Kusel St. Julian: Lastwagenfahrer vertraut blind auf Navi – und fährt sich fest

 Foto: Heimerl
Foto: Heimerl

Dass er blind seinem Navigationsgerät vertraute, ist einem Sattelschlepper-Fahrer mit ausländischem Kennzeichen am Montagnachmittag in St. Julian zum Verhängnis geworden. Wie die Polizei berichtet, fuhr er von Lauterecken kommend in St. Julian unter anderem an drei breit angelegten Sperrschildern mit dem Hinweis „Frei bis Baustelle“ vorbei – bis das Fahrzeug schließlich vor dem ausgekofferten Straßenbett in der gesperrten Ortslage stand. Auch hier habe der Fahrer nicht gezögert, sondern sei über eine schmale Ortsstraße und die sich anschließende Feld- und Forststraße in Richtung Hundeplatz gefahren. Die Polizei vermutet zumindest, dass dem Fahrer unterwegs dann wohl doch gewisse Zweifel kamen. Als er dann die Lichthupe des hinter ihm fahrenden Zeugen bemerkte, hielt er schließlich an.

Neuwertigen Putz an Hausfassade beschädigt

Dass er zuvor in einer für den Sattelschlepper engen Kurve den neuwertigen Putz eines Gebäudes beschädigt hatte, dürfte der Fahrer laut Polizei überhaupt nicht bemerkt haben. „Zumindest hatte er keinen Blick oder ,keine Zeit’ für ein verlangsamtes, den engen Straßen angepasstes Fahren“, schreibt die Polizei in ihrer Pressemitteilung. Doch damit nicht genug. Wie die Polizei weiter berichtet, beschäftigte der Mann aus einem europäischen Nachbarstaat die angeforderte Polizeistreife über drei Stunden, bis die notwendigen Daten für den Hauseigentümer erfasst und ausgetauscht waren sowie die Sicherheitsleistung für die Unfallflucht und das unberechtigte Befahren organisiert war. Nur durch die Unterstützung eines Unternehmers, der sein eingezäuntes Grundstück öffnete, hatte der Lastwagenfahrer schließlich eine Wendemöglichkeit und konnte nach Stunden zurück auf die empfohlene Umleitungsstrecke fahren.

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