Kusel / Hinzweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Frieren bis zum Zuschlag

 Zwangsversteigerung unter freiem Himmel.
Zwangsversteigerung unter freiem Himmel.

Für großes Interesse hat am Dienstag die Zwangsversteigerung mehrerer Grundstücke mit Wohnhaus und Nebengebäuden in Hinzweiler gesorgt. Der Andrang war so groß, dass die Versteigerung unter freiem Himmel stattfinden musste.

Kusel, Amtsgericht, Dienstagmorgen kurz nach 10 Uhr. Es ist kalt, grau und ungemütlich. Doch im Innenhof tummeln sich über 60 Menschen. Sie alle sind gekommen, weil sie Interesse an mehreren Grundstücken mit einem abbruchreifen Wohnhaus und ebenso maroden Nebengebäuden in Hinzweiler haben, die an diesem Morgen im Paket zwangsversteigert werden. Aufgrund des regen Zuspruchs musste man vonseiten des Amtsgerichts einen untypischen Weg einschlagen und die Versteigerung in den Außenbereich legen.

Coronabedingte Verlegung

„Wir haben einfach keinen Saal, der groß genug wäre, um alle Interessenten coronakonform unterzubringen“, erklärt Rechtspflegerin Marie-Claire Schanné. Da man aber ungefähr habe abschätzen können, wie groß der Andrang sein würde, habe man sich dazu entschlossen, die Versteigerung in den Außenbereich zu verlegen. Trotz der winterlichen Temperaturen. „Es kommt wirklich selten vor, dass solch großes Interesse besteht – warum das in diesem Fall so ist, kann ich auch nicht sagen“, so Schanné weiter.

Angesetzt ist das Grundstückspaket mit einem Verkehrswert von 3659 Euro. Das Mindestgebot liegt allerdings bei 6177,44 Euro, weil noch einige Verbindlichkeiten zu begleichen sind. „Wir haben schon damit gerechnet, dass das Paket aufgrund des großen Interesses mehr als den Verkehrswert erzielt. Wie viel darüber, das konnten wir aber natürlich nicht voraussehen“, sagt Schanné.

Brüder schlagen zu

Am Ende gingen die Grundstücke für 33.500 Euro an drei Brüder, die gemeinsam zur Versteigerung gekommen sind. „Wir wohnen in der Nachbarschaft und hatten schon länger Interesse an den Grundstücken“, sagt einer der Käufer, der namentlich nicht genannt werden möchte. Doch bei den vorangegangenen Verfahren sei der Preis immer zu hoch gewesen. Bei der Zwangsversteigerung am Dienstag hat die Familie nun aber zugeschlagen.

Der neue Besitzer plane nun, einen Teil der Gebäude abzureißen. „Je nachdem was die Substanz noch hergibt, wollen wir aber nach Möglichkeit Mietwohnungen schaffen und einen Teil für den Eigengebrauch nutzen.“

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