Kusel Chancen und Herausforderungen

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Es war der letzte Neujahrsempfang gestern Abend, zu dem Landrat Winfried Hirschberger in die Fritz-Wunderlich-Halle eingeladen hatte. Im Oktober endet seine Amtszeit nach 32 Jahren. Eingeladen waren alle Mitarbeiter, die unmittelbar oder mittelbar für den Landkreis arbeiten.

Nach seinem Dank an die Mitarbeiter in allen kreisnahen Institutionen wie Westpfalz-Klinikum, Kreissparkasse, Jobcenter, Interkulturelles Kompetenzzentrum, Musikschule Kuseler Musikantenland, Bücherei, Kreisbildstelle und Pfälzer Bergland Neue Energie mit insgesamt 1653 Beschäftigten richtete der Landrat seinen Blick allmählich nach vorne. Als eine der wichtigen Aufgaben für die Zukunft nannte Hirschberger den Ausbau der digitalen Infrastruktur im Landkreis mit Breitbandkabel. Ebenso müsse die Versorgung mit Funkverbindungen für Mobiltelefone verbessert werden. Dazu habe der Vorstand des Vereins Zukunftsregion Westpfalz eine Initiative gestartet, die mit der Planungsgemeinschaft Westpfalz verwirklicht werden solle. Da es für eine bestimmte Zeit eine finanzielle Förderung des Bundes gebe, hoffe er, dass der Kreistag sich diesem Vorhaben anschließen werde. „Eine vergleichbare Chance wird sich so schnell nicht wieder bieten“, sagte er. Hirschberger zeigte noch eine Reihe von Aufgaben auf, die auf seinen Nachfolger oder auch seine Nachfolgerin zukommen und auch solche Maßnahmen, die fortgeführt werden müssen. Beispielsweise die Kreisstraßen weiterhin in einen ordentlichen Zustand zu versetzen oder das Netz von Elektrotankstellen weiter auszubauen. Als Herausforderung bezeichnete der Landrat den Umbau des Kuseler Hallen- und Freibades, der in diesem Jahr beginnt. Angestoßen sei bereits, ein neues Fahrzeug- und Gerätekonzept für die Feuerwehr zu entwerfen. Die Spitzen der Feuerwehr seien bereits damit beauftragt. Die Vorschläge sollen dann in den politischen Gremien diskutiert werden. Hirschberger kam auch auf die anstehende Neuordnung der Landkreise zu sprechen. Man könne momentan zwar nur spekulieren, wie es ausgeht, der Landrat machte aber schon mal deutlich, was nicht geht: nämlich die bisherigen Kreise oder Teile davon zu Anhängseln sogenannter Stadtkreise zu machen. Immerhin könne dies besonders in der Pfalz mit den vielen kleinen und mittleren kreisfreien Städten ein Thema sein. Allerdings sei eine solche Lösung verfassungsrechtlich nicht haltbar. Hirschberger verwies auf die Stellungnahme des Verfassungsrechtlers Günther Hennecke, der kürzlich während der Tagung des rheinland-pfälzischen Landkreistages in Kusel genau diese Bedenken geäußert habe. Um für die anstehenden Reformen gewappnet zu sein, sei es das Beste, die Verwaltungen in der Region zu modernisieren und die Ansiedlung von Betrieben im Blick zu haben. Positive Entwicklungen sehe er in den Gewerbegebieten im Süden und Norden des Landkreises, ebenso in der Mitte. Um dort auch Flächen für größere Unternehmen anbieten zu können, seien nun bei Schellweiler die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Jugendchor des Arbeitergesangvereins Altenkirchen unter der Leitung von Michael Wagner, der ihn auch vor 30 Jahren gegründet hatte. Für sein jahrzehntelanges Wirken auf musikalischem Gebiet wurde Wagner mit der Kreisverdienstmedaille ausgezeichnet. Auch Winfried Stoffel, der seit 50 Jahren als Chorleiter das kulturelle Leben im Landkreis bereichert, wurde von Hirschberger mit der Kreisverdienstmedaille geehrt. Kulinarisch gab es ein paar Besonderheiten: Den Gästen wurde eine neue Kreation überreicht: eine Pfälzer Bergland-Trüffelpraline, verfeinert mit Birnenschnaps von heimischen Streuobstwiesen. Und außer den üblichen Getränken gab es eine exotische Besonderheit, die nicht aus der Region stammt: Kaktusfeigen-Limonade. |ba/dgg

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