Kusel Bienen machen keine Ferien
Wo kommt eigentlich der Honig her? Und wie entsteht er? Diesen und anderen Fragen rund ums Thema Bienen und Honig gehen die Schüler der Bienen-Arbeitsgemeinschaft der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr auf den Grund. Um das Naturprodukt selbst herzustellen, opfern sie sogar einen Teil ihrer Sommerferien.
„Ich finde die Arbeit eines Imkers sehr interessant“, erklärt Lehrer Jörg Dittgen, der die Bienen-AG leitet. Die Idee habe er zusammen mit dem stellvertretenden Schulleiter Peter Molter gehabt. Beide hätten vorher schon einmal gemeinsam an einer anderen Schule gearbeitet und bereits dort habe Dittgen eine Arbeitsgemeinschaft rund um die Biene betreut. So habe man sich überlegt, dieses Projekt auch an der IGS einzuführen. „Über den Bürgermeister ist dann der Kontakt zu Imker Edgar Wolf entstanden. Ohne ihn wäre diese AG nicht möglich“, betont Dittgen. Wolf betreue das Projekt von Anfang an und stehe ihm und den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Über die wöchentlichen Treffen der AG am Montagnachmittag hinaus sei Wolf sehr engagiert für das Projekt. So hätten Lehrer und Schüler bereits vieles rund um die Biene dazugelernt. Doch nicht nur fachmännische Unterstützung ist bei der Arbeitsgemeinschaft von Bedeutung. Da die Schüler auch ihren eigenen Honig herstellen wollen, brauchten sie auch das nötige Equipment und natürlich: Bienen. Bereits zwei Völker leben in dem seit Januar bestehenden Bienenhaus auf dem Schulgelände. Ein bis zwei weitere will man sich in naher Zukunft zulegen. Finanziell wird die AG von der Erika und Wolfgang Hutzel-Stiftung (EWH-Stiftung) unterstützt. Diese hat sich schon öfter für die Schule engagiert, vieles möglich gemacht. Dittgen betont: „Nur durch die Unterstützung der EWH-Stiftung konnten wir das notwendige Equipment besorgen.“ Das Bienenhaus hat die Schreinerei Jung aus Schönenberg-Kübelberg gestiftet. Dittgen zeigt sich dankbar über die viele finanzielle Unterstützung und das Engagement von Imker Wolf. Nur durch die Hilfe von allen Seiten habe das erste Ziel der AG verwirklicht werden können: Anfang Juni wurde der erste eigene Honig geerntet. „IGS Gold“ haben die sieben Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft ihn getauft. „Die gut 15 Kilo Honig aus der ersten Ernte fanden direkt Abnehmer“, zieht Jörg Dittgen zufrieden Bilanz. Mitte Juli habe man nun die zweite Ernte gehabt, die erfreulicherweise sogar größer ausfiel: Zwischen 20 und 25 Kilo haben die fleißigen IGS-Bienen produziert. Gemeinsam mit Imker Wolf haben die Schüler den Honig geerntet und eine Woche später in Gläser abgefüllt. Nun kann er in der Schule erworben werden. Zufrieden zeigt Dittgen sich auch mit der Motivation der Jungen und Mädchen, die alle die siebte oder achte Klasse besuchen. Die Schüler hätten Lust, an dem Projekt zu arbeiten und von Anfang an mit angepackt, um bei Wind und Wetter Materialien auf die Erhöhung, auf der das Bienenhaus steht, zu tragen, beim Bau der Bienenkästen zu helfen oder den Honig zu ernten. „Irgendwann wird Edgar Wolf sich ein wenig zurückziehen. Er und ich hoffen natürlich, dass die Motivation der Schüler weiterhin da ist und wir somit eine Nachhaltigkeit der AG erreichen. Das Ziel ist, dass wir uns als Arbeitsgemeinschaft irgendwann selbst tragen können.“ Das fänden auch die Schüler gut. Egal, ob Interesse an Tieren, Neugierde, wie Honig hergestellt wird, oder bloße Lust am praktischen Arbeiten – die Motivationen der Schüler sind unterschiedlich. Doch in einem Punkt sind sie sich einig: Die AG war eine gute Wahl. Was sicher dazu beigetragen hat: Bisher wurde kein Teilnehmer von den Bienen gestochen. Die Völker zeigten sich äußerst friedlich. Man hoffe, dass dies auch bei den bald hinzukommenden Stöcken der Fall sei. Doch erst einmal steht die nächste Ernte an. Diese soll in den Ferien stattfinden. „Wenn es so weit ist, werde ich die Schüler anrufen und dann versuchen wir einen Termin zu finden, an dem wir die Ernte gemeinsam machen können“, berichtet Dittgen. Bienen machen eben keine Ferien.