Albessen RHEINPFALZ Plus Artikel Haushalt: Von Friedhofsmauern und abgewetzten Stühlen

Ist das Kunst, oder kann das weg? Das fragen sich Besucher des Mehrzweckgebäudes in Albessen unweigerlich beim Blick auf die Sit
Ist das Kunst, oder kann das weg? Das fragen sich Besucher des Mehrzweckgebäudes in Albessen unweigerlich beim Blick auf die Sitzgelegenheiten. Noch tagen darauf die Gemeindevertreter. Doch schon in Kürze sollen die Stühle ausgetauscht werden, dafür wurde jetzt im Haushalt Geld bereitgestellt.

Die 140-Einwohner-Gemeinde steht finanziell nicht allzu schlecht da – auch dank der Nutzung erneuerbarer Energien und einer sparsamen Haushaltsführung in den vergangenen Jahren. Nun soll einiges investiert werden, zum Beispiel in die Friedhofsmauer, neue Straßenlaternen und neue Stühle.

Die Sonne sorgt in Albessen für regelmäßige Einnahmen. Durch die Photovoltaikanlage auf dem Mehrzweckgebäude fließen jedes Jahr 7600 Euro in die Gemeindekasse, erläuterte der Erste Beigeordnete, Joachim Deckbar, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. In Sachen regenerative Energien sei Albessen im Gespräch mit der Verbandsgemeinde, um ein neues Windrad an der Grenze zu Pfeffelbach mit der Firma Prokon verwirklichen zu können. Das Areal liege aktuell zwar außerhalb des Flächennutzungsplans, erläuterte Deckbar, allerdings sei er zuversichtlich, dass der Plan womöglich zugunsten der Gemeinde geändert werden kann. Sollte dieses Windrad gebaut werden, „gibt es in Zukunft keine Probleme in unserem Haushalt“, stellte Deckbar in Aussicht.

Im Ergebnishaushalt steht, Stand jetzt, ein Minus von 830 Euro, nächstes Jahr rechnet die Gemeinde mit einem Plus von rund 3500 Euro. Der Finanzhaushalt weise ebenfalls schwarze Zahlen aus, allerdings seien Investitionskredite für die kommenden zwei Jahre von über 80.000 Euro erforderlich.

Dunkle Stellen im Ort ausleuchten

Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren sparsam gewirtschaftet. Das zeigte sich deutlich an den abgewetzten Stühlen im Mehrzweckgebäude. Sie stünden kurz vor dem Austausch, versicherte Ortsbürgermeisterin Traute Bortscher. Für die Ausstattung im Mehrzweckgebäude werden insgesamt 2500 Euro kalkuliert. Deckbar schlug vor, den unteren Raum im Gebäude so herzurichten, dass er ebenfalls vermietet werden könne. Dafür müsse der Boden teilweise erneuert und Wände gestrichen werden, was Kosten von rund 1000 Euro verursache.

Für die Friedhofsmauer werden 20.000 Euro eingestellt. Das erste eingegangene Angebot für die Sanierung eines 16-Meter-Abschnitts liegt mit 31.000 Euro aber deutlich darüber. Es sollen noch weitere Angebote eingeholt werden. Das Projekt soll nächstes Jahr umgesetzt werden, wenn der erwartete Zuschuss von 12.000 Euro gesichert ist. Zudem will die Gemeinde an dunklen Ecken im Sonnacker und nahe des Friedhofs zwei neue Straßenlaternen installieren. Dafür liegen Angebote der Pfalzwerke von jeweils rund 3300 Euro vor. Vor einer Entscheidung soll geklärt werden, inwieweit die Bürger die Leuchten mitbezahlen müssen. Falls dies der Fall ist, will der Rat die Meinung der Bürger noch einholen.

Steuersätze erhöht

Für den Umbau und die Unterhaltung der Kita in Konken sind im Haushalt 10.000 Euro vorgesehen. Zudem stehen im Plan gut 37.000 Euro für Leerrohre. Die Gemeinde hatte diese beim Kanalbau für rund 60.000 Euro vorinstalliert, damit beim Breitbandausbau nicht erneut aufgegraben werden musste. Inzwischen wurden die Rohre an die Firma Inexio verkauft. „Da haben wir 10.000 Euro Miese gemacht“, sagte Bortscher.

Ohne Diskussion hob der Rat die Realsteuern wie vom Land gefordert an. Die Grundsteuer A verteuert sich von bisher 320 auf 345 Prozent, die Grundsteuer B – erst vergangenes Jahr um 20 Punkte erhöht – wurde von 385 auf 465 und die Gewerbesteuer um 15 Punkte auf 380 Prozent angehoben.

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