetz sowie digitale Verwaltung. Habermann beerbt Christian Sauer, der im März Büroleiter wurde, nachdem er ein knappes Jahr die damals neu geschaffene Stelle des Wirtschaftsförderer ausgefüllt hatte. Sein Vorgänger Hans Feld ist als Büroleiter in die VG Nordpfälzer Land nach Rockenhausen gewechselt.

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