Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Immer wieder Unfälle an Bahnübergängen im Lautertal

Wurde bereits untersucht: der unbeschrankte Bahnübergang in Wolfstein-Roßbach. ArchivFoto: Sayer
Wurde bereits untersucht: der unbeschrankte Bahnübergang in Wolfstein-Roßbach. Archiv

Der Zusammenstoß eines Autos mit einer Regionalbahn am Wochenende in Wolfstein war kein Einzelfall: Immer wieder kommt es zu Unfällen an Bahnübergängen.

Bundesweit kreuzen sich Schiene und Straße 17.000-mal. Rund 60 Prozent davon sind laut Auskunft der Deutschen Bahn technisch gesichert, das heißt sie verfügen über Voll- oder Halbschranken beziehungsweise Blinklicht- oder Lichtzeichenanlagen ohne Schranken. Im Jahr 2016 ereigneten sich an Kreuzungen von Schiene und Straße laut Statistik 140 Unfälle. Obwohl die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen stetig sinkt, starben 2016 noch 29 Menschen, 157 erlitten teils schwere Verletzungen. An den rund 1100 Übergängen in Rheinland-Pfalz kam es 2016 zu sieben Unfällen.

Wie viel Bahnübergänge entlang der eingleisigen Lautertalbahn zwischen Kaiserslautern und Lauterecken bestehen, wollte ein Bahnsprecher nicht mitteilen. Auch zur technischen Ausstattung dieser Anlagen machte er mit Hinweis auf das „öffentliche Interesse“ keine Angaben.

In Wolfstein sechs Bahnübergänge

Im Bereich der Stadt Wolfstein gibt es nach Auskunft von Bürgermeister Herwart Dilly sechs Bahnübergänge. Neben Übergängen mit Blinklichtanlage und Schranken zwei unbeschrankte Bahnübergänge mit alten Lichtanlagen. Dort sei es bereits mehrfach zu Unfällen gekommen, da sich die Kreuzung in einem Kurvenbereich befinde. Zudem handele es sich um alte Blinklichtanlagen. Selbst habe er es schon erlebt, dass die Lichtanlage nicht funktionierte. „Wenn die Sonne scheint, sieht man die Funzel nicht“, bestätigt Stadtbürgermeister Dilly Klagen aus der Bevölkerung.

Auch im Rat der Stadt Wolfstein seien die Gefahrenstellen Thema. Zumal an einem Unfall ein städtisches Fahrzeug beteiligt gewesen sei. Nach einem Unfall habe es gar in der Kreisverwaltung eine Gesprächsrunde gegeben, wie die Kollision hätte vermieden werden können. Die Polizeiinspektion Lauterecken registrierte zuletzt im Juli 2014 einen Unfall am Bahnübergang in Roßbach, der glimpflich verlaufen sei, wie der stellvertretende Leiter, Peter Natter, sagt.

Forschungsbericht zur Sicherheit

Eine Luftbildaufnahme des unbeschrankten Bahnübergangs im Bereich der Kreisstraße 48 im Ortsteil Roßbach hat als Beispiel für eine „komplexe Verkehrssituation“ in ein umfangreiches Gutachten Eingang gefunden. Der 200-Seiten-Forschungsbericht, der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Auftrag gegeben wurde, hat die Sicherheit an Bahnübergängen als Thema.

Laut Auskunft des Landesbetriebs Mobilität wird ein Umbau dieses Bahnübergangs unweit der Kreuzung von zwei Kreisstraßen geplant. Gespräche dazu habe es bereits mit dem Landkreis und der Bahn gegeben, sagt Klaus Schneider vom LBM in Kaiserslautern.

Weitere unbeschrankte Bahnübergänge

Neben Wolfstein bestehen im Verlauf der Lautertalbahn noch weitere unbeschrankte Bahnübergänge. An den beiden Kreuzungen im Otterbacher Ortsteil Sambach kam es Ortsbürgermeister Herbert Matz zufolge in der Vergangenheit mitunter zu leichten Kollisionen, allerdings ohne Personenschaden. Angestrebt sei nunmehr, einen Übergang am Ortseingang Sambach, der nur für Fußgänger und Radfahrer geöffnet ist, mit einer Umlaufsperre sicherer zu machen. Der zweite Übergang am Sportplatz soll laut Matz eine Lichtsignalanlage erhalten. Nach Unfällen an dieser Stelle besteht für die Regionalbahn ein Tempolimit. Wann diese Umbauten erfolgen, sei derzeit noch offen, sagt der Ortsbürgermeister. Die Bahn hatte als möglichen Baubeginn 2020/21 genannt.

Otto Hach, Ortsbürgermeister von Katzweiler, ist nicht gut zu sprechen auf Bahn und LBM. Seit 15 Jahren werde über die Sicherung des unbeschrankten Bahnübergangs Schafmühle diskutiert. Ein konkreter Termin, wann dieser Übergang umgebaut werden soll, sei nicht in Sicht, klagt Hach. Er räumt allerdings ein, dass dafür eine größere Baumaßnahme erforderlich sei. Denn parallel zur Lauterbahn verlaufen an dieser Stelle die Lauter und die Bundesstraße 270. Neben dem Bahnübergang sind von dem Projekt die Lauterbrücke und die Einmündung in die B 270 betroffen. Auch für den Bereich dieses technisch nicht gesicherten Bahnübergangs gilt seit Ende 2014 auf Anordnung des Eisenbahn-Bundesamtes eine „Langsamfahrstelle“. Am Bahnübergang Schafmühle, der nur mit einem Andreaskreuz gesichert ist, kam es in den vergangenen Jahren mehrfach zu Unfällen.

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