Eingekreist RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenend-Kolumne: Steinewerfer sind einfach nur perfide

brücke kopie

Was sind das nur für niederträchtige Gesellen, die an der Brücke über die A63 bei Mehlingen über einen Zeitraum von fast zehn Jahren immer und immer wieder schwere Objekte aller Art auf die Fahrbahn werfen oder dort platzieren, um Unfälle zu provozieren!

Die seltsame Häufung der Vorfälle gibt auch der Polizei Rätsel auf. Sind das immer dieselben Täter, die hier ihrem perversen „Hobby“ frönen? Ist es Zufall? Oder lädt die Brücke aus irgendwelchen Gründen dazu ein, weil sie für diese perfiden Attacken besonders geeignet erscheint? Schwer zu sagen. Jedenfalls gibt es laut Polizei im ganzen ausgedehnten Autobahnnetz von Stadt und Landkreis Kaiserslautern mit seinen zahlreichen Brücken keine vergleichbaren Vorfälle.

Und es sind beileibe nicht „nur“ Steine, die bei Mehlingen auf der Autobahn landen: Die Polizei hat über die Jahre dort schon diverse Objekte – von der Bank bis zum Holzblock samt Rollwagen, mit dem das Hindernis zuvor wohl transportiert wurde – auf der Fahrbahn vorgefunden. Zuletzt wurden im April spätabends 20 Rundhölzer von einem Wildzaun abmontiert und von der Brücke geworfen. Das passiert nicht aus einer alkoholisierten „Laune“ heraus, da plant einer doch ganz bewusst die Attacken und betreibt einigen Aufwand, um sie in die Tat umzusetzen. Und dazu gehört ein gehöriges Maß an krimineller Energie. Und ein krankes Hirn sowieso.

Zumal sich der heimtückische nächtliche Angriff gegen wildfremde Menschen richtet, die keinem was getan haben. Der oder die Täter wissen nicht, wen es letztlich trifft – und das ist ihnen wohl auch egal. Hauptsache, man hat seinen „Spaß“!

Die Folgen für die nichtsahnenden Opfer dagegen sind fatal. Es ist reines Glück, dass an dieser Stelle bisher noch kein Verkehrsteilnehmer durch das Treiben dieser kranken Typen zu Tode gekommen ist! Aber beim jüngsten Vorfall im April stand es Spitz auf Knopf: Während es in den Vorjahren stets bei hohen Sachschäden blieb, wenn Autofahrer die Hindernisse überrollten oder mit ihnen kollidierten, sah sich dieses Mal im Dunkeln ein Motorradfahrer plötzlich mit 20 Rundhölzern auf der Fahrbahn konfrontiert! Was muss der 38-jährige Mann empfunden haben, als diese auf einmal vor seiner Maschine auftauchten! Nicht auszudenken! Der Amerikaner stürzte und erlitt schwere Verletzungen. Dass er nicht sein Leben verlor, war reiner Zufall.

Daher ist es gut, dass die Staatsanwaltschaft nun wegen versuchten Mordes ermittelt! Denn nichts anderes ist es, wenn man anderen Menschen heimtückisch solch eine Falle stellt und deren Tod billigend in Kauf nimmt. Vielleicht hält die im Raum stehende Androhung einer langen Haftstrafe den oder die Täter künftig ab, erneut zuzuschlagen. Aber wer weiß, bislang wurde ja nie ein Verantwortlicher ermittelt. Weitere Taten sind nicht auszuschließen.

Zusätzlich sollte daher wirklich ernsthaft geprüft werden, ob an der Brücke etwas verändert werden kann, um weitere Attacken zu verhindern. Bevor es tatsächlich den ersten Toten gibt.

x