Kreis Kusel Forstleute warnen vor Berührung des Eichenprozessionsspinner
Der Eichenprozessionsspinner verdankt seinen Namen dem Verhalten der Raupen. Die Tiere krabbeln dicht an dicht am Stamm entlang und ernähren sich von den Blättern der Eiche. Für den Baum sind die Raupen kaum gefährlich, für Mensch und Tier unter Umständen schon, teilt das Kuseler Forstamt mit. Die Behörde warnt Spaziergänger davor, die Tiere zu berühren. Denn in den Haaren der Raupe befindet sich Nesselgift. Dies kann bei Berührungen und beim Einatmen zu heftigen allergischen Reaktionen führen. „Den Atem im Wald anhalten muss deswegen aber niemand“, Yvonne Limpert vom Forstamt Kusel.
Obgleich sich der Eichenprozessionsspinner in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet hat, seien oft nur einzelne Bäume betroffen. „Ein großflächiger Befall wie bei anderen Forstschädlingen, etwa dem Borkenkäfer, ist in Deutschland die Ausnahme.“ Man müsse also keine Angst haben, aber zumindest vorsichtig sein, ergänzt Limpert. Denn auch nach der Verpuppung zum Schmetterling könnten noch giftige Haare in den Gespinstnestern zurückbleiben.
Keine Bekämpfung mit Gift
Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel weist darauf hin, dass man den Falter mit seinen Raupen nicht so bekämpfen kann, dass er nie wieder kommt. Vielmehr „müssen wir versuchen, mit ihm umzugehen“. Sobald die Mitarbeiter des Forstamts einen befallenen Baum an Wanderwegen oder Stellen entdecken, an denen sich Waldbesucher gerne aufhalten, werden Warnschilder aufgestellt.
Theoretisch könnten Eichenprozessionsspinner mechanisch, biologisch oder mit Gift bekämpft werden. „Pestizide sind bei uns tabu. Sie töten immer auch andere Insekten, nicht nur den Eichenprozessionsspinner“, sagt Kleinhempel. Mechanisch bedeutet, dass die Tiere abgesaugt oder abgeflammt werden; biologisch, dass betroffene Stellen mit einer Lösung mit Fadenwürmern besprüht wird. Die Larven des Falters fressen diese und sterben daran. „Das übernehmen Spezialfirmen mit entsprechender Ausrüstung, wie Hebebühne und spezieller Schutzkleidung, um an das Nest heranzukommen“, schildert Kleinhempel. Diese Maßnahmen werden jedoch allenfalls innerorts durchgeführt. Für den Wald seien sie nicht praktikabel.