Kreis Kusel Jazz in alten Mauern

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Wer spüren will, welche Kraft von der ursprünglich von Schwarzen gespielten Musik, nämlich dem Jazz, ausgehen kann, der muss nicht unbedingt in die legendäre Bourbon-Street, die Amüsierstraße von New Orleans, gehen. Der „Unnerhaus Kulturclub Landstuhl“ bringt dieses Lebensgefühl der Südstaaten der USA in diesem Sommer wieder authentisch auf die Burg Nanstein. Morgen, Freitag, und am Samstag steigt dort bereits zum 18. Mal das weit über die Region bekannte „Burg Jazz Festival“.

„Hält das Wetter“, lautet die große Frage. „Keine Angst“, versichert der Vorsitzende Peter Agne, „unser Vorstand hat beschlossen, dass es schönes Wetter gibt.“ Trotz schmalem Budget ist es dem Club einmal mehr gelungen, sechs hochkarätige Bands aus nah und fern zu gewinnen. Und so darf wieder mit einem Fest in einzigartiger Atmosphäre gerechnet werden, wozu auch das herrliche Ambiente in den romantischen Burgmauern seinen Beitrag leistet. Eröffnet wird das Festival am Freitag, 19 Uhr, mit den Les Zauto Stompers aus Paris mit erfrischendem Dixieland. Das Quintett spielt authentischen New Orleans Jazz und präsentiert sich in einem originellen Outfit. Sie nehmen dabei den Zeitgeist der 1920er Jahre auf und interpretieren die Stücke zwanglos und unvoreingenommen. „Die Spielfreude, der Witz und das Können dieser Band wird die Hörer begeistern“, verspricht Agne. Danach, etwa ab 21 Uhr, präsentiert das Jaworek-Reinhardt-Ensemble mit „Teufelsgeiger“ Bodo Jaworek und „Lady Bass“ Lindy Huppertsberg heißen Jazz. Alle Mitglieder dieses Ensembles sind Vollblutmusiker. Bereichern wird diese Musik Djulia, die aus Sibirien stammende Sängerin, mit ihrer ausdrucksvollen, sinnlichen Stimme und ihrer unübersehbaren Bühnenpräsenz. Lolo und Jerome Django Reinhardt sind Nachfahren der weltbekannten Musikerfamilie Reinhardt und machen mit ihrer unglaublichen Virtuosität dem legendären Django Reinhardt alle Ehre. Ihr Repertoire reicht vom Gypsy-Swing der 1930er Jahre über ungarische Folklore, französische Musette bis hin zu latein-amerikanischen Titeln. Tradition hat schon lange, dass Smitty, Corina und Friends zur After-Show-Party aufspielen. Besonders heiß und hoch geht es dann her, wenn die anwesenden Künstler des Abends noch mitmischen. Der Samstag steht ganz im Zeichen des klassischen Jazz und Swing. Den Abend (ab 17 Uhr) eröffnet die Formation ULIsses, eine Band aus jungen Musikern aus der Landstuhler Region, die schon gute Kritiken bekommen hat. Das Sextett mit Vibrafon, Klavier, Bass und drei Percussionisten geht stilistisch vielseitige Wege. Sein Repertoire umfasst neben Latin Jazz, Bebop und Cool Jazz auch Swing und Modern Jazz, aber auch die traditionelle kubanische Volksmusik. Im Anschluss folgen zwei Jazzbands, „die von den Jazzforen unter die besten vier Jazzbands in Deutschland gewählt wurden“, stellt Peter Agne fest. Peter Bühr und seine Flat Foot Stompers haben neben den Titeln aus dem „Great American Songbook“ die Broadway- und Hollywood-Klassiker im Programm, die sie alle im originalen Sound spielen. Die Würze sind die launigen Ansagen und vergnüglichen Anekdoten des Bandleaders aus dem Goldenen Zeitalter des Jazz. Ab 19 Uhr steht diese Band auf der Bühne. Höhepunkt, gegen 21.30 Uhr, wird dann die Allotria Jazzband aus München sein, die zum Besten zählt, was Deutschland in Punkto Jazz zu bieten hat. Die „Hot Seven“ spiele den Dixie und Swing der 1920er und 1930er Jahre auf allerhöchstem Niveau, wie Agne versichert. Mit ungezählten internationalen Auftritten, darunter mehr als 30 Tourneen in die USA und nach Kanada, ist sie Deutschlands Exportartikel Nummer eins in Sachen klassischer Jazz. Verfeinert hat sich der Stil der bayerischen Formation mit der Vier-Bläser-Frontline und dem Sound einer Big Band aufgrund einer Vielzahl gemeinsamer Konzerte mit ehemaligen Mitgliedern großer Bands – von Armstrong, Bennie Goodman, Duke Ellington und vielen anderen. Dieser Abend ist auch jetzt noch nicht zu Ende, denn die Musiker laden zur After-Show-Party in den Batterieturm in lockerer Runde ein. Info Kartenvorverkauf bei der Buchhandlung Böhm, Landstuhl, Telefon 06371 2742, im Internet unter www.burg-jazz.de, beim RHEINPFALZ-Ticket-Service, Telefon 0631 37016618 .

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