Kaiserslautern / Rammelsbach
CDU: Littig und Jung kämpfen um Direktkandidatur
Michael Littig (55) will nicht spekulieren, ob seine Chancen durch Jacobs Rückzug gestiegen sind. Für Xaver Jung sei es bereits der vierte Anlauf. „Ich kandidiere zum ersten Mal. Das kann ein Vorteil oder ein Nachteil sein“, sagt Littig.
Am 10. April werden Jung und er sich ab 10 Uhr in der Otterberger Stadthalle den Delegierten vorstellen und die Argumente austauschen, dann entscheiden die Delegierten. Je 15 Stimmen kommen aus den Kreisverbänden Kaiserslautern-Land und Donnersberg. Kaiserslautern-Stadt stellt 14 Delegierte, zwölf kommen aus dem Kreisverband Kusel. Der Kreisverband Donnersberg, dessen Vorsitzender Jacob ist, will sich noch nicht festlegen, welchen der beiden Kandidaten er unterstützt. „Da wird jeder Delegierte so entscheiden können, wie er es für richtig hält.“
Littig, Vorstand der Teckpro AG, betont, unabhängig vom Ausgang der Nominierung sei es eine große Herausforderung, den Wahlkreis erstmals zu gewinnen. Und das trotz des Gegenwinds aus Berlin, sagt Littig mit Verweis auf die Maskenaffäre. Zuletzt hatte stets der nicht mehr antretende SPD-Mann Gustav Herzog das Direktmandat geholt.
Xaver Jung (59) nimmt die Entscheidung Jacobs mit Zustimmung auf: „Ein Bewerber weniger freut mich natürlich, jetzt können die Delegierten sich zwischen zwei Kandidaten gut entscheiden.“ Jung findet es aber unglücklich, dass Jacob seinen Rückzug unter anderem mit der Maskenaffäre in der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion begründete: „Wir haben die Betroffenen sofort rausgeworfen. Mehr kann eine demokratische Partei nicht tun.“
Weil Corona den Wahlkampf nicht leicht mache, ist es aus Sicht von Jung wichtig, dass ein Bewerber für die CDU antrete, der wisse, um was es in Berlin gehe. „Ich weiß, was auf mich zukommt. Ich habe das vier Jahre gemacht“, sagte der Lehrer an den Gymnasien in Kusel und Lauterecken. Jung war 2013 für eine Legislaturperiode über die Landesliste in den Bundestag eingezogen.