Kusel Nebenbei bemerkt...:

Es lief nicht viel zusammen Mitte August, nachdem das Tochterunternehmen der Bahn, Südwest Mobil, den Busverkehr im Landkreis übernommen hatte. Hinter den großen Versprechungen des Sommers – Fahrplanverbesserungen und bessere Anschlüsse für Berufspendler zum Beispiel – steckte reichlich heiße Luft. Da fielen Verbindungen aus, Eltern von Schülern und Kindergartenkindern wetterten, dass Haltestellen nicht angefahren wurden, die Fahrer klagten über schlechte Arbeitsbedingungen. Kritiker hatten schon früh bezweifelt, dass Südwest Mobil als Billigtochter einer Tochterfirma der Bahn AG seine Versprechen einlösen kann. Es dauerte, bis sich Südwest Mobil der Kritik stellte und die Unternehmensspitze Stellung bezog. Erst in dieser Woche räumte der Geschäftsführer denn auch ein, dass man, um den Auftrag zu bekommen, sich am Lohnniveau privater Busanbieter habe orientieren müssen. Das ist die vage Umschreibung für „Niedriglohn“. Auch die Arbeitsbedingungen für die Fahrer seien nicht optimal, gestand man ein. Alles soll besser werden im nächsten Jahr. Fahrplanänderungen soll es geben, ein Busgelände mit Aufenthaltsräumen und Sanitäranlagen für die Fahrer – die haben zurzeit auf dem Busgelände auf dem Kuseler Windhof nicht einmal eine Toilette, und ihr Aufenthaltsraum befindet sich im Postgebäude in der Bahnhofstraße. Man kann nur sagen: Es wird höchste Zeit, dass sich das ändert. Hoffen darf man, Zweifel darf man nach den bisherigen Erfahrungen allerdings auch noch haben. Höchste Zeit wird es auch für die Flüchtlinge auf dem Kuseler Windhof. Zeit nämlich, dass endlich die Gebäude fertig werden und sie in feste Unterkünfte umziehen können. Es wird nicht Platz für alle geben. Einige werden immer noch in den Zelten campieren müssen, weiterhin ohne ein Mindestmaß an Privatsphäre, Bett an Bett mit dem Nachbar. Um wenigstens ein bisschen privat sein zu können, haben manche ihr zweistöckiges Bett mit einem Laken verhüllt. Warum, so fragt man sich, stellt man diesen Menschen eigentlich keine Stellwände zur Verfügung, damit sie sich ein wenig privaten Raum schaffen können? Aus Brandschutzgründen? Oder aus Kapazitätsgründen? Da oben auf dem Windhof gibt es auch Frauen, die ihre Kinder stillen müssen. Es sollte doch möglich sein, jedem etwas Privatsphäre zuzugestehen. Das macht das Zusammenleben einfacher und entspannter. Denn wer will sich schon von seinen Nachbarn den ganzen Tag begaffen lassen? Es muss eine Rückzugsmöglichkeit geben – auch und gerade für die Menschen in einer Flüchtlingsunterkunft. Woanders geht’s. Warum nicht auch hier?