Kusel Staunen, kaufen und selbst aktiv werden
Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen fanden sich am Samstag und Sonntag knapp 2000 Besucher auf dem Mittelaltermarkt an der Wasserburg in Reipoltskirchen ein. Viele Lagerbewohner übernachteten in Zelten. Doch egal ob für Mittelalterfans im Gewand oder „einfache“ Besucher – für alle war viel geboten.
Direkt am Einlass des Mittelaltermarktes gab es zum Beispiel verschiedene Sachen zum Essen, vom Schwenker bis zum Hanfflammkuchen war für jeden etwas dabei. Zusätzlich waren viele Bierbänke und Tische aufgebaut, die zum gemütlichen Beisammensein bei strahlendem Sonnenschein einluden und auch reichlich in Anspruch genommen wurden. Das Mittelalterduo Scurrillitas sorgte für „Musik und Rabatz“. Dahinter eröffnete sich das Tor zur Welt des Mittelalters. An den vielen verschiedenen Ständchen, die Felle, Kleidung, Wolle, Waffen, Gewürze, Dekomaterial und vieles mehr im Angebot hatten, konnte man entlangschlendern und auch das ein oder andere Mitbringsel erwerben. Neben den Verkaufsständen wurde aber auch allerlei Show geboten. So gab es zum Beispiel einen Schaukampf der „Lichtenberger Burgmannen“ zu bewundern. Auch eine Flugshow der Falknerei Eulenhof war im Programm. Dort brachte Falkner Stefan Kosfeld nicht nur die Uhus und Bussarde zum Fliegen und die Kinder zum Staunen, sondern vermittelte auch noch Wissenswertes über die Tiere. Ein Irrglaube ist beispielsweise, dass Uhus hauptsächlich nachtaktive Tiere sind. Das aber ist laut Kosfeld gar nicht der Fall, „denn die Tiere brauchen immer mindestens etwas Restlicht, um etwas sehen zu können. Außerdem müssen sie ihre Jungen alle zwei bis drei Stunden tagsüber füttern.“ Ein weiterer Höhepunkt des Marktes war das weithin bekannte Duo „Jomamakü“. Mit ihrer Diaboloschau, der Feuerschau und dem Gauklerauftritt „Die komische Hubertusschau“ konnten die beiden Klein wie Groß begeistern. Aber nicht nur staunen und kaufen, sondern auch selbst tätig werden war möglich. Sich selbst einen Anhänger schmieden, mit Pfeil und Bogen oder Armbrust Treffsicherheit unter Beweis stellen oder Geschick beim Balken-Tjost beweisen war gegen geringes Entgelt oder eine Spende möglich. Seine Kraft testen konnte man mit dem „Germanenhammer“ von Antonio Weiss. Der Schausteller und Gaukler stammt aus der Zirkusfamilie Bügler und Althoff aus Enkenbach-Alsenborn ab, die eine lange Tradition vorweisen kann. Nicht direkt zu den gewohnten Teilnehmern eines Mittelaltermarktes zählten die beiden Hobbyimker Ralf Weidemeier und Andreas Fritz. Nichtsdestotrotz waren auch dort viele Besucher, um die etwa 15 Bienenvölker mit rund 700.000 Bienen zu bestaunen und selbstgemachten Honig und Honiglikör zu probieren. Ortsbürgermeister Ernst Eckert und der erste Vorsitzende des Fördervereins Reipoltskirchen, Thomas Fischer, waren erfreut über den großen Besucherandrang. „Trotz vieler ähnlicher und nicht weit entfernter Veranstaltungen wie dem Bauernmarkt in Weilerbach und dem Frühlingsfest auf der Burg Lichtenberg sind richtig viele Leute da. Aber das Wetter hat zum Glück auch an beiden Tagen wunderbar mitgespielt.“, sagten sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ. In zwei Jahren will man aber wenn möglich auf die Terminierung und Überschneidungen achten, so dass nicht alles auf einmal ist. (mala)