Reichweiler
Feste feiern und die Umwelt sauberhalten: Die Futzy-Rancher werden 50
Am Fuße des Karrenbergs und etwas abseits des Dorfgeschehens liegt die Futzy Ranch. Sie befindet sich auf einem alten Steinbruchgelände und grenzt an den Wald bei Reichweiler an. Dort treffen sich jeden Freitag die Mitglieder des Vereins Naturfreunde Karrenberg zum Stammtisch.
Sie selbst nennen sich die Futzy-Rancher. Sie spielen Dart, Karten, plaudern und planen Umweltaktionen im Ort. Laut Schriftführer Volker Diehl organisiere der Verein jedes Jahr neben Festen auch Projekte wie einen Umwelttag, an dem Reichweiler von Unrat und Müll befreit werde. Der Verein engagiere sich seit seiner Gründung 1974 für das Gemeinwohl. „Wir versuchen, uns auch bei anderen Anliegen zu beteiligen“, so Diehl. „Dazu zählen das Aufstellen von Nistkästen und die Mithilfe beim Bau der Schutzhütte am Herzerberg.“
Jahrelanges Ringen mit Behörden
Nachdem die ursprüngliche Futzy Ranch, 1972 erbaut, bei einem Kaminbrand 1993 vollständig zerstört wurde, hatten die Mitglieder schnell den Wunsch, ein neues Gebäude zu errichten. Das Bauvorhaben sei allerdings schwierig gewesen. „Es war ein Ringen mit den Behörden“, erklärt Stefan Becker, der zur Zeit des Wiederaufbaus der Vorsitzende der Futzy-Rancher war. Das Bauamt habe das Vorhaben abgelehnt, weil der Platz ins Landschaftsschutzgebiet falle. „Irgendwann, als die alte Hütte noch stand, wurde das mit dem Schutzgebiet so festgelegt.“
Die Mitgliederanzahl wuchs in der Zeit deutlich an, und so wurde eine kleinere „Revolte“ gestartet, sagt Stefan Becker augenzwinkernd. Letztendlich konnte mit dem damaligen Landrat Winfried Hirschberger eine Einigung gefunden werden und der Neubau beginnen. Erneute Schwierigkeiten seien allerdings beim Bauvorhaben der Toiletten aufgetaucht, denn das Gebiet befinde sich laut Bauamt noch dazu in einer Wasserschutzzone. Erneut machte die Bürokratie dem Verein einen Strich durch die Rechnung. Entgegen der Planung mussten die Toiletten mehrere Meter versetzt werden. 1995 wurden die Baumaßnahmen schließlich vollendet. Seitdem ist eine überdachte Grillhütte mit gemauertem Backofen hinzugekommen. Die Inneneinrichtung und die Küche der Futzy Ranch seien über die vergangenen Jahre immer wieder erneuert worden.
Reiner Männer-Club – und trotzdem Zuwachs
Der Verein habe sich über die Jahrzehnte kaum verändert. „Wir sind so geblieben, wie wir früher waren“, erklärt Mario Becker, derzeitiger Vorsitzender. „Damals war es schon eine reine Männertruppe. Das ist auch jetzt noch so.“ Eine Regelung dafür habe es zwar nie gegeben, aber es sei nun mal schon immer ein Rückzugsort für die Männer gewesen. „Da ging man hin, um abschalten zu können.“
Trotzdem habe es sozusagen Zuwachs gegeben. Die Futzy Ranch in Reichweiler sei bei Anwohnern wie Auswärtigen längst als Ausflugsziel für Wandertage oder Abschlussfeiern bekannt und erfreue sich großer Beliebtheit. Vor allem Schulklassen nutzen das Angebot gern.
Beispielsweise findet zum Schuljahresende demnächst wieder ein Abschlussfest statt: Eine Klasse aus einer der umliegenden Schulen plane ein letztes gemeinsames Beisammensein, bevor es die Schüler nach den Sommerferien auf weiterführende Schulen zieht.
Reinfeiern mit einem Open-Air-Konzert
„Die Hütte kann nicht nur von Mitgliedern für Feste oder Feiern gemietet, sondern auch von Schulen der Umgebung kostenlos genutzt werden.“ Das Veranstaltungsprogramm des Vereins hält sich zwar laut Mario Becker in Grenzen, finde bei den Bewohnern aber positive Resonanz. Ob Ostereiersuche für Kinder oder Maifeuer, es sei für jeden was dabei. „Außerdem veranstalten wir Dart- und Tischkickerturniere, die gut ankommen.“
Zum Jubiläum soll bereits am Vortag, am Samstag, ein Open-Air-Konzert mit Bands steigen. Valiant Viper und Unter falscher Flagge – die Toten Hosen Tributeshow werden auftreten. Einlass ist ab 17 Uhr. Am Sonntag, 7. Juli, begleiten Secky’s Schlossmusikanten aus Lauterecken den Frühschoppen mit Blasmusik. Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Durch die überdachte Grillhütte könne selbst bei schlechteren Wetterverhältnissen den ganzen Tag gegrillt werden, betont Mario Becker.