Kusel Netze und Zäune sollen für Sicherheit sorgen

Loses Gestein gefährdet Passanten auf dem Fritz-Wunderlich-Rad- und Wanderweg sowie auf Burg Lichtenberg. Die Sicherung kostet über 360.000 Euro. Der Kreisausschuss brachte die Arbeiten gestern auf den Weg, ebenso die Anschaffung von Ladesäulen für Elektroautos. Gebilligt wurde der Entwurf für das Sportgelände des Lauterecker Gymnasiums.
Der Zahn der Zeit nagt an Burg Lichtenberg. Eine Besichtigung der Anlage im Januar zeigte starke Schäden an der südlichen Wehrmauer der Oberburg und an der nördlichen Ringmauer der Unterburg. Laut Gutachter haben sich faustgroße Steine aus der Mauerkrone gelöst. Die Sicherung und Sanierung übernimmt auf einstimmigen Beschluss des Kreisausschusses eine darauf spezialisierte Firma aus dem hessischen Gernsheim. Mit einem Angebot von 89.000 Euro war sie billigster Bieter unter sechs angeschriebenen Fachfirmen. Um lockeres Gestein und Geröll muss sich der Landkreis auch an drei Abschnitten auf dem Fritz-Wunderlich-Radwanderweg zwischen Kusel und Freisen kümmern. Vor allem der Hang vor und hinter dem Tunnel bei Thallichtenberg ist nach einem Gutachten des Landesamts für Bergbau und Geologie vom Mai steinschlaggefährdet. Der Kreisausschuss entschied nach längerer Diskussion einstimmig, die verwitternden Felsen entlang der Tunneleinfahrten mit Netzen zu bespannen. Diese sind zwar in der Anschaffung und Installation teurer als Fangzäune, ziehen aber laut Planer keine jährlichen Wartungskosten durch Fachleute der Gesteinsräumung nach sich. Die Kosten dieser Arbeiten würden sich auf etwa 8000 Euro pro Jahr belaufen, was den anfänglichen Kostenvorteil der Zaunvariante nach 13 Jahren auffressen würde. Die Lebenserwartung der Verankerung der Netze gab der Planer mit etwa 20 Jahren an. Ein weiterer kleinerer Abschnitt des Radwanderwegs wird dagegen mit einem Fangzaun gegen Steinschlag gesichert. Die geschätzten Kosten für alle drei Abschnitte liegen bei rund 275.000 Euro, Landeszuschüsse sind zu erwarten. Die Ausschussmitglieder beschäftigten sich ferner mit zwei Bauarbeiten am Veldenz-Gymnasium in Lauterecken. Die Schule erhält eine Brandmeldeanlage, deren Kosten sich inklusive eines Wartungsvertrags für fünf Jahre auf rund 130.000 Euro belaufen. Der Ausschuss billigte auch die Pläne für die neue Freisportanlage des Gymnasiums. Vorgesehen und abgestimmt mit der Schulleitung sind ein Kleinsportfeld mit Kunstrasen, Laufbahnen über 200 und 100 Meter, eine Weitsprunggrube, eine Kugelstoßanlage sowie ein Basket- und Volleyballfeld mit Kunststoffbelag. Der Baubeginn steht noch nicht fest. Die Bruttokosten gaben die Planer gestern mit rund 833.000 Euro an. Rund die Hälfte, 424.000 Euro, kosten die neun Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, die der Kreis an zentraler Stelle in jeder Verbandsgemeinde aufstellt (wir berichteten). Günstigster Anbieter sind die Pfalzwerke, die in den ersten vier Jahren die Säulen für 600 Euro je Station und Jahr auch warten. Bestellt und aufgestellt werden die Stromtankstellen, sobald das Land den am 12. Oktober mündlich zugesagten Zuschuss in Höhe von 382.000 Euro der Verwaltung schriftlich bestätigt. |kgi