Kusel Die Hoffnung auf eine große Ansiedlung

Das Gewerbegebiet Erlenhöhe ist eine Erfolgsgeschichte, da ist sich Verbandsbürgermeister Stefan Spitzer sicher. In seinen Zuständigkeitsbereich fällt unter anderem das Thema Wirtschaft. Und da habe die Verbandsgemeinde einiges zu bieten – auch dank guter Verkehrsanbindung. Doch ist nicht alles eitel Sonnenschein.
Seit ungefähr eineinhalb Jahren zählen Wirtschaftsförderung und Tourismus zu den Aufgaben der Verbandsgemeinde Kusel; vorher waren die Ortsgemeinden zuständig. Man habe dann sofort zügig versucht, sich mit anderen Akteuren in dem Bereich zu vernetzen. Laut Spitzer war die VG Kusel eine der ersten Gebietskörperschaften im Verein Zukunftsregion Westpfalz. Ganz neu seien dagegen die Wirtschaftsgespräche – „Bestandspflege“ nennt das Spitzer. Spitzer erläutert: „Damit haben wir vor einigen Monaten begonnen. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, laden wir Gewerbetreibende aus der Verbandsgemeinde zum Austausch ein.“ Im ersten Gespräch habe er festgestellt, dass Geschäftsleuten und Handwerkern eine flächendeckende Mobilfunkversorgung fehlt. Spitzer: „Da gibt es noch etliche weiße Flecken auf der Karte.“ Da nicht nur Gewerbetreibende, sondern auch Wanderer mittlerweile Smartphones nutzen, will Spitzer sich für eine Verbesserung einsetzen. „Das ist für die Region absolut wichtig. Schnelles Internet und Mobilfunk sind wichtige Standortfaktoren.“ Er habe angestoßen, dass sich die Kreisverwaltung mit der Mobilfunkversorgung beschäftige und auch die anderen Verbandsgemeinden abfrage. Offen spricht Spitzer auch die verhältnismäßig geringe Verbindungsgeschwindigkeit der Breitbandanschlüsse im Gewerbegebiet Erlenhöhe an – „die waren vor Jahren mal ausreichend, die technische Entwicklung hat uns überholt.“ Die Betriebe dort würden eine Verbesserung fordern. Spitzer: „Wenn die Versorgung mit Breitband und Mobilfunk abgeschlossen ist, könnten Gewerbegebiete bei Kusel für Dienstleister eine echte Alternative zu Büros in Großstädten werden.“ Gewerbegebiete? Ja, denn gegenüber der Erlenhöhe soll im Dreieck zwischen Autobahn, Schellweiler und Ehweiler ein weiteres Gewerbegebiet entstehen. Dort hofft Spitzer einen großen Betrieb ansiedeln zu können, der auf einen Schlag viele Arbeitsplätze in der Region schaffe. Die neue Fläche ist gut 18 Hektar groß, momentan laufen laut Spitzer die notwendigen Verfahren. „Irgendwann im kommenden Jahr“ soll alles abgeschlossen sein. Eine weitere Gewerbefläche, für die allerdings die Stadt Kusel zuständig ist, ist das Gelände der ehemaligen Kaserne. Der Teil, der nicht von der Erstaufnahmeeinrichtung belegt ist – also grob gesagt der frühere Technikbereich – werde zu einer weiteren Gewerbefläche. Ein wesentlicher Faktor für deren Erfolg ist laut Spitzer, die Frage, ob die Bundeswehrstraße für den normalen Verkehr freigegeben wird: „Zumindest bis Oberalben, noch besser bis zur Landesstraße von Niederalben nach Baumholder.“ Insgesamt sieht Spitzer die Verbandsgemeinde Kusel in Sachen Wirtschaft ganz gut aufgestellt. Mit den neuen Gewerbeflächen und den bereits vorhandenen Betrieben sei man auch nach der Fusion mit Altenglan für Unternehmen attraktiv. „Wir sind eine starke Mitte im Kreis Kusel“, sagt Spitzer. Er denkt schon einen Schritt weiter: „Wenn die Kreisreform kommt, egal wie die dann konkret aussieht, muss es unser Ziel sein, den bisherigen Kreis Kusel als Wirtschaftsstandort im neuen Landkreis zu verankern.“ |bgi