Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Am 27. Mai kann nirgends geschwommen werden

Bleibt noch länger so unberührt: das Schwimmerbecken in Waldmohr.
Bleibt noch länger so unberührt: das Schwimmerbecken in Waldmohr.

Grünes Licht von der Landesregierung, Kopfschütteln bei den Verbandsgemeindeverwaltungen und Bürgermeistern. Ende Mai soll die Badesaison losgehen – allerdings nur unter strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen. Wie diese aussehen werden, weiß noch niemand.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am Mittwoch angekündigt, dass Badeeinrichtungen unter ganz bestimmten hygienischen Auflagen wieder öffnen dürfen. Nur, wie diese Auflagen aussehen, dazu gibt es bislang nichts Offizielles. Die Schwimmbadbetreiber im Landkreis Kusel reagieren darauf mit Unverständnis.

„Ohne zu wissen, wie diese Auflagen aussehen, können wir unsere Bäder schlecht öffnen. Die Ankündigung der Ministerpräsidentin hat uns alle überrascht“, kritisiert beispielsweise Fred Wolf, Werkleiter der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein. Doch selbst wenn ein genaues Konzept vorläge, wäre mit einem pünktlichen Öffnen zum 27. Mai nicht zu rechnen, sagt er. „Rund 3000 Kubikmeter Wasser müssen wir beispielsweise in Wolfstein ablassen und neu auffüllen. Ein Vorlauf von 14 Tagen ist dafür zu gering. Außerdem müssen wir einen deutlich höheren Personalaufwand einplanen. Auch hierfür braucht es Zeit.“

Vorlauf zu kurz

Ähnliche Worte findet man bei den beiden anderen Verbandsgemeinden im Landkreis. Werkleiter Heiko Kopp von der Verbandsgemeinde Oberes Glantal sagt, die Vorlaufszeit von zwei Wochen sei zu gering, um den Badebetrieb am 27. Mai starten zu können. Stattdessen würden zurzeit anstehende Revisionsarbeiten am Schwimmbad in Waldmohr durchgeführt.

Verbandsbürgermeister Christoph Lothschütz betonte außerdem, dass vor der Schwimmbaderöffnung auf den Pandemieplan der Landesregierung gewartet werden und über das voraussichtlich notwendige zusätzliche Personal gesprochen werden müsse. Roger Schmitt, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, sagt im Gespräch mit der RHEINPFALZ, wenn ein Konzept vorläge, könnte das Bad in Altenglan voraussichtlich innerhalb von drei Wochen geöffnet werden. Das letzte Wort, ob und wann die Bäder tatsächlich öffnen, sei jedoch noch nicht gesprochen.

Ortsbürgermeister sauer

Auch die ganz kleinen Schwimmbadbetreiber, die Gemeinden im Landkreis, sitzen auf heißen Kohlen. Egal ob in Jettenbach, Bosenbach oder Matzenbach – niemand kann mit Sicherheit sagen, ob und wann wieder geplanscht werden kann. Jettenbachs Ortsbürgermeister Timo Harth ist sauer: „Was die Landesregierung verkündet hat, ist allerhand! Bei uns laufen die Drähte heiß, weil den Leuten suggeriert wird, dass die Schwimmbäder Ende Mai öffnen. Dabei wurde uns noch nicht gesagt, wie das Konzept aussehen soll, wie und welche Regularien auf uns zukommen, wie hoch die maximale Besucherzahl sein darf und so weiter. Außerdem dauert es Wochen, ein Schwimmbad betriebsbereit zu machen.“ Personell sei Jettenbach gut aufgestellt, erklärt Harth weiter. Jedoch seien selbst die Bürger im Ort geteilter Meinung, ob ihr Freibad in dieser schweren Zeit überhaupt öffnen sollte.

In Risikogruppe

Im benachbarten Bosenbach sei selbst mit vorliegendem Pandemieplan am 27. Mai nicht damit zu rechnen, dass das Bad geöffnet wird, erklärt Ortsbürgermeister Martin Volles. Die lange Vorbereitung mache einen Strich durch die Rechnung. Auch die Personalfrage sei ein Thema, über das noch beraten werden müsse, sobald genaue Vorgaben bekannt seien.

Matzenbach leidet ebenfalls unter dem fehlenden Konzept der Landesregierung. Hinzu komme ein weiteres Problem, klagt die Erste Beigeordnete Andrea Müller: „Wir haben nur ehrenamtliche Helfer bei uns und diese gehören zum großen Teil zur Risikogruppe. Wir wollen miteinander sprechen und warten dann die Richtlinien aus Mainz ab. Je nachdem, wie unsere Helfer entscheiden, könnte es schwierig werden, die Badeaufsicht zu gewährleisten.“

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