Kreis Kusel
Erfolgreiche Comedy-Premiere mit Jochen Prang im Kuseler Schalander
Schallendes Gelächter im Publikum. Verantwortlich dafür: der Stand-up-Comedian Jochen Prang. Es war eine Premiere im musikverwöhnten Kuseler Schalander. Allerdings eine gelungene.
„Einen Schatz habt ihr da in Kusel“, stellte der Wahl-Heidelberger Jochen Prang in der Pause seines Auftrittes fest. „Manche Großstädte wären da neidisch“. Ungewohnt minimalistisch war die Bühne eingerichtet. Prang stellte sich mit einem Hocker, einer Uhr und einer Flasche Wasser dem Publikum. Dass es eine Premiere war, merkte man nicht. Der Saarländer Jochen Prang, der schon in Comedy-Institutionen wie „Nightwash“ und dem „Quatsch Comedy Club“ gastierte, schätzte das „urbane Flair“ der Kuseler Gaststätte. Im Gepäck hatte er außer einem Rundumschlag von Witzen seinen Mannheimer Freund und Comedy-Kollegen Matthias Haze, der das Publikum mit Anekdoten aus seiner Studentenzeit – allerlei unterhalb der Gürtellinie –, seine Fernbeziehung, seinen Duschgewohnheiten aufgrund sonderbarer Körperbehaarung und Drogenkonsum erheiterte.
Er nehme jetzt immer Freunde mit zu seinen Auftritten, sagte Prang, bei dem es schien, als könne er wirklich jedem Aspekt des Lebens etwas Komisches abgewinnen. Dabei ist er nicht um haarsträubende Theorien verlegen: Die notorische Verspätung der Deutschen Bahn erklärte er mit Terrorismusprävention – da niemand einschätzen könne, wie die Züge der Deutschen Bahn fahren, könne sie eben auch niemand in die Luft jagen. Die verfehlte gesundheitliche Wirkung der Apfeltasche einer bekannten Fast-Food-Kette verglich er mit Heroin, das mit Vitamin-C-Pulver gestreckt wurde. Von einem Plan, alle laktose-intoleranten Hipster am Prenzlauer Berg mit einem Stück Butter zu ermorden, über Deutsche, die zum Frühstück Klosterfrau Melissengeist trinken und auf Reisen ihre Rucksäcke, gleichsam aus einer Liaison von Affe und Känguru hervorgegangen, vor dem Bauch tragen, bis hin zum Warentrenner an der Supermarktkasse als symbolische Verlängerung des Gartenzauns, dessen Abwesenheit für nichts außer Verwirrung sorgt — Jochen Prang zog alle Register und damit auch die Sympathien des Publikums auf seine Seite. Das war am schallenden Lachen der Anwesenden unschwer zu erkennen.
Doch es schien ebenfalls eine beidseitige Sympathie zu sein. Von den 170 bis 180 Auftritten, die Prang pro Jahr absolviert, finden – abgesehen von den prestigeträchtigen großen Bühnen und Fernsehauftritten – die meisten auf von ihm selbst ausgesuchten kleineren Bühnen statt. So auch seine nächsten Auftritte in Saarbrücken, Mannheim und am 6. April in Zweibrücken.