Brücken RHEINPFALZ Plus Artikel Christof Dahl: „Um unser Angebot beneiden uns viele Dörfer“

Schon im unfertigen Jugendraum lässt sich erkennen, was dort einmal geboten wird. Das Foto mit Ortsbürgermeister Christof Dahl i
Schon im unfertigen Jugendraum lässt sich erkennen, was dort einmal geboten wird. Das Foto mit Ortsbürgermeister Christof Dahl ist Ende August entstanden.

In Brücken tut sich viel: ein uSeniorenheim entsteht, das geplante Ärztehaus ist bald zum Einzug bereit. Und Ortsbürgermeister Christof Dahl hat noch Ideen ...

Respekt hat er vor der neuen Aufgabe: Seit Anfang September ist Christof Dahl, 42, Ortsbürgermeister. „Mir ist klar, dass ich nach Pius Klein und Johannes Huber in große Fußstapfen trete“, sagt Dahl, der bei der Volksbank Glan-Münchweiler im Privatkundengeschäft tätig ist. Huber hat das Amt abgegeben, da er Mitte Oktober neuer Landrat im Kreis Kusel wird.

Dahl ist im kommunalpolitischen Geschäft kein Neuling, sitzt seit 2002 im Ortsgemeinderat und ist seit 2019 Beigeordneter der Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Geprägt hätten den Christdemokraten sein Vater, der im damaligen Rat der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg aktiv gewesen sei, und Pius Klein, der als Dorfchef stets darum bemüht gewesen sei, junge Leute für die Politik zu interessieren und aufzubauen.

Erster Ansprechpartner für die Bürger

Seit Dahl die Amtsgeschäfte übernommen hat, ist er erster Ansprechpartner für die Bürger, „ob der Rasen nicht gemäht ist oder ob irgendwo illegal Müll abgeladen wurde“. Das sei nun schon anders. Dass im Dorf viele Projekte schon angeschoben seien, erleichtere ihm den Einstieg, erzählt der Vater von zwei Töchtern.

Rechtzeitig vorm Sommer 2026 soll beispielsweise der Mehrgenerationenplatz im Dorf fertig werden, der auf dem ehemaligen Bolzplatz nahe der Turnhalle entsteht. Beachvolleyball-, Fußballplatz und ein Boulefeld sollen dann junge wie alte Einwohner beschäftigen. Dabei setzt die Ortsgemeinde vor allem auf Eigenleistung – ob bei der Umsetzung vor Ort oder der Finanzierung. Unter anderem mit einem Crowdfunding und mehreren Veranstaltungen im Dorf ist Geld für den Platz gesammelt worden. Die Bauarbeiten dort würden – wie in vielen Dörfern – von einem „harten, engagierten Kern an Ehrenamtlichen“ gestemmt. Dahl ist überzeugt: „Das wird eine tolle Sache, wenn der Platz fertig ist.“

Seniorenresidenz: Platz für fast 100 Bewohner

Am alten Kerweplatz wird ebenfalls kräftig gebaut. Wie Dahl erzählt, soll die neue Seniorenresidenz im Ortskern Platz für fast 100 Senioren bieten. Läuft es nach Plan, werden dort 2026 die ersten Bewohner einziehen. Damit die leichter am Dorfleben teilnehmen können, will die Ortsgemeinde einen Schotterweg von der Residenz zum Cap-Markt pflastern, in unmittelbarer Umgebung soll dazu ein Wasserspielplatz entstehen. Dahl: „Und wir hätten dort gern noch ein paar Sportgeräte für Senioren.“

Im Ortskern, am zentralen Kreisverkehr, wird momentan ebenfalls geschafft: Wie Dahl erläutert, renoviert dort ein Investor ein früheres Geschäftshaus, das nach seiner Fertigstellung optimale Räume für Arztpraxen bieten könne. „Das ist ein Punkt, der mich in der nächsten Zeit beschäftigen wird. Wir wollen unbedingt wieder einen Hausarzt im Ort haben. Seit die Praxis Evenschor geschlossen wurde, ist das eine echte Lücke bei uns“, sagt Dahl, der „maximale Anstrengungen“ verspricht, wieder einen Allgemeinmediziner nach Brücken zu holen.

Ein großes Angebot und fleißige Ehrenamtler

Vom fehlenden Mediziner abgesehen, lasse es sich in der 2000-Seelen-Gemeinde gut leben: Kindertagesstätte, Grundschule, Cap-Markt, dazu eine Bäckerei und ein Blumengeschäft sowie Gaststätten: „Um dieses Angebot beneiden uns viele Dörfer.“ Ebenso wie um die ehrenamtlichen Helfer, von denen Dahl stellvertretend Paul Schäfer und Bernhard Bauer nennt. „Beide sind Gold wert für die Gemeinde“ – Schäfer als versierter Handwerker, der nicht nur den Märchenwald in Schuss hält, sondern auch die Sitzbänke rund um den Ort, und Bauer, der die Vorhaben der Gemeinde mit viel Herzblut, Ideen und so mancher Geldspende unterstütze.

Ein Neubaugebiet, das aktuell noch in der Planung ist, soll helfen, die Nachfrage nach Bauplätzen in der Gemeinde zu lindern. Laut Dahl sollen dort etwa zehn Häuser ihren Platz finden: „Wenn alles gut läuft, kann ab 2027 gebaut werden.“ Derzeit sei es schwierig, im Dorf ein Haus oder eine Wohnung zu finden, es gebe nur wenige Leerstände in Brücken. Deshalb habe der Gemeinderat vereinbart, darauf zu achten, dass im Neubaugebiet keine Investoren „Wohnungen für Amerikaner“ bauen. Dahl: „Unser Wunsch ist, dass sich dort junge Familien aus dem Ort ansiedeln oder Rentner, die in ein kleineres, seniorengerechtes Haus umziehen wollen.

Jugendraum mit Beamer, Playstation und Couch

Dem neuen Ortsbürgermeister sei es wichtig, das Konzept seiner Vorgänger und des Gemeinderats fortzuführen: „Wir wollen der ganzen Breite der Gesellschaft etwas bieten: jung, alt, mittendrin.“ Deshalb wird in den nächsten Wochen noch der Jugendraum für Kinder und Jugendliche in der alten Dorfschule eröffnen. „Der soll immer dann offen sein, wenn jemand hier ist.“ Ermöglicht wird das Angebot, ausgestattet mit Beamer, Playstation, Brettspielen und Couch-Ecke, – wie sollte es in Brücken anders sein – durch Spenden und ehrenamtliches Engagement.

Sind die Dart-Pfeile spitz genug? Ortschef Christof Dahl probiert’s aus.
Sind die Dart-Pfeile spitz genug? Ortschef Christof Dahl probiert’s aus.
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