E-Sport
Im „Trainingslager“ mit den Spielern der TSG Wolfstein-Roßbach
Am kommenden Donnerstag, 6. Mai, ist es soweit: Dann „kicken“ die „eRowos“ gegen den FC St. Pauli. „Die Nervosität hält sich noch in Grenzen. Aber das wird bestimmt noch kommen, weil wir wissen, dass unser Gegner einer der Topfavoriten auf den Pokalsieg ist“, erklären die drei Protagonisten der TSG Wolfstein-Roßbach, Jerrit Braun, Christian Huber und Niklas Lalla fast unisono. Man hat sich also mit dem übermächtig scheinenden Kontrahenten beschäftigt und weiß, welches Kaliber da auf einen zukommt. „Pauli gehört zu den fünf besten Mannschaften Deutschlands, bei ihnen spielt auch einer der Top-fünf-Spieler weltweit, den wir durch Streams auch angeschaut und kennengelernt haben“, weiß Kapitän Braun zu berichten, der sich wie die anderen daheim an der Konsole vorbereitet.
Die Favoritenrolle ist also klar verteilt. Aber wie auch auf dem echten, grünen Rasen, so geht auch an der Konsole jedes Spiel bei 0:0 los, haben die Beteiligten durch den Spielmodus alle die gleichen Voraussetzungen. „In Fifa passieren oftmals unerwartete Dinge“, sagt Christian Huber, so dass die Wolfsteiner zumindest insgeheim von einer Sensation träumen. Unter Zugzwang stehe das Team keineswegs, Lalla, Huber und Braun wollen dem Gegner so lange wie nur möglich ein spannendes Spiel bieten.
Die Mini-Chance nutzen
Damit die Internetverbindungen bei den „eRowos“ im entscheidenden Moment nicht schlapp machen, unterstützt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Akteure mit einem LTE-Router sowie weiterem Equipment für das Streaming. Gerne hätten die drei „eRowos“ an einem Ort gemeinsam gespielt, letztlich entschieden sich Braun, Huber und Lalla dann aber, jeweils von zu Hause aus zu spielen, auch weil Letzterer durch eine Kreuzband-OP in letzter Zeit in der Mobilität noch stark eingeschränkt ist.
Wolfstein statt Berlin
„Wäre die Pandemie nicht, wir wären als Team nach Berlin gefahren und hätten die Hauptrunde dort ausgespielt“, erzählt Lalla, den es durchaus traurig stimmt, dass es die Fahrt in die Bundeshauptstadt nun leider nicht gibt. Dafür dürfen sich die teilnehmenden Teams aber einem breiten Publikum an den Bildschirmen präsentieren. Zwar ist die genaue Startzeit des Spiels gegen die Paulianer am kommenden Donnerstag noch offen, fest steht aber, dass die Partie live im Fernsehen auf ProSieben Maxx ausgestrahlt wird. Von 17 bis 20.15 Uhr – in diesem Zeitrahmen wird gespielt – zeigt der Sender diese und nur noch eine weitere Begegnung der Hauptrunde eins. „Das ist eine noch größere Ehre als ohnehin schon“, stellt Lalla fest.
Verbandsliga als ernster Test
Bevor es aber gegen die Nordlichter auf die ganz große eSports-Bühne geht, wartet an diesem Wochenende, quasi als ernste Trainingseinheit, noch die letzte Begegnung in der Verbandsliga des Südwestdeutschen Fußballverbandes. Und vor dem Duell mit dem Drittplatzierten SV Altdorf-Böbingen, welches am Samstag oder Sonntag ausgetragen wird, ist klar, dass die TSG-Truppe, aktuell auf Rang zwei, mit einem Sieg die Meisterschaft erringen würde. Bei Remis oder Niederlage bliebe nur Platz drei. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir uns ziemlich gut gefangen und auch unsere Normalleistung schnell wieder abrufen können. Insofern sind wir mit dem Verlauf auch zufrieden“, blickt Jerrit Braun auf die eSports-Saison zurück und schiebt hinterher, „dass jetzt, wo wir so nah am Titel sind, wir diesen natürlich auch holen wollen.“