Porträt RHEINPFALZ Plus Artikel Das Motorradfieber hat ihn wieder gepackt

Mike Lothschütz aus Breitenbach wurde Deutscher Meister bei der DM der Historischen Motorradmeisterschaft im Bild mit seiner BMW
Mike Lothschütz aus Breitenbach wurde Deutscher Meister bei der DM der Historischen Motorradmeisterschaft im Bild mit seiner BMW R45, Baujahr 1978

Als andere Kinder noch im Sandkasten spielten, setzte ihn sein Vater aufs Motorrad. Mike Lothschütz feierte schnell Erfolge und stieg dann wieder aus. Um zurückzukehren und in einem anderen Bereich erfolgreich zu werden.

Mike Lothschütz ist zurück auf der Siegerstraße. 39 Jahre nach seinem ersten Triumph als Deutscher Jugendmeister im Motocross holte der Breitenbacher nun erneut einen Meistertitel – diesmal bei der Deutschen Historischen Motorrad-Meisterschaft.

Motorsport wurde Mike Lothschütz in die Wiege gelegt. Sein Vater, Gerd Lothschütz, selbst erfolgreicher Motorradfahrer, setzte ihn schon im Alter von dreieinhalb Jahren auf sein erstes Motorrad, während andere Kinder noch im Sandkasten spielten. Mit sieben Jahren feierte Lothschütz 1985 seinen ersten großen Erfolg, wurde Deutscher Jugendmeister im Motocross. Die „Dorfzeitung“ Breitenbach feierte ihn damals als „Breitenbachs ersten Deutschen Meister“. Trotz weiterer Erfolge beendete er im Jahr 2000 seine Motorsportkarriere. Weil der finanzielle Druck im Sport für ihn zu groß geworden war.

Ein trauriges Ereignis

Doch ein trauriges Ereignis brachte die Wende. Nach dem Tod seines Freundes Thomas Lothschütz vor zwei Jahren erhielt er von dessen Witwe das Angebot, die BMW R45 (Baujahr 1978) des Verstorbenen zu übernehmen. Mike Lothschütz nahm die Herausforderung an, stieg wieder in den Rennsport ein und fand sofort Gefallen daran. „Die ersten Rennen nach der langen Pause haben mir so viel Spaß gemacht, dass ich beschloss, die gesamte Rennserie zu fahren“, sagt Mike Lothschütz heute.

Der Motorsport hat sich für ihn im Laufe der Jahre verändert. Während früher der Konkurrenzkampf im Vordergrund stand, schätzt er heute die freundschaftliche Atmosphäre unter den Fahrern. „Nach einem Rennwochenende bin ich so entspannt wie nach zwei Wochen Urlaub“, schwärmt er.

Fast auf die Sekunde genau

Die Rennen der Deutschen Historischen Meisterschaft führen die Teilnehmer nicht nur durch ganz Deutschland, sondern auch nach Tschechien. Anders als in seiner Jugend geht es bei diesen Rennen mit alten Motorrädern nicht um Geschwindigkeit, sondern um die Gleichmäßigkeit der gefahrenen Runden. Lothschütz beherrscht dieses Konzept mit beeindruckender Präzision. So lag seine geringste Zeitdifferenz auf dem Hockenheimring bei nur 0,001 Sekunden. Im ersten Jahr verpasste er den Titel ganz knapp, doch im zweiten Jahr sicherte er sich den Sieg und wurde Deutscher Meister unter 140 Teilnehmern.

Auch privat hat Lothschütz seine Leidenschaft für den Motorsport weitergegeben. Seine Lebensgefährtin Franziska Pfaff ist ebenfalls vom Motorradfieber gepackt und gemeinsam fahren sie als Team im Motorradgespann. In dieser Saison konnten sie bereits drei von vier Rennen gewinnen. „Nächstes Jahr wollen wir die komplette Rennserie fahren und um den Deutschen Meistertitel mitkämpfen“, kündigen die beiden an.

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