Schönenberg-Kübelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Haben die drei Dorfgemeinschaftshäuser eine Zukunft?

Das Obergeschoss des Hauses in Sand wurde – ebenso wie in Schmittweiler – von der Kreisverwaltung gesperrt.
Das Obergeschoss des Hauses in Sand wurde – ebenso wie in Schmittweiler – von der Kreisverwaltung gesperrt.

Die drei Dorfgemeinschaftshäuser in Schönenberg-Kübelberg sind in die Jahre gekommen. Vor allem der Brandschutz bereitet Probleme. Nun sollen die drei Gebäude auf den Prüfstand gestellt werden, um womöglich ein anderes Projekt voranzutreiben.

Bereits im März hatte die Kreisverwaltung den drei Dorfgemeinschaftshäusern in den Schönenberg-Kübelberger Ortsteilen Schmittweiler, Sand und Schönenberg einen Besuch abgestattet. Der Anlass: die Begutachtung des Brandschutzes. Das Ergebnis war ernüchternd. Etliche Mängel wurden festgestellt, die es zu beheben galt und gilt, um eine Sperrung der Gebäude zu verhindern. Einige Maßnahmen sind bereits erfolgt oder zumindest beauftragt, wie der Beigeordnete Matthias Mohrbacher in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates erläuterte. Ziel der bisherigen Maßnahmen sei gewesen, sicherzustellen, dass zumindest die unteren Räume weiterhin genutzt werden können. Für die Obergeschosse der Häuser in Schmittweiler und Sand hatte die Kreisverwaltung ein Nutzungsverbot verhängt. Die Leidtragenden sind dabei Vereine und Institutionen, die diese Räume nutzen – zum Beispiel die Modellbahnfreunde in Schmittweiler und die Musikschule in Sand.

Laut Mohrbacher wurden im Schönenberger Dorfgemeinschaftshaus Prüfungen für alle elektrischen Anlagen und Sicherheitsbeleuchtungen veranlasst. Kostenpunkt: rund 2600 Euro. Eine weitere Auflage sieht die Erstellung von Bestuhlungsplänen sowie Flucht- und Rettungswegeplänen vor. Hierfür muss die Gemeinde knapp 1660 Euro investieren. Sobald diese Pläne fertiggestellt werden, muss die entsprechende Beleuchtung für die Rettungswege installiert werden. Kleinere Arbeiten, etwa ein gelber Anstrich für alle Gasleitungen und das Versetzen eines Feuerlöschers im Kellergeschoss, seien bereits von Gemeindearbeitern erledigt worden.

Teure Notausgänge

Im Bürgerhaus in Sand sind laut Mohrbacher bereits mehr als 8000 Euro investiert beziehungsweise eingeplant worden. Den größten Kostenpunkt stellt dabei ein Notausgang im Treppenhaus dar. Hier seien Angebote für ein Podest eingeholt worden, berichtet Mohrbacher. Das erste liege bei rund 5380 Euro, ein zweites Angebot stehe noch aus. Wie auch beim Haus in Schönenberg müssen alle elektrischen Anlagen und Sicherheitsbeleuchtungen überprüft werden. Dafür berappt die Südkreisgemeinde mehr als 1900 Euro. Weitere Investitionen waren nötig, um unter anderem den Blitzschutz zu überprüfen und zweiflügelige Notausgangstüren einzubauen.

2250 Euro sind in Schmittweiler für Änderungen an der Fassade notwendig. Ein Architekt sei für die Erstellung des Bauantrags beauftragt worden. Wie in Schönenberg stehen hier fehlende Bestuhlungs- sowie Flucht und Rettungswegepläne auf der Mängelliste (1895 Euro); ein hinterer Ausgang im Erdgeschoss schlägt mit 2240 Euro zu Buche.

Häuser erwirtschaften dickes Minus

Trotz aller Mängel und Kosten sieht Ortsbürgermeister Thomas Wolf den Zustand der drei Dorfgemeinschaftshäuser auch als Chance. „Wir müssen das als Katalysator für unser ,Haus am See’ sehen“, betonte er. Das ,Haus am See’ ist die geplante Mehrzweckhalle, die am Ohmbachsee entstehen soll. Nach Befragungen von Vereinen sowie den Mitgliedern des Haupt-, Bau und Finanzausschusses sind für das Projekt unter anderem eine Gastronomie, eine Sporthalle, ein Veranstaltungs- sowie ein Sitzungsraum vorgesehen. Schon zu Beginn der Planungsphase wurde deutlich gemacht, dass die Zukunft der Bürgerhäuser auf den Prüfstand gestellt wird.

Wolf untermauerte zudem mit Zahlen, dass sich die drei Häuser nur noch bedingt für die Gemeinde rentieren. An allen Standorten erwirtschafte man ein Minus. Laut Wolfs Ausführungen stand 2022 bei den Häusern Schönenberg und Sand ein Minus von rund 6000 Euro unterm Strich. In Schmittweiler war es im vergangenen Jahr ein Minus in Höhe von rund 14.000 Euro.

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