Kreis Kusel
April, April: Salamidrink, Knochenfund und Cannabisplantage als Einnahmequelle
Wer die Kuseler Redaktionsmitglieder der RHEINPFALZ kennt, weiß, dass wir für – fast – jeden Spaß zu haben sind. Umso schwerer ist es uns deshalb auch gefallen, am 1. April wieder auf groben Unfug zu verzichten und eine durch und durch seriöse Ausgabe zu verfassen. Ganz ohne die Leserinnen und Leser in den April zu schicken. Doch in Zeiten von Fake-News, Lügenpresse-Vorwürfen und dem Internet, das nichts vergisst, ist es schwierig, einen Aprilscherz zu verbreiten – der uns in wenigen Wochen womöglich als Falschmeldung vorgeworfen wird.
Glücklicherweise gibt’s im Landkreis einige Kommunen, Firmen und Institutionen, die sich einen Spaß daraus machen, am 1. April Menschen zu veräppeln – und dafür teilweise sogar einen gewissen Aufwand betreiben. Wir jedenfalls hatten am Dienstag unseren Spaß bei der kleinen Recherche zu Aprilscherzen „made im Kuseler Land“.
Baustopp nach Knochenfund
Von einem „Sensationsfund“ berichtet beispielsweise der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, Jens Werner: „Bauarbeiter entdecken Dinosaurierknochen bei Feuerwehrhaus-Bau“ ist eine Meldung auf seiner Facebookseite überschrieben. Forscher der Uni Mainz haben demnach den Fund verifiziert, es handelt sich um „die fossilen Überreste eines Pflanzenfressers aus der Gruppe der Sauropoden“. Stadtbürgermeister Martin Hess hofft laut den Ausführungen seines CDU-Parteifreunds Werner auf Weltruhm für das Kreisstädtchen. Jetzt wird überlegt, wie die Entdeckung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnte. Da die Bauarbeiten am Feuerwehrhaus gestoppt wurden, stellt sich nun die Frage: „Wie geht es weiter mit dem dringend benötigten Neubau für die Feuerwehr Kusel?“
Doch nicht nur Feuerwehrleute haben rund um den 1. April den Schalk im Nacken, auch Betriebe im Landkreis zeigen sich kreativ: Bei KOB in Wolfstein hatte am Dienstag ein „Feel-Good-Manager“ seinen ersten Tag: Der KOBär kümmert sich rührend um die Mitarbeiter des Herstellers von medizinischen Textilien, lässt sich knuddeln, reicht Getränke und sorgt im Bärenkostüm – zumindest bei den meisten Kollegen – für gute Laune, wie ein Video auf Facebook beweist.
Die Metzgerei Braun zeigt, wie innovativ es auf der Erlenhöhe bei Konken zugeht: Der Betrieb beschäftigt sich nämlich nicht nur mit Fleischersatzprodukten sondern expandiert jetzt mit dem „Meat Drink“ auch in den Getränkemarkt. Nach Unternehmensangaben ist es „der erste Drink mit dem herzhaften Geschmack & der Power von Edelsalami“. Die Ein-Liter-Tetrapaks gibt’s, „solange der Vorrat reicht“. Als weitere Variante wird in den Kommentaren zum Facebook-Beitrag von Braun bereits der „Mett Drink“ gefordert.
Neue Wege bei der Haushaltskonsolidierung geht derweil die Ortsgemeinde St. Julian, die in sozialen Medien am Dienstag verbreitet hat, dass ein Cannabis Social Club als Eigenbetrieb gegründet werden soll. Auf einem Hektar gesicherter Ackerfläche sollen die Pflanzen kultiviert werden. „Dabei wird bereits im ersten Jahr mit einem Ertrag von zehn Doppelzentnern gerechnet“, schreibt Ortsbürgermeister Philipp Gruber. Das entspreche „auf dem pharmazeutischen Agrarmarkt“ einem Umsatz von bis zu drei Millionen Euro. Die erste Ernte soll im Herbst eingefahren werden.
Adeliger Besuch krönt Jubiläumsjahr
Hoher Besuch hat sich für Dienstagabend in Wolfstein angesagt. Dort wird anlässlich des Jubiläums (750 Jahre Wolfstein) der Kaiserurenkel zum Festvortrag erwartet. Den hochkarätigen Redner hat der Theaterverein in das Städtchen gelockt. Der Verein freut sich sehr, dass „seine kaiserliche Hoheit Ferdinand Habsburg-Lothringen“ zum Thema „Was hat sich mein Vorfahr gedacht bei der Verleihung der Stadtrechte an den Flecken Wolfstein?“ referiert. Die RHEINPFALZ wird berichten.
Einzig das Westpfalz-Klinikum schießt mit seinem Aprilscherz über die Grenzen des guten Geschmacks (und vor allem der Pfalz) hinaus. Das Krankenhaus mit seinem Standort in Kusel firmiert künftig unter dem Namen „Saarpfalz-Klinikum“. Die Namensänderung teilt die Pressestelle via Facebook-Kurzvideo mit. Eigentlich müsste hier Landrat Otto Rubly als Aufsichtsratsvorsitzender einschreiten und ein Machtwort sprechen. Über sowas macht man keine Scherze! Da endet dann selbst die Toleranz der Redaktion. *Zwinkersmiley*