Kusel Mit eigenem Lied im Fernsehen
Wenn am 9. Februar auf Kika die siebte Staffel von „Dein Song“ startet, ist auch Katrin Vollmar dabei. Die 18-Jährige aus Glan-Münchweiler hatte sich bei dem Nachwuchs-Komponisten-Wettbewerb beworben und durfte als eine von 18 Kandidaten ihren Song beim Casting in Wiesbaden präsentieren. Ob sie die Jury überzeugen konnte, durfte sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ allerdings nicht verraten. Neugierige müssen sich bis zur TV-Ausstrahlung gedulden, um zu erfahren, ob sie es ins Finale geschafft hat.
„Ich habe mich auf den letzten Drücker beworben. Ich glaube, sogar am letzten Tag“, erzählt die 18-Jährige. Erst nach einigem Überlegen hat sie im Frühjahr vergangenen Jahres ihren selbst komponierten und geschriebenen Song „Like a Fairytale“ an die Macher von „Dein Song“ geschickt. Den Anstoß hatte ihre jüngere Schwester gegeben: „Sie guckt das öfter auf Kika. Sie hat gesagt: Du schreibst doch auch eigene Songs. Da kannst du doch mal mitmachen.“ Dann begann das Warten. Sie habe schon gedacht, dass wohl nichts daraus geworden sei, sagt sie. „Umso überraschter war ich, als sie angerufen haben, weil ich gar nicht mehr so richtig daran gedacht habe.“ Nachdem klar war, dass sie unter den insgesamt etwa 600 Bewerbern ausgewählt worden war und zum zweitägigen Casting nach Wiesbaden fahren würde, informierte sie sich genauer über den Nachwuchs-Komponistenwettbewerb. Da sie die vorher nie verfolgt hatte, bekam sie von den Machern eine DVD zugeschickt. „Ich habe dann erst einmal eine halbe Staffel geguckt“, erzählt Vollmar lachend. Die musikalische 18-Jährige lebt mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester in Glan-Münchweiler und besucht das Gymnasium Ramstein-Miesenbach. Ihre erste Bühnenerfahrung sammelte sie mit vier Jahren im Chor der Musikschule Kuseler Musikantenland. „Peinlich“, findet sie heute. „Goldig“, meint hingegen ihre Mutter. Außerdem spielt sie Klavier und nimmt Gesangsunterricht. Beim Schulmusical ergatterte sie eine der Hauptrollen und stand als Tarzans Jane auf der Bühne. Trotz der Bühnenerfahrung war das Casting im Wiesbadener Schloss Biebrich für die Westpfälzerin eine Premiere. Noch nie hatte sie einen Auftritt, bei dem es nur um die Qualität des Stückes ging. „Like a Fairytale“, mit dem sie beim Wettbewerb antritt, ist ein Popsong und bereits 2012 entstanden. Er handelt von ihrem Traummann, der ihr Herz erobert. Mittlerweile hat sie das Lied ihrem Freund gewidmet. Über ihre Songauswahl sagt sie: „Ich weiß nicht, ob es mein bester Song ist, aber es ist der, der mir am besten gefallen hat.“ Sie komponierte das Lied, als sie keine Lust hatte, Klavier zu üben. Sie spiele dann immer Akkorde und singe irgendeine Melodie dazu, berichtet sie. Nachdem sie mit dem Komponieren fertig war, hat sie den Text geschrieben. Neben Schule, Jobben am Wochenende und Musik bleibt für ihre anderen Hobbys, Step-Aerobic und Schwimmen, wenig Zeit. Beim Casting, das bereits im vergangenen Sommer stattfand, präsentierten die besten 18 Bewerber ihre Kompositionen. Vollmar war mit ihren damals 17 Jahren eine der Ältesten, der Jüngste war gerade einmal neun. Über ihre Konkurrenz sagt sie: „Da waren zwei Kleine, Jamie und Levent. Sie waren sehr jung und hatten trotzdem ziemlich tolle Songs. Das hat mich begeistert.“ Nachdem sie Interviews gegeben und mit Moderator Bürger Lars Dietrich einen Einspielfilm gedreht hatte, trat sie vor die prominent besetzte Jury. Startenor Rolando Villazón, Sängerin Mieze, Musikproduzent und Komponist Martin Haas sowie Sänger Roman Lob haben „vorher ganz normal mit mir geredet, da war die Aufregung eigentlich weg“, erzählt sie. Ihre Eltern, ihre Schwester und ihr Freund, die sie zum Casting begleitet hatten, durften den Auftritt über einen Monitor verfolgen. Von Roman Lob, der zum dritten Mal in der Jury sitzt, bekam sie ein besonderes Kompliment. „Er hat gesagt: „Du hast eine fantastische Stimme“, berichtet sie stolz. Die Entscheidung dürfte das aber nicht beeinflusst haben. Bei „Dein Song“ ist es nicht wichtig, ob der Kandidat singen kann. Die Qualität des Songs entscheidet übers Weiterkommen. Ob die Glan-Münchweilererin es geschafft hat, wissen nur sie und ihre Begleiter. Alle Beteiligten mussten Verträge unterschreiben, dass sie vor der Ausstrahlung im Fernsehen nichts verraten. Dementsprechend hat Vollmar im Gespräch mit der RHEINPFALZ auch genau überlegt, was sie sagt: „Ich habe gespielt und dann… ach nee, das darf ich noch gar nicht sagen. Darf ich das sagen?“ Schließlich verriet sie so viel: „Es gab einen kleinen Konflikt in der Jury.“