Kreis Kaiserslautern
Verschneite Landschaft lockt Winterwanderer in Scharen an
Am Sonntagnachmittag ist es richtig voll in den Wäldern rund um Johanniskreuz. In der vereisten Zufahrt zum Hermersbergerhof steht ein Auto hinter dem anderen. Das gleiche Bild bietet sich auch an vielen anderen Waldwegen in der Gegend. Ein freies Fleckchen für das eigene Fahrzeug zu finden, ist nicht leicht. Erst recht auf dem großen Parkplatz in Johanniskreuz: Dort wo sich im Sommer die Biker drängen, stehen nun Autos dicht an dicht. Selbst auf der Wiese wird geparkt. Und die Kennzeichen zeigen: Es sind beileibe nicht nur Besucher aus der Region, auch Wanderer aus der Vorderpfalz haben Lust auf eine Tour im verschneiten Pfälzerwald.
In der Verbandsgemeinde Landstuhl, die seit 2019 mit Kaiserslautern-Süd vereint ist, gibt es neben Johanniskreuz viele beliebte Ausflugsziele und Wanderrouten, etwa das Trippstadter Schloss, die Landstuhler Burg mit ihrem Premiumwanderweg oder die wildromantische Karlstalschlucht. Diese Besuchermagneten werden regelmäßig kontrolliert, auch am vergangenen Wochenende, gibt Erster Beigeordneter Uwe Unnold auf Anfrage Auskunft. „Unser Ordnungsamt hat eine Steigerung der Wanderungen verzeichnet, jedoch gab es keine erkennbaren Verstöße. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.“ Auch in Bann an der Radar- und Polygonestation sei viel los gewesen, weiß Unnold. „Aber auch da gab es kein auffälliges Fehlverhalten.“
Bürgermeister Westrich macht sich selbst ein Bild
Mit „Teuflischen Anstiegen und himmlischen Aussichten“ wirbt die „Teufelstour“ in der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg: Auch dort sei am Wochenende relativ viel Betrieb gewesen, sagt Bürgermeister Harald Westrich, der am Samstag und Sonntag selbst mehrfach Ausflugsziele des Premiumwanderwegs besucht hat und auch auf dem Reiserberg mit seiner neuen, an Stonehenge erinnernden Sonnenuhr unterwegs war. „Ich wollte mir ein Bild machen.“ Sein Fazit: „Die Leute haben die Regeln befolgt und Abstand gehalten.“ Bisher sei ein Einschreiten des Ordnungsamtes noch nicht notwendig gewesen.
Dass gut gefüllte Parkplätze allein noch kein Indikator für Corona-Verstöße sind, betont Anja Pfeiffer, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Weilerbach. Hier locken beispielsweise die Höhenzüge bei Eulenbis mit ihrer Panoramasicht Wanderer an. „Sicher war bei dem Wetter am Sonntag einiges los“, meint sie. Klassische Ausflugsziele wie andernorts gebe es allerdings in der Verbandsgemeinde nicht. Daher sei das Ordnungsamt am Wochenende nur in Rufbereitschaft und kontrolliere in unregelmäßigen Abständen. „Bislang war jedoch bei Spaziergängern noch kein Einschreiten erforderlich.“
Ähnlich sieht es in der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau aus: „Wir haben keine Ausflugsziele, die eine magische Anziehungskraft besitzen“, sagt Bürgermeister Erik Emich. „Unsere Wanderwege sind bei gutem Wetter gut frequentiert, aber nicht in einem so geballten Maße, dass es Probleme geben würde. Insofern hat das Ordnungsamt auch keine gezielten Kontrollen durchgeführt.“
„Unter der Woche schon mal eher Probleme“
Über richtig viel Schnee konnten sich die Bürger der eher tief gelegenen Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach am Wochenende nicht freuen. Massenhafter Schneetourismus blieb daher auch aus, berichtet Bürgermeister Ralf Hechler. Die Leute seien natürlich schon viel draußen unterwegs, vor allem der Seewoog sei ein beliebtes Ziel, aber Verstöße gegen Corona-Auflagen habe es nicht gegeben. „Neun von zehn halten sich an die Regeln“, stellt der Verwaltungschef erfreut fest.
Unter der Woche sei Fehlverhalten abends schon eher einmal der Fall, sagt Hechler. Da gebe es immer wieder Gruppen, die sich trotz Kälte und Kontaktbeschränkungen träfen. „Die sind mitunter recht hartleibig.“ Jeden Abend seien daher momentan Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Absprache mit der Polizei in Ramstein-Miesenbach unterwegs. Wer auffalle, werde angesprochen, auch in verschiedenen Sprachen, wo dies nötig sei. Komme es zu Verstößen gegen die Corona-Beschränkungen, würden auch Bußgelder verhängt oder Anzeigen erstattet. „Wir versuchen, es ruhig und besonnen zu regeln, aber es ist schon anstrengend“, betont Hechler.
Wenig zu tun gab es hingegen in der VG Enkenbach-Alsenborn, wie Bürgermeister Andreas Alter berichtet. Weder in der Mehlinger Heide noch in den höheren Lagen rund um Enkenbach-Alsenborn hätten sich besonders viele Menschen getummelt. „Wir haben ja auch nicht die Schwerpunkte wie den Donnersberg oder die Kalmit“, fügt er hinzu. Lediglich auf einigen Hausbergen seien die Schlittenhänge gut besucht gewesen, ohne jedoch überfüllt zu sein.
„Mir ist nichts Negatives bekannt“, bestätigt auch Erster Beigeordneter Jürgen Wenzel. Gerade der Besuchermagnet Mehlinger Heide sei ja auch so weitläufig und es gebe so große Parkplätze, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass es dort zu Problemen komme.