Kusel
Amerikaner signalisieren Interesse am Windhof – zumindest noch vor der Wahl von Trump
Es ist das erste offizielle Schreiben zum Sachstand der Pläne zur früheren Unteroffizier-Krüger-Kaserne, das er als Stadtbürgermeister erhalten hat, berichtet Martin Heß im RHEINPFALZ-Gespräch. Etliche Male habe er in den vergangenen Wochen bei der Bima nachgefragt, die das Gelände für den Eigentümer Bund verwaltet. Am vergangenen Dienstagmittag, dem Tag der US-Wahl, habe er dann schriftliche Antwort erhalten.
In einer Pressemitteilung informierte die Stadtspitze am Montag über die Antwort der Bima. Demnach heißt es, die US-amerikanischen Streitkräfte hätten großes Interesse an einer Übernahme der Liegenschaft. Der Bedarf sei zwischenzeitlich bereits in einer zweiten Absichtserklärung bekräftigt worden. Die Liegenschaftsanforderung werde derzeit vorbereitet und würde im kommenden Jahr erwartet.
Über die Absichten der Amerikaner zeigte sich Heß erfreut. „Die Amerikaner sind für uns langjährige Partner und Freunde und ihre Präsenz wäre sicher eine große Bereicherung für unsere Stadt und die Umgebung“, wird der CDU-Politiker in der Mitteilung zitiert. „Es wäre schön, wenn die Kaserne wieder mit Leben erfüllt würde.“
Gelände würde dann als Entwicklungsfläche entfallen
Dass die US-Streitkräfte tatsächlich nach Kusel kommen, halte er auch mit Blick auf das Wahlergebnis und der anstehenden zweiten Präsidentschaft Donald Trumps noch für sehr realistisch, sagt Heß auf RHEINPFALZ-Anfrage. Schließlich seien solche militärischen Planungen meist sehr langfristig ausgelegt, auch die geopolitische Lage spiele mit rein. Mit der Bima sei er so verblieben, dass sie bei nennenswerten Änderungen oder Entwicklungen in Sachen Windhof die Stadt informiere.
Eine Übernahme des Geländes durch die US-Streitkräfte bedeute aber auch gleichzeitig, dass die Fläche „als dringend benötigte Entwicklungsfläche (unter anderem für Gewerbe und Industrie) wegfallen würde“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Hier gelte es nun, Alternativen zu suchen und andere Flächen zu erschließen und zu entwickeln. Heß sieht hierbei auch das Land in der Verantwortung. Die gesamte Region Westpfalz sei in der Vergangenheit von der Landespolitik eher stiefmütterlich behandelt worden und habe die notwendige Unterstützung für eine zukunftsorientierte Entwicklung häufig nicht erhalten. „Ich fordere vom Land Rheinland-Pfalz endlich eine starke Unterstützung für die Westpfalz im Allgemeinen und die Stadt Kusel im Speziellen“, so der Stadtbürgermeister. Er unterstütze die Idee eines „Masterplans für die Westpfalz“ seines Parteikollegen Otto Rubly. Der Landrat fordert unter anderem die Schaffung langfristiger Perspektiven für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region.
