Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Entwicklung der Niederschläge in den vergangenen 25 Jahren

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Das Wetter wird immer verrückter – ein Spruch, der immer öfter zu hören ist. Während es manchmal wochenlang nicht regnet, führt ein andermal ein sogenanntes Starkregenereignis zu großen Schäden und Überschwemmungen. Unser Wetter-Mann hat sich einmal die Entwicklung der vergangenen Jahre angeschaut.

Die Lufttemperatur ist im Vergleich zum langjährigen Mittel zwischen 1,0 und 1,5 Grad gestiegen. Beim Niederschlag hat sich jedoch gegenüber dem früheren Sollwert zwischen 1960 und 1990 eher wenig verändert. Die damaligen Mengen lagen in der Westpfalz etwa zwischen 850 und 900 Liter pro Quadratmeter während eines ganzen Jahres. Wegen der global gestiegenen Temperaturen müsste allerdings auch mehr Niederschlag fallen, um den Wasserhaushalt auszugleichen.

Am Beispiel Lambsborn erkennt man, dass dies bei einem Mittelwert von 876,9 Litern Niederschlag pro Quadratmeter während der vergangenen 25 Jahre nicht so gewesen ist. Dennoch liegt die Westpfalz damit noch im oberen Drittel aller deutschen Messstationen. In Wiesweiler liegt der Durchschnittswert in der Zeit zwischen 2006 und 2019 nur bei 686,1 Liter pro Quadratmeter. Die Lage im Schutz des Nordpfälzer Berglandes spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im Luv-Bereich der Berge (Staulagen) fällt mehr Regen als auf der windabgewandten Seite (Lee-Bereich).

Räumliche Schwankungen

Natürlich kann es zu räumlichen Schwankungen kommen. Lokale Regenschauer und Gewitter können sehr unterschiedlich auftreten und auch in ihrer Intensität stark voneinander abweichen. In unserer Region gibt es Bereiche, die von solchen Ereignissen bevorzugt sind.

Fakt ist, dass im Westrich Niederschlag zu allen Jahreszeiten auftritt. Der meiste Niederschlag fällt im November und Dezember, am trockensten sind die Monate April und Juni, also genau die Zeit, in der Natur und Vegetation den Regen am dringendsten benötigen. In den vergangenen 25 Jahren gab es einen deutlichen Niederschlagsüberschuss von 2000 bis 2002 sowie 2011. Vergleichsweise mager blieb die Ausbeute in 2003, 2005 und 2015. Die Trockenheit der vergangenen beiden Jahre wurde durch den Niederschlagsüberschuss in den Wintermonaten aber fast schon wieder ausgeglichen.

Mehr Extremwetter

Extremwetterlagen haben zugenommen. Regionale Wolkenbrüche und damit verbundene Überschwemmungen sowie Stürme in Verbindung mit Schäden gewinnen an Stärke und treten häufiger auf als in früheren Zeiten. Dagegen gibt es im Frühjahr und Sommer auch größere Dürrephasen. In Verbindung mit den Hitzewellen im Juni, Juli und August könnte dies fatale Folgen für Landwirtschaft und Vegetation haben. Flächendeckende Landregenfälle haben in diesen beiden Jahreszeiten deutlich abgenommen.

Ferner konnte eine höhere Sonnenscheindauer verbucht werden. Lediglich im Herbst sind die Abweichungen am niedrigsten. Daher ist der Herbst vermutlich auch die Jahreszeit mit dem geringsten Temperaturanstieg gegenüber den langjährigen Mittelwerten.

Infolge der Corona-Krise wird durch einen verringerten Schadstoffausstoß von Fabriken, Fahrzeugen sowie Flugzeugen eine leichte Reinigung der Atmosphäre eintreten, so dass in absehbarer Zeit zumindest eine vorübergehende Normalisierung der Wetterereignisse erfolgen könnte.

Info: Wetter, Witterung, Klima

Unter Wetter versteht man im Allgemeinen den aktuellen physikalischen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort. Der Begriff Witterung kennzeichnet den Wetterverlauf, also das Wetter über einen bestimmten Zeitraum gesehen. Das Klima gibt den Verlauf des Wetters oder der Witterung über einen langen Zeitraum an, also über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Anhand von aktuellen Klimaauswertungen lassen sich Veränderungen gegenüber dem langjährigen Mittel zu früheren Jahrzehnten erkennen.

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