Rothselberg RHEINPFALZ Plus Artikel Dann war da noch: Eine Schülerin, die Rothselberg dank der Murmelbahn entstehen lässt

Sagenschreiberin Emma sowie ihre Eltern Marion und Jochen Leonhardt haben Bürgermeister Andreas Müller an der Murmelbahn getroff
Sagenschreiberin Emma sowie ihre Eltern Marion und Jochen Leonhardt haben Bürgermeister Andreas Müller an der Murmelbahn getroffen.

Von sieben Königsberggemeinden führen nun sternförmig Wanderwege auf die höchste Erhebung im Nordkreis. Sie werden am Samstag, 1. Oktober, eröffnet: Aus allen Orten wandern Gruppen zum Gipfeltreffen, fast überall angeführt vom Bürgermeister.

Die Idee, aus allen Königsberggemeinden einen Wanderweg zum Gipfel auszuweisen, war in manch einem Ortsgemeinderat viel diskutiert worden. So waren vor einem knappen Jahr vorerst nur fünf Wege zum neuen Thron und zur neuen Tafel digital ausgewiesen worden: aus Rutsweiler an der Lauter (3,4 Kilometer ab der PWV-Hütte), Hinzweiler (vier Kilometer), Wolfstein und Oberweiler im Tal (je etwa 2,6 Kilometer) und Aschbach. Inzwischen sind auch Eßweiler und Rothselberg dabei, die Wege sind einheitlich ausgeschildert, die Bürgermeister marschieren am Eröffnungstag vorneweg.

Der Aschbacher Waldlehr- und Erlebnispfad wurde bereits vor wenigen Wochen eingeweiht. Birgit Wamsbach führt ab 10 Uhr die Wanderer darauf vom Wanderparkplatz am Pumpwerk zum Königsberggipfel. Zur selben Zeit wird mit Sabrina Göttel, Beigeordnete von Hinzweiler, an der dortigen PWV-Hütte und mit Peter Gilcher am Dorfplatz in Eßweiler gestartet – wer später dazustoßen will, kann um 10.30 Uhr zum Segelflugplatz kommen.

Dann wird auch in Wolfstein an der Jugendherberge mit Herwart Dilly losmarschiert, an der PWV-Hütte Rutsweiler mit Dirk Landfried, mit Rothselbergs Bürgermeister Rainer Mohr am Kreisel am Selberg und am Dorfgemeinschaftshaus von Oberweiler im Tal mit Harry Kelemen.

Wandermusikanten spielen auf

Ziel ist natürlich der Gipfel, wo um 12 Uhr die Wandermusikanten spielen und ein kleiner Umtrunk gereicht wird. Danach soll gemeinsam zur PWV-Hütte Hinzweiler gewandert werden, wo gefeiert und gegessen wird, außerdem die Vaneczek-Combo erneut ab 13.30 Uhr aufspielt. Zur Veranstaltung laden die Verbandsgemeinde mit Ortsgemeinden und dem Verein Zukunftsregion Westpfalz ein. Es wird ein Königsbergshuttle angeboten, das die Wanderer zu ihren Ausgangsorten zurückbringt. Um Anmeldung per E-Mail an tourismus@vg-lw.de wird gebeten.

Eine Murmel zeigt an, wo Rothselberg entsteht

Thron und Tafel auf dem Gipfel des Königsbergs sowie die Murmelbahn an der Freizeitanlage Laufhausen haben die 13-jährige Emma Leonhardt aus Rothselberg zu einer besonderen Geschichte inspiriert. Die Achtklässlerin, die das Siebenpfeiffer-Gymnasium in Kusel besucht, hat eine Sage über die Gründung ihres Heimatortes geschrieben:

„Damals, als noch ein König über das Pfälzer Bergland herrschte, kam ein armer Bauer zu ihm. Er bat um ein eigenes Grundstück, da er seine Familie mit seinem bisherigen Leben nicht versorgen konnte. Der König und der Bauer schlossen eine Wette ab. Der Bauer hatte eine Murmelbahn aus Holz geschnitzt. Also machten sie ein Wettrennen: Würde die Murmel des Bauern weiter rollen als die des Königs, bekäme dieser das Grundstück, auf dem die Murmel lande. Würde aber die Murmel des Königs weiter rollen als die des Bauern, müsse der Bauer dem König einen Thron aus Holz schnitzen und diesen auf dem Königsberg aufstellen.

Beide waren einverstanden und rollten die Murmeln. Letztendlich war die Murmel des Bauern schneller und somit bekam er das Grundstück. Der Bauer baute für sich und seine Familie ein Haus, worin sie leben konnten. Nach und nach bauten immer mehr Bauern Häuser und somit entstand der Ort Rothselberg. Die Murmelbahn sowie der geschnitzte Thron, den der Bauer aus Dankbarkeit baute, kann man noch heute auf dem Königsberg besichtigen.“

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