Kusel Kusel: Kampf den Eichenprozessionsspinnern
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen nicht nur die Bäume kahl, auch bei Menschen können ihre Härchen zu gesundheitlichen Problemen führen. Weil an zahlreichen Eichen entlang von Straßen im Landkreis Kusel ein Befall mit diesen Raupen festgestellt wurde, werden ab dem heutigen Mittwoch die Raupen und „Altnester“ beseitigt. Das hat gestern der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Kaiserslautern mitgeteilt.
Insbesondere die Brennhaare der Raupen können bei Menschen erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen hervorrufen – von Hautrötungen bis hin zu schweren Asthmaanfällen. Wie Förster Werner Häußer auf Anfrage der RHEINPFALZ erklärt, müssen die Arbeiten daher mit entsprechender Schutzkleidung durchgeführt werden. „Man muss schon mit Atemschutzmaske und Schutzkleidung arbeiten, damit man die Härchen nicht einatmet oder sie mit der Haut in Kontakt kommen – das kann unangenehme Folgen haben.“
"Nest" wird zuerst eingesprüht
Ein solcher Raupenbefall kommt laut dem Förster aber nur äußerst selten im Waldesinneren vor. „Wie in diesem Fall auch sind meistens Bäume entlang von Straßen betroffen, weil die mehr Sonne abbekommen. Und die Raupen des Eichenprozessionsspinners brauchen viel Sonne, damit sie sich entwickeln können“, weiß der Fachmann. Ab und an seien auch Bäume innerhalb von Ortschaften betroffen. Einen solchen Fall habe er im vergangenen Jahr in Reichweiler erlebt. Nach der Methode zur Beseitigung der Nester gefragt, erklärt Häußer das Vorgehen, das er im vergangenen Jahr beobachten konnte, als er „interessehalber mal mit dem LBM unterwegs“ war: „Die Fachfirma hat die Nester zuerst eingesprüht, um zu verhindern, dass sich die Härchen der Raupen lösen können. Danach konnte man das Nest dann in einen Plastiksack abstreifen“, erinnert sich der Förster. Aber der Begriff „Nest“ sei etwas irreführend. „Das ist weniger ein Nest als ein Gespinst aus tausenden Raupen“, erklärt Häußer.
Verkehr kann beeinträchtigt werden
Im aktuellen Fall sind laut den Angaben des Landesbetriebes Eichen an folgende Straßen im Landkreis Kusel betroffen: die B 420 bei Selchenbach (in Richtung Konken), die B 423 bei Quirnbach (in Richtung Glan-Münchweiler), die L 350 bei Brücken (in Richtung Ohmbach), die L 350/K 013 Kusel, die L 352 bei Herschweiler–Pettersheim, die L 355 bei Schönenberg-Kübelberg, die L 360 und die L 362 bei Kusel, die L 362 bei Haschbach (in Richtung Theisbergstegen), die L 369 zwischen Jettenbach und Eßweiler, die L 370/B 270 in Richtung Rothselberg, die K008 bei Gries, die K010 bei Börsborn sowie die L 358 bei Nanzdietschweiler. Wie der Landesbetrieb Mobilität gestern mitgeteilt hat, werden die Arbeiten ab dem heutigen Mittwoch bei halbseitiger Ampelregelung durchgeführt. Dabei kann es laut LBM zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen des Verkehrs kommen.
Bis 15. Juni fertig
Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten nach Angaben des Landesbetriebes bis zum 15. Juni abgeschlossen sein.