Kusel Ein Mann, der die Stille liebt – und die Kredite

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Der Druck ist weg, die Entscheidung gefallen. Aufatmen. „Es war eine blöde Situation, designiert, aber noch nicht endgültig bestimmt zu sein“, gewährt Stefan Eckert einen Blick ins Seelenleben der vergangenen Wochen. Seit Mittwoch weiß der 49-Jährige, dass er zum 1. Januar Vorstandsmitglied der Kreissparkasse wird. Da hat ihn der Kreistag gewählt.

Eckert stammt aus Duisburg-Rheinhausen. Nach dem Abitur machte er seine Ausbildung bei der Sparkasse Duisburg. Schon in dieser Zeit lernte er seine Frau Anke (47) kennen, mit der er in wenigen Tagen Silberhochzeit feiert – ihre Schwester war Mitte der 80er Jahre ebenfalls Lehrling bei der Sparkasse. Heute leben die Eckerts in einem Häuschen nahe des Zoar in Kusel, und Anke Eckert arbeitet als Krankenschwester im Westpfalz-Klinikum. „Ich habe mir die Ganztagsbetreuung ins Haus gebracht“, erzählt er schmunzelnd. Die wenige Freizeit verbringt er fast gänzlich mit seiner Frau, mit der er die Lust am Reisen („Gerne auch mal weiter weg – in die USA oder nach Asien“) und vor allem die Freude am Wandern teilt. „Das machen wir auch nicht in einer Gruppe, sondern allein, weil wir die Stille genießen.“ Zuweilen kann er dann auch seine Kamera zücken und sich nähernde Wildtiere fotografieren. Der Weg von Duisburg nach Kusel war natürlich kein ganz direkter. Der Umweg führte über Nieder-Olm in Rheinhessen. Denn Eckert legte ab 1991 eine Zwischenstation ein beim Sparkassenverband Rheinland-Pfalz, um dort die Ausbildung zum Verbandsprüfer zu absolvieren. Danach nahm er Bilanzen oder Wertpapierdepots bei rheinland-pfälzischen Sparkassen unter die Lupe, schaute, ob alles mit rechten Dingen zuging. Meistens im Raum Mainz-Bingen. „Die Kuseler Kreissparkasse habe ich nie geprüft.“ Dennoch holte sie ihn 1995 an Bord. Als Verantwortlichen für ein Referat Kreditgeschäft/Recht. „Das ganz neu aufzubauen, hat mich gereizt. Und: Kredite sind mein Steckenpferd.“ Bereut hat er den Wechsel nach Kusel nie, zumal die Karriere weiterging. Bis hoch zum stellvertretenden Vorstandsmitglied (seit 2000) und nun in den Vorstand. „Ich bin richtig stolz darauf, dass ich in den Vorstand darf“, versichert der Mann aus dem „Pott“ glaubhaft, der so freundlich, ohne irgendwelche Allüren, rüberkommt und offenbar große Sympathie im Kollegenkreis genießt: „Ich habe ganz viel Zuspruch während des Bewerbungsverfahrens erhalten. Das hat mich unheimlich gefreut“, erzählt er. Dass er nun als Nachfolger von Bald-Ruheständler Wolfgang Scherz und an der Seite von Vorstandsvorsitzendem Helmut Käfer neue Seiten einschlägt, ist nicht zu erwarten: „Ich war bei allen wichtigen Projekten der vergangenen Jahre zumindest am Rande involviert. Da kann ich jetzt ja kaum kommen und sagen: War alles falsch, wir machen’s anders“, sagt er grinsend. (wop)

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