Kusel Mit Volldampf durch das Schneckenhaus

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Wolfstein. Helm auf, einsteigen, Gas geben und ab geht’s durch den Parcours. Bei der RHEINPFALZ-Ferienaktion begaben sich gestern Mittag 17 Jugendliche beim Kart-Training auf dem Wasgau-Parkplatz auf die Spuren von Sebastian Vettel und Co. Während die einen die Pylonen etwas vorsichtiger umkurvten, schlitterten andere auch mal mit quietschenden Reifen um die Kurve.

Zwischen Montag und Samstag nutzen in der Regel Einkaufslustige den Parkplatz vor dem Wasgau-Markt in Wolfstein. Das ist am gestrigen Sonntag anders. Die Fläche ist mit rot-weißem Plastikband abgesperrt, die Randbordsteine des Parkplatzes dienen als Außenbegrenzung einer kleinen Rundstrecke, auf der die Helfer des Motorsportclubs Westpfalz, der 2007 in Hüffler gegründet wurde, bereits in den Morgenstunden rund 100 Pylonen als kleine Hindernisse aufgestellt haben. Einzig das Wetter spielt nicht so recht mit. „Motorsport gibt es auch bei schlechtem Wetter, da werden nur die Reifen gewechselt“, sagt MSC-Mitglied Werner Schultheiß lachend. Christian Rübel erläutert später: „So lange es nur nass ist und nicht in Strömen regnet, haben wir kein Problem.“ Von Problemen wollen die 17 Jugendlichen natürlich nichts wissen. Sie wollen nur schnellstmöglich in die Karts und ihre Runden drehen. Doch bevor es losgeht, wird der Rundkurs abgelaufen. „Das wird auch vor Rennen gemacht. Dann wisst ihr, was auf euch zukommt“, sagt Rübel. Hier eine 180-Grad-Kurve, da eine Slalompassage, ein paar kurze Richtungswechsel und dann ins Schneckenhaus, wo zwei Kurven nacheinander absolviert werden müssen. „Das ist nicht leicht, der eine oder andere wird sich vielleicht auch mal verfahren. Aber das ist nicht schlimm. Es geht nicht um Zeit“, betont Rübel bei der Streckenbesichtigung. Es gehe eher darum, konzentriert die Pylonen zu umkurven. Denn jedes umgeworfene Hütchen bedeute im Rennen fünf Sekunden Strafe. „Wie schnell fahren die Karts?“, will Leo Leonhardt wissen. „Zwischen 50 und 60 Stundenkilometern“, antwortet Rübel, „doch so schnell werdet ihr auf dieser Strecke nicht.“ Dann wird es ernst. Nachdem die Kart-Neulinge eine Proberunde gedreht hatten, geht es nacheinander für drei Runden auf die Strecke. Für Anna-Lena Rumpf aus Hinzweiler ist es das erste Kart-Training überhaupt. „Das ist ein komisches Gefühl. Man denkt, man ist so schnell unterwegs, dabei fährt man recht langsam.“ Nach zwei Runden schwindet die erste Unsicherheit und die einzige weibliche Teilnehmerin düst mit deutlich mehr Elan in die Kurven. „Es dauert etwas, bis man sich an das Kart gewöhnt hat“, weiß auch MSC-Mitglied Rübel, der die Fahrerwechsel immer wieder nutzt, um kleine Tipps zu geben. „Es macht richtig Spaß“, sagt Anna-Lena Rumpf, während sich Luca Leon Steinbrecher aus Oberweiler-Tiefenbach den Helm über den Kopf zieht. Der 13-Jährige ist schon einige Male in der Halle gefahren und sagt bereits bei der Begehung der Strecke, dass er nicht nur fahren, sondern auch driften will. Tatsächlich lässt er sich nicht zweimal bitten. Kaum ist die Strecke freigegeben, tritt der 13-Jährige das Gaspedal durch und donnert davon. Bereits in der ersten Kurve ist zu hören, wie die Reifen quietschend über den Asphalt rutschen. Links herum, dann nach rechts und dann mit Volldampf durch das Schneckenhaus. Zweimal dreht sich der 13-Jährige mit dem Kart und wirft den ein oder anderen Pylon um, was ihn jedoch nicht aus dem Konzept zu bringen scheint. „Er hat Spaß, das sieht man“, sagt Christian Rübel lachend. Die Eltern der Trainingsteilnehmer sehen das Ganze nicht immer so gelassen. Der 13-Jährige erntet großen Beifall, als er aus dem Kart steigt und die Strecke für den nächsten frei macht. „Bei Regen rutscht man so schnell, das kenne ich aus der Halle nicht. Ich hoffe nur, dass die Helfer nicht genervt von mir sind, weil ich die Hütchen umgefahren habe“, sagt Steinbrecher mit schelmischem Grinsen – bei seiner zweiten Fahrt lässt er alle Pylonen stehen und gewinnt damit sogar eine Wette mit Christian Rübel, der dem 13-Jährigen nun ein Eis spendieren muss. Doch auch die anderen werden beim zweiten Mal deutlich mutiger, drehen mit mehr Selbstbewusstsein ihre Runden. „Die Angst ist jetzt weg. Dann beginnt es auch richtig Spaß zu machen“, sagt Rübel. „Das ist richtig cool“, rutscht Leo Leonhardt aus Aschbach heraus. (hlr)

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