Kusel Großbrand im Wohngebiet

Zig Meter hoch schlugen in der Nacht auf Donnerstag die Flammen in den Himmel über Breitenbach. Mitten im Wohngebiet, in der Altenkircher Straße, brannte die Schreinerei Pfaff komplett aus. Fast neun Stunden lang kämpfte die Feuerwehr gegen den Brand. Es entstand ein Schaden von mehreren 100.000 Euro.
Es gehe ihm „den Umständen entsprechend gut“, sagt Schreiner Volker Pfaff. Wichtig sei, dass keine Personen zu Schaden kamen – auch seinem Hund gehe es gut. Dass es beim Sachschaden blieb, ist mitunter auch dem beherzten Eingreifen der Feuerwehren aus Waldmohr, Schönenberg-Kübelberg und Glan-Münchweiler zu verdanken. „Das Problem war, dass es mitten im Wohngebiet passierte“, berichtet Einsatzleiter Horst Ulrich. An einigen Nachbarhäusern hatten Flammen und Hitze bereits Schäden angerichtet, als die Feuerwehr anrückte. „So lag unser Hauptaugenmerk erstmal darauf, dieses Häuser zu schützen und dafür zu sorgen, dass keine Personen gefährdet werden“, lässt Ulrich den ersten Teil der langen Nacht Revue passieren. Den Brand auf einem Nachbardach hatten die Feuerwehrleute schnell unter Kontrolle, die Bewohner etlicher Häuser wurden vorsorglich evakuiert. Gegen 2.30 Uhr sei er durch einen lauten Knall aufgeschreckt worden, berichtet Volker Pfaff. Er habe sofort nachgeschaut – „da hat schon alles lichterloh gebrannt“. Wenige Minuten später rückte die Feuerwehr an und machte sich daran, den Brand zu löschen. Wegen Wasserknappheit mussten die Schläuche der Einsatzkräfte aus einem nahegelegenen Weiher gespeist werden. Gegen 5 bis 5.30 Uhr so schätzt Horst Ulrich, habe man den Brand weitgehend unter Kontrolle gehabt. Allerdings dauerten die Löscharbeiten noch bis 11.30 Uhr an. Bis gestern in die Nachmittagsstunden hielt die Feuerwehr Brandwache in der Altenkircher Straße. Die Zusammenarbeit der Feuerwehren – es waren etwa 100 Helfer im Einsatz, neben der Waldmohrer Wehr auch die Stützpunktwehr Schönenberg-Kübelberg und Teile des Gefahrstoffzugs aus Glan-Münchweiler – habe vorbildlich funktioniert, urteilt Ulrich. Der Schaden ist dennoch enorm: Die Werkstatt ist bis auf die Mauern zerstört, Einrichtung und Maschinen sowie ein Transporter fielen den Flammen zum Opfer – zwei Fahrzeuge hatte Pfaff noch retten können. An seinem Wohnhaus seien Scheiben kaputt, berichtet der Schreiner, neben dem Dach seien auch Fenster und Rollläden der Nachbarn in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei schätzt den Schaden in der Schreinerei auf mehrere 100.000 Euro, Pfaff geht von bis zu 500.00 aus. Die Brandursache ist laut Polizei „noch völlig unklar“, die Kripo in Kaiserslautern – sie ist bei Vorfällen dieser Größenordnung grundsätzlich zuständig – hat bereits gestern die Untersuchungen in Angriff genommen. Damit, wie es jetzt weitergeht, muss sich Volker Pfaff erst noch auseinandersetzen. „Ich bin gut im Planen“, sagt er, „aber für so etwas hat man keinen Plan in der Schublade.“ Schon gestern morgen hätten ihm Kollegen aus der Innung Unterstützung zugesagt, wollen ihm beispielsweise Werkräume zur Verfügung stellen. (tmü)