Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Jakob-Muth-Förderschule: Leiter Schummel geht in den Ruhestand

Die „Kräuterschnecke“ im Hintergrund sei nicht das, wofür der ehemalige Schulleiter Klaus-Dieter Schummel in Erinnerung bleiben
Die »Kräuterschnecke« im Hintergrund sei nicht das, wofür der ehemalige Schulleiter Klaus-Dieter Schummel in Erinnerung bleiben wolle. Sondern für die gute Atmosphäre in der Schule, wie er selbst sagt.

Klaus-Dieter Schummel hat fast ein Vierteljahrhundert in der Jakob-Muth-Förderschule in Kusel gearbeitet. Die letzten fünf Jahre als Schulleiter. Zum Ruhestand hofft er, dass seine Errungenschaften erhalten bleiben.

„Am Ende seiner Arbeit fragt sich, glaube ich, jeder: War das richtig? Aber für mich war schon immer klar, dass es das ist“, sagt Klaus-Dieter Schummel. Der 66-jährige Kuseler war bis zum Schuljahresende Leiter der Jakob-Muth-Förderschule. Jetzt geht er in den Ruhestand. Dass er benachteiligten Kindern helfen wollte, stand für ihn schon sehr früh fest. Bereits mit 16 habe er im Jugendhaus Kusel geholfen und erste Erfahrungen mit denen gemacht, die sonst nicht im Mittelpunkt stehen. „Die Kinder werden eigentlich wenig geachtet und oft gedemütigt. Ich wollte ihr Anwalt sein“, so Schummel. „Man kann das schon eine Berufung nennen.“

Atmosphäre ist wichtig

Nach dem Lehramtsstudium in Mainz und Landau geht es 1987 nach Neunkirchen. Danach wieder langsam zurück in die Heimat. 1992 nach Lauterecken und 2000 schließlich an die Jakob-Muth-Schule in Kusel. Über die Zeit habe er auch erlebt, an welchen Stellen das formale Schulsystem versage: „Wer nicht passt, fällt raus.“ Durch immer größere Klassen und immer häufigere psychische Probleme bei Kindern könne das Schulsystem den Kindern oft nicht gerecht werden. Das habe er auch bei Gutachten, welche die Schule für etwa 60 Kinder im Jahr anfertigt, gemerkt. „Irgendwann wurde mir das Leiten wichtig“, sagt Schummel. Denn so habe er seine Vorstellung, was eine gute Schule ausmache, umsetzen können. Das Ziel: Die Schule zu einem Wohlfühlort machen, damit Kinder gerne dorthin kommen, wie Schummel selbst sagt. 2012 wird er Konrektor in Kusel, 2019 Schulleiter.

„Vor allem geht es um die Atmosphäre“, antwortet Schummel auf die Frage, wie man die Schule denn zu so einem Wohlfühlort mache. Kinder müssten Respekt und Empathie erfahren, erst dann sei Lernen überhaupt möglich. Damit Lehrer den Kindern das geben könnten, müssten sie sich vor allem selbst kennen. „Wenn man seine eigenen Verhaltensmuster erkennt und hinterfragt, kann man ganz anders mit allem umgehen“, sagt Schummel. Das sei wichtig, aber nicht selbstverständlich – weil nicht Teil der Lehrerausbildung. Es brauche dafür Fortbildungen. „Man muss es vorleben“, meint Schummel. Was nicht heißen solle, dass Kindern keine Grenzen gesetzt werden, im Gegenteil. Regeln als Leitplanken könnten auch Halt geben, wie Schummel es formuliert.

Nachfolge fast klar

Auch der Führungsstil Schummels sei ein besonderes Merkmal seiner Zeit als Rektor gewesen, wie er selbst sagt: „Keine Bevormundung, sondern kreatives und gemeinsames Arbeiten an Lösungen.“ So schaffe man die selbst gesetzten Ziele, sagt der ehemalige Rektor: „Ich bin stolz darauf, was für eine kompetente Schule wir geworden sind.“ Er hoffe, dass es so auch weitergehe. Zu seinem vorgesehenen Nachfolger, dem bisherigen Konrektor Christian Bauer, habe Schummel jedenfalls Vertrauen, denn man habe immer gut zusammengearbeitet.

Im Ruhestand bleibe für Schummel vor allem eine große „To-do“-Liste. Auf mehr Zeit mit der Familie freue er sich, sowie für die Hobbys – Geschichte und Garten. Trotzdem sei es wahrscheinlich, dass er sich auch weiterhin für Kinder einsetze, sagt Schummel. Dann aber höchstens als Minijob. Und was auch mit dem Ruhestand nicht aufhören wird: dass ihn ehemalige Schüler wiedererkennen. Schummel: „Einer hat mir voller Freude erst neulich erzählt, dass sein Kind super Noten schreibt und wahrscheinlich ins Gymnasium kommt. Das sind die Momente, wo man merkt, dass man absolut nichts zu bereuen hat.“

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