Kreis Kusel
Brennholz: Hohe Nachfrage bei Forstzweckverbänden in Nord- und Südkreis
Anfragen für Brennholz konnten bis Ende Oktober beim Forst abgegeben werden. Bis zum Meldeschluss seien rund 8500 Festmeter Brennholz bestellt worden, bilanziert Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel. Im Vorjahr war die Bestellmenge mit rund 8000 Festmetern noch deutlich geringer.
Für das Jahr 2024 sind allein im Bereich der Verbandsgemeinde (VG) Lauterecken-Wolfstein 2100 Festmeter Brennholz geordert. Davon entfallen 1550 Festmeter auf den im Juli gestarteten Forstzweckverband (FZV) Lauterecken-Wolfstein.
Laub- teurer als Nadelholz
Für einen Festmeter Laubholz sind 68 Euro zu zahlen, ein Festmeter Nadelholz kostet 50 Euro. Für ein Flächenlos zur Selbstwerbung werden 30 Euro je Festmeter fällig. Fünf Ortsgemeinden im Nordkreis hätten abweichende Preise festgesetzt, berichtet Verbandsvorsteher Albert Graf, der Ortsbürgermeister von Medard ist.
Zum Stichtag belief sich die Bestellmenge Brennholz im Forstrevier Glantal, das den gesamten Körperschaftswald in der VG Oberes Glantal umfasst, auf 3250 Festmeter. Auf den FZV Oberes Glantal entfallen davon 1890 Festmeter. Die Verbandsversammlung kürzte vor wenigen Tagen die maximale Abgabemenge für Brennholz von zehn auf sieben Festmeter. Auch geringere Nachfrage-Mengen werden um 30 Prozent reduziert, wie Verbandsbürgermeister Christoph Lothschütz, zugleich Vorsteher des Zweckverbandes, mitteilt.
Erfolgreiches Startjahr im Südkreis
Der FZV Oberes Glantal umfasst 14 Ortsgemeinden mit rund 1400 Hektar Kommunalwald. Für 2022 weist der Verband im Finanzhaushalt einen Überschuss von rund 102.000 Euro auf, wie Lothschütz in der Verbandsversammlung erläuterte. Das Startjahr sei sehr erfolgreich verlaufen, folgerte der Vorsteher. Für das laufende Jahr wird der FZV zudem aus dem Bundesprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ mit knapp 90.000 Euro gefördert, die zweckgebunden für den Forst zu verwenden sind.
Ohne verringerte Obergrenzen kommt der FZV Lauterecken-Wolfstein aus, da trotz gestiegener Nachfrage eine ausreichende Menge zur Verfügung steht, berichtet Verbandsvorsteher Graf. Bei der Brennholz-Abgabe orientiere sich der Verband an haushaltsüblichen Mengen.
Gute Entwicklung nach „Kinderkrankheiten“
Im FZV Lauterecken-Wolfstein sind 25 Ortsgemeinden mit ihrem jeweiligen Forstbetrieb Mitglied. Das durch Beschluss der Verbandsversammlung gebildete Forstrevier umfasst nahezu 2000 Hektar Wald. Nach den üblichen „Kinderkrankheiten“ weise der Zweckverband eine gute Entwicklung auf, resümiert Vorsteher Graf. Mit Blick auf weitere Verbandsmitglieder ergänzt er: „Wir halten die Tür offen.“
Auch im Nordkreis wird der FZV mit Zuschüssen aus dem Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ unterstützt. Dies sei allerdings an die Einhaltung von einem Dutzend Kriterien geknüpft, erläutert Graf. Der Katalog reicht von Vorrang für Naturverjüngung über Verzicht auf Kahlschläge, Anreicherung der Diversität an Totholz, Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutz, Wasserrückhaltung und Stilllegung von fünf Prozent der Waldfläche. „Das müssen wir umsetzen“, sagt Albert Graf.
Vielfältige Vorteile
Beide Zweckverbände bieten laut Forstamtsleiterin Kleinhempel vielfältige Vorteile: Senkung der Verwaltungs- und Betriebsausgaben durch Bildung größerer Bewirtschaftungseinheiten anstelle der zerstreuten Forstbetriebe, etwa durch gebündelte Vergabe von Waldarbeiten und bei der Bewirtschaftung; Steigerung der Attraktivität des Forstbetriebes für Unternehmer und somit höherer Anreiz zur Angebotsabgabe bei Ausschreibungen; Revierleiter können sich intensiver um die Abläufe im Wald kümmern; Entbürokratisierung durch Wegfall der jährlichen Forstwirtschaftspläne für die einzelnen Ortsgemeinden; Kostenersparnis bei den Beiträgen zur Berufsgenossenschaft.
Aus dem Kreis der 34 Ortsgemeinden in der VG Kusel-Altenglan seien bisher keine Initiativen bekannt, einen Forstzweckverband zu bilden, heißt es von der Verwaltung. Ändern könnte sich dies aber durchaus nach den Kommunalwahlen im nächsten Jahr. Für die Forstreviere Lichtenberg und Altenglan sind aktuell Bestellungen über knapp 2700 Festmeter Brennholz registriert.