Offenbach-Hundheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ausbau der B420: Zwei Jahre lang kein Durchkommen im Unteren Glantal

Lange geplant, lange gewünscht: der Ausbau der B420 in Offenbach-Hundheim steht bevor. Damit einher gehen aber auch länger anhal
Lange geplant, lange gewünscht: der Ausbau der B420 in Offenbach-Hundheim steht bevor. Damit einher gehen aber auch länger anhaltende Behinderungen für Verkehrsteilnehmer.

Einmal mehr stellt ein Großprojekt die Geduld ungezählter Autofahrer auf eine harte Probe. Am 4. Oktober soll der Ausbau der Ortsdurchfahrt Offenbach-Hundheim starten. Schon jetzt bittet der Landesbetrieb Mobilität um Geduld – und um Zurückhaltung bei Umleitung-Tipps.

Verkehrsteilnehmer werden sich ab 4. Oktober auf erhebliche Behinderungen einstellen müssen. Am Dienstag nach dem Winzerfest beginnt der Ausbau der B 420. Für zwei Jahre wird die Bundesstraße im Mittleren Glantal nicht mehr durchgängig befahrbar sein.

Der Schwerlastverkehr wird mangels geeigneter Straßen in Ost-West-Richtung weiträumig umgeleitet und führt von Lauterecken durch das Lautertal über Wolfstein und Rothselberg nach Altenglan und zurück. Auch eine Nordumgehung wird eingerichtet, die sei allerdings primär für den Pkw-Verkehr gedacht und führt über die L373 von Glanbrücken über Kirrweiler und Homberg zurück auf die B270. Das teilte Stephan Bartenbach vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Kaiserslautern in einer gut besuchten Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Gemeinde- und Feuerwehrhaus mit.

Appell: Keine Umleitungstipps veröffentlichen

Während der gesamten Bauzeit versuche man, Busse innerorts über die Hauptstraße umzuleiten, die sicherlich auch als Umleitung für den örtlichen Verkehr dienen könne, jedoch nicht den gesamten Verkehr aufnehmen könne, schon gar nicht für Lkw ausgelegt sei. „Wir werden an den Engstellen in der Hauptstraße mehrere Ampeln aufstellen und das Parken überall dort verbieten, wo Behinderungen auftreten können“, sagte Bartenbach und bat inständig darum, keine Umleitungstipps über Seitenstraßen oder Feldwege in Sozialen Netzwerken zu posten.

„Wir weisen den Fernverkehr sehr frühzeitig und mehrfach auf die Vollsperrung hin, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass in den ersten Tagen Chaos herrschen wird. Es wird auch der Moment kommen, da sich ein Lkw in Höhe der Metzgerei Leppla festfahren wird, aber unser Ziel ist es natürlich, so etwas zu vermeiden“, bat Bartenbach um Verständnis.

Ausbau in sieben Etappen

Ausgeführt wird die Erneuerung der rund 1,2 Kilometer langen Ortsdurchfahrt in sieben Abschnitten, die Längen zwischen 110 und 290 Metern haben und jeweils zwischen neuralgischen Stellen wie den Einmündungen der Talstraße, der Brückenstraße oder der Bäckerei liegen. „Wir haben uns für einen abschnittsweisen Ausbau unter Vollsperrung in erster Linie aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen entschieden. Außerdem kann ein Ausbau über die gesamte Straßenbreite in deutlich besserer Qualität und schneller erfolgen, als dies bei einer halbseitigen Sperrung der Fall ist“, sagte der Leiter der Fachgruppe Bau bei der Behörde.

Der sicherlich problematischste Abschnitt komme zuerst und umfasse die Einmündungsbereiche von Tal- und Hauptstraße am Ortseingang Richtung Glanbrücken. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von rund acht Wochen, wobei der Kreuzungsbereich für mindestes 14 Tage voll gesperrt werden muss und der Ortsteil Hundheim abgehängt wird“, sagte Bartenbach.

Verschwenkung nicht notwendig

Für Diskussionen sorgte – erwartungsgemäß – der Abschnitt von der Einmündung der Hauptstraße bis zum Ortseingang Richtung Lauterecken. Über die Planung war mehrfach in Ratssitzungen zum Teil äußerst heftig debattiert worden. Umstritten ist der mögliche Bau einer Verschwenkung, gegen die die Anwohner Front machen, da sie um ihre Parkplätze fürchten.

„Baurecht hat der Ausbau ohne die die Verschwenkung. Verkehrsmessungen und Berechnungen haben ergeben, dass deren Bau zwar sinnvoll wäre, aber nicht notwendig ist. Wenn von Seiten der Gemeinde kein klares und unumstrittenes Votum für den Bau kommt, werden wir das von uns aus auch nicht weiter verfolgen“, betonte Bartenbach auf Anfragen von Zuhörern hin mehrfach.

Mit 5,5 Millionen Euro kalkuliert

Der Ausbau der B420 ist mit rund 5,5 Millionen Euro kalkuliert, wobei der Bund mit rund 4,36 Millionen den Löwenanteil übernehmen wird. Auf die Gemeinde, in deren Zuständigkeit der Neubau des Bürgersteigs auf der nördlichen Seite fällt, entfallen zirka 760.000 Euro bei einem Eigenanteil von 35 Prozent. 65 Prozent, also knapp eine halbe Million Euro, werden auf die Anlieger umgelegt.

Wie Ortsbürgermeister Peter Stein sagte, werde es zu den Ausbaubeiträgen noch eine Einwohnerversammlung geben. Stein appellierte ebenso wie Bartenbach an das Verständnis der Offenbach-Hundheimer, die in den nächsten 24 Monaten gelassen auf die Behinderungen reagieren sollten. „Andere Gemeinden an der B 420 haben den Ausbau verkraftet, dann werden wir das ebenfalls hinbekommen“, sagte Stein.

Vor 20 Jahren schon beschlossen

Stein sagte, dass man bereits vor 20 Jahren im Rat den Grundsatzbeschluss gefasst habe, den Ausbau anzustoßen. Bis 2018 habe es gedauert, den Planfeststellungsbeschluss zu erwirken, die Bauarbeiten seien erst vor wenigen Wochen an eine Firma aus Sien vergeben worden, denen Bartenbach eine hohe Kompetenz bescheinigte.

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