Kreis Kusel Auf der Zielgeraden
Schon vor der Premiere am Samstagabend feiert die Musicalwerkstatt der Musikschule Kuseler Musikantenland einen großen Erfolg. Beide Aufführungen des Musicals Carrie in der Fritz-Wunderlich-Halle – sie finden am 13. und 15. Mai statt – sind ausverkauft. Letzte Kraftakte stehen dennoch an: Es gibt nur je eine Licht- und Tonprobe. Am Dienstagabend kamen die Beleuchter. Und die müssen ihr Konzept bis zur großen Premiere noch ein Stück weit verbessern.
Die im Januar 2016 gegründete Musicalwerkstatt der Musikschule Kuseler Musikantenland hat viele Unterstützer. Rotary und Lions Club stockten das Budget auf, ebenso die Sonja-und-Bernhard-Bauer-Stiftung und die Dr.-Marianne-Fremgen-Stiftung „Cura Helvetica“, die öffentliche Hand stellte die Räumlichkeiten. Das Engagement ist gut angelegt – riesige Fortschritte haben die 20 jugendlichen und drei erwachsenen Laiendarsteller in den intensiven Proben der vergangenen Monate im Gesang, Tanz und Schauspiel gemacht, daran ließ die erste und einzige Beleuchtungsprobe von 17 bis 22 Uhr am Dienstagabend in der Fritz-Wunderlich-Halle keine Zweifel. Um die Bedingungen zu schaffen, unter denen große Musicalproduktionen normalerweise arbeiten, reichte das Budget dennoch nicht. So musste das Kreativteam der Werkstatt aus Melanie Petcu, Angelika Rübel und Matthias Stoffel auch in dieser Hinsicht kreativ werden: Wie schon bei der Musikschulproduktion „Der kleine Tag“ übernehmen drei Auszubildende zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik eines Unternehmens aus dem saarländischen Heusweiler-Holz als Projektarbeit die Ausleuchtung der Bühne. Der gibt der Breitenbacher Künstler Rüdiger Sontag das ebenso einfach zu handhabende wie ausdrucksstarke Bild. Zwei Tage vor der Generalprobe (die Hauptrollen sind doppelt besetzt, geprobt wurde am Dienstagabend in der Samstagsbesetzung mit Lisa-Marie Drumm, Anke Schuck und Katrin Meier als Carrie und Margaret White sowie Sue Snell) herrscht noch Abstimmungsbedarf zwischen denen am und denen im Licht. Die Spotwechsel klappen nicht, der Kirchenchor singt im Dunkeln und einige Lichtstimmungen, die die Azubis anhand der Musicalskripte sozusagen im Reagenzglas entwickelt haben, passen ganz und gar nicht zum tatsächlichen Bühnengeschehen. „Könnt Ihr das ein bisschen düsterer machen?“, fragt Petcu, als eine inhaltlich grausame Szene zwischen religiös-fanatischer Mutter und zutiefst verunsicherter und gemobbter Tochter mit dramatischem Duettgesang atmosphärisch allzu freundlich daherkommt. Weiterer Stolperstein: Die Choreographie und die Beleuchtung konnten während des kreativen Prozesses nicht aufeinander abgestimmt werden. Ab und an nehmen die Solisten nun Positionen auf der Bühne ein, die von den Strahlern der Halle nicht erreicht werden können – eine Herausforderung nicht nur für angehende Lichtdesigner. Im Zuschauerraum fliegen die Bleistifte über die Skripte. Das Lichtteam notiert akribisch, was geändert und was bis zur Generalprobe heute Abend sogar noch gebaut werden muss, das Kreativteam macht sich Notizen über die Leistung der Darsteller. Ablauf, Lautstärke, Verständlichkeit, Laufrichtung – die Besprechung am Ende der Probe wird aufzeigen, was noch verbesserungswürdig ist. „Wir haben ja noch die Generalprobe“, sagt Petcu zuversichtlich.