Kusel
Jochen Hartloff offiziell ins Amt des Kuseler Bürgermeisters eingeführt
Ulrich Ernst sorgt für Sauberkeit in der Stadt und auf den Friedhöfen. Julia Bothe kümmert sich um kulturelle Belange, während Andrea Fauß das Fest- und Marktgeschehen managt. Und auf der höchsten Stufe jenes Quartetts, das fortan die Kuseler Stadtspitze bildet, hat sich nach exakt sechs Jahren und acht Monaten wieder Jochen Hartloff eingefunden.
Seit Freitagabend ist der alte und neue Stadtbürgermeister offiziell im Amt. Gleiches gilt für die drei Beigeordneten, die ebenfalls bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrats am Freitagabend vereidigt worden sind. Anders als Hartloff, der Mitte des Monats bei der Stichwahl ums Amt des Stadtoberhaupts den Grünen-Kandidaten Eckhard Steuer denkbar knapp hinter sich gelassen hatte, mussten die neuen Beigeordneten jedoch am Freitagabend erst einmal gewählt werden.
Klar war, dass der bisherige Beigeordnete und Marktmeister Christian Buch (SPD) aus Amt und Ratsgremium ausscheidet. Ebenfalls klar war, dass der ebenso zu den Sozialdemokraten zählende Dieter Harth nicht mehr als Beigeordneter fungieren wollte. Harth aber hat künftig seinen Sitz in der Ratsreihe der Genossen. In dieser Reihe hatte zwischenzeitlich auch Julia Bothe Platz genommen. Allerdings nicht lange: Kaum war der Wahlgang vorüber, bei dem der zweite Beigeordnetenposten zu vergeben war, kehrte sie an ihren angestammten Platz rechts vom Stuhl des Stadtbürgermeisters zurück. Bothe hatte zwei Nein-Stimmen quittiert, 19 Ratsmitglieder allerdings hatten für sie votiert.
Ebenfalls nur zwei Gegenstimmen wurden für Ulrich Ernst gezählt. Der Christdemokrat ist künftig erster Stellvertreter Hartloffs. Zur neuen dritten Beigeordneten bestimmte das Gremium Andreas Fauß, die in Reihen der Grünen für den Stadtrat kandidiert hatte. Einen Sitz hatte sie auf Anhieb nicht erhalten, allerdings rückt sie nun in die Stadtspitze auf. Alle drei neuen Beigeordneten hatten keinen Gegenkandidaten. Als Wahlleiter fungierten übrigens zwei neue Ratsmitglieder: Theresa Schlegel (SPD) und Florian Schmitt, mit dessen Person die Rückkehr der FDP in den Rat verbunden ist.
Zwei Frauen, zwei Männer – zukunftsweisend, so lauteten Kommentare zur neuen Konstellation, die auch dem Ergebnis der Kommunalwahl Rechnung trägt. Die SPD ist von ihrer einstigen absoluten Mehrheit mittlerweile weit entfernt. Mithin war auch klar, dass sie nicht mehr die gesamte Spitze mit Stadtbürgermeister und drei Beigeordneten – die Höchstzahl, die zu besetzen man sich wieder entschieden hatte – würde stellen können.
Lob für scheidende Beigeordnete
Reichlich lobende Worte gab es vor allem für die beiden scheidenden Beigeordneten, zudem auch für die ausgeschiedenen Ratsmitglieder. Jochen Hartloff betonte, es sei eigens noch mal eine öffentliche Feierstunde geplant, bei der die bisherigen Mandats- und Funktionsträger und deren Arbeit gebührend gewürdigt werden sollten. Trotzdem ging die unmittelbare Verabschiedung von immerhin drei Vierteln des bisherigen Stadtvorstands nicht ohne Lob, dank, Anerkennung und kleine Präsente vonstatten. Die bisherige Stadtbürgermeisterin Ulrike Nagel stand natürlich im Mittelpunkt.
Sie war es auch, die die konstituierende Sitzung eröffnet und ihren Nachfolger offiziell ins Amt eingeführt sowie die neuen Ratsmitglieder vereidigt hatte. Nagel verwies darauf, dass sich der Stadtrat zum 51. Mal in der Landschreiberei versammelt habe. Damals sei man mit 20 Ratsmitgliedern gestartet, jetzt seien es deren 22. Das zeige, dass gut geplant worden sei. Ihrem Nachfolger überreichte Nagel als Geschenk einen Briefbeschwerer – „transparent und mit Inhalt gefüllt, so wie die Arbeit des Rates“.
Hartloff verteilte zum Auftakt seiner erneuten Amtszeit – 35 Jahre nach Beginn der allerersten – Packungen mit Bier, das Etiketten der vor 21 Jahren aufgegebenen Brauerei Emrich trug. Ein Päckchen erhielten all jene, die fortan keine Verantwortung mehr tragen. „Die könnt ihr in Ruhe genießen und euch sagen: Sollen doch jetzt andere da schwitzen ...“